chapter twenty-five

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"Guten Morgen, Alkoholikerin", begrüßte mich mein Bruder als ich unser Büro betrat. Ich war gerade vier Tage nicht hier und ich habe schon den tollen Geruch von Kaffee und Tinte vermisst. Den ganzen Morgen habe ich gebraucht um meine Augenringe zu verdecken und ich bin mit meinem Endergebnis sehr zufrieden.

Mein Gesicht sah frisch aus und man bemerkte nichts von meinen zwei schalflosen Nächten. "Ich habe nur zwei Gläser getrunken", erinnerte ich ihn und hockte mich gegenüber von ihm hin. „Geht es dir besser?", fragte er mich und musterte mich genauer an. „Ja, ich konnte mich echt gut ausruhen", log ich ihn an und lächelte leicht. Ich wurde immer besser mit dem Lügen.

„Das ist gut. Charlotte hat sich Sorgen um dich gemacht", erzählte er mir. Immer schon weiter lächeln, Aurelia. „Wirklich?". Er bestätigte seine Aussage mit einem Nicken. Innerlich verdrehte ich meine Augen. Ich wollte von Charlotte nichts hören. Von Charlotte nichts, von Helena nichts und am ehersten nichts von Nathaniel. „Ist Vater da?", wechselte ich das Thema.
Er nickte. „Ja, er hat ein Termin aber mit irgendeinem Ignisor. Warum fragst du?", und schaute mich misstrauisch an. „Darf ich nicht fragen ob mein Vater da ist?". Meine Stimme klangt genervter als gewollt. Ich schaute ihn entschuldigend an und stand dann auf.

„Ich mache für ihn und dem Gast Kaffee", meinte ich und ohne auf eine Antwort zu warten ging ich in die kleine Küche und bereitete zwei Kaffees zu. Es war die perfekte Chance etwas vom Gespräch zuzuhören. Vater hatte selten Kunden, die Ignisoren waren und wenn er welche hatte, dann wenn es etwas Ernstes war.

So wartete ich bis die zwei schwarzen Kaffees fertig waren. Durch das wochenlange Leben mit Nathaniel wusste ich wie die Ignisoren lebten und ihre Vorlieben bei Getränken und Mahlzeiten. Ich machte mich auf dem Weg zum Büro meines Vaters und begrüßte auf dem Weg Mitarbeiter der Kanzlei. Manche redeten immer noch über mich, doch ich war gewohnt daran.

Einfach nur lächeln und weitergehen. Ich bin die Tochter von Caspar Conway und leider Schwiegertochter von Brandon Kenneth. Jeder redete hinter meinem Rücken aber niemand durfte es mir ins Gesicht sagen. Ich klopfte an und hörte die Stimme meines Vater hinter der Tür. „Herein!", seine Stimme war nicht so sanft wie sonst.

Mit einem mulmigen Gefühl öffnete ich die Tür und setzte sofort ein Lächeln auf als ich das Gesicht meines Vaters sah. „Aurelia, was machst du hier? Solltest du nicht Zuhause im Bett sein?", fragte mein Vater und stand sofort auf als er mich erblickte. Der Mann gegenüber von ihm drehte sich mit dem Kopf zu mir. Mein Vater wirkte irgendwie nervös.

„Arbeiten. Mir geht es wieder gut", sagte ich und legte die zwei Tassen Kaffee vor den beiden Herren ab. „Aurelia, Sonnenschein das ist Favio Meridiem", stellte mein Vater den fremden Mann vor. „Favio das ist meine..älteste Tochter Aurelia Conway", sagte er. Ich blickte zu dem Mann, der nun auch aufstand und mich genauer anschaute. Er war ungefähr im selben Alter wie mein Vater.

Seine dunkle Haut harmonierten zu seinen hellen braunen Augen. Fast schon ein gelb oder orange waren in seinen Augen zusehen. Die Augen starrten mich intensiv und meiner Meinung nach zu lange an, doch ich lächelte weiter und reichte ihm die Hand. „Sehr erfreut", sagte ich und nach einer peinlichen Minuten nahm er meine Hand und drückte sie etwas fester als erwartet.

„Die Freude liegt ganz meinerseits", meinte er, doch ich glaubte ihm nicht. Seine Augen und sein Mund sagen zwei unterschiedliche Dinge. Ich ließ meine Hand los und schaute zu meinem Vater kurz, der uns beide still beobachtete. „Sie sind also bei Ihrem Vater tätig?", fragte Favio und setzte sich wieder hin nachdem auch mein Vater wieder Platz nahm.

Ich nickte und biss mir nervös auf die Lippen. Auch wenn ich selbstbewusst vor den Menschen wirken will, ist es schwer eine Angewohnheit zulassen. „Interessant. Ist es nicht ironisch wie Caspar Conways Tochter die Partnerin von dem Sohn des Bürgermeisters ist", meinte er und grinste. Kein fröhliches Grinsen und ehrlich gesagt hatte ich großen Respekt vor ihm. Keine Ahnung ob es Angst ist aber seine Stimme war so tief und rau. Er war sogar größer als Drake und Drake hatte schon eine Körpergröße, die nicht sehr klein war.

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