Die Arbeit war Salbei für die Seele. Ich musste so gut wie nie an Nathaniel denken und lernte viel für die Prüfungen, die am Ende des Jahres stattfinden werden. Bei dieser Prüfung werde ich herausfinden in welcher Postion ich mich für die nächsten Jahre befinden werde. Am Ende des Tages verabschiedete ich mich von meinem Vater und Bruder, der mich nicht auf das Geschrei im Büro meines Vaters ansprach. Jeder in diesem Stockgang hat es wahrscheinlich gehört.
Ich schrie nie. Ich wurde nie lauter und doch war ich in den letzten Tagen lauter als in den letzten zehn Jahre insgesamt. Auch in den Augen meines Vaters sah man Überraschung. Ich war immer sein liebes Töchterlein was sich nie beschwerte. Müde verließ ich die Kanzlei und erkannte Mace, der gegen die Limousine angelehnt rauchte. Er rauchte. „Mace, weiß Ihre Frau, das sie rauchen?", überrasche ich ihn.
„Aurelia!", er hustete als ich ihn erschrak. Schnell warf er die Zigarette weg und versuchte sich zu beruhigen. „Entschuldigung", sage ich leise und beobachtete wie er langsam sein Atem unter
Kontrolle hatte."Weiß ihre Frau davon?", fragte ich nach.
„Nein, meine Frau weiß es nicht. Sofia hasste es wenn ich rauche und am Schlimmsten wenn es unsere Töchter sehen". „Ich sage es Ihrer Frau schon nicht. Aber wieso rauchen sie dann?", fragte ich und stand neben ihm. Ich lehnte mich leicht gegen die Tür der Limousine
„Nun, ich rauche wenn ich unter Stress bin", sagte er. „Warum sind Sie denn unter Stress wenn ich fragen darf", fragte ich und schaute ihn von der Seite an. Ich mag Mace sehr. In den letzten Wochen haben wir uns aneinander gewöhnt und wir beide mochten es nicht so sehr zureden. Das war praktisch aber das hieß nicht, das er mich nicht mochte oder ich ihn. Er hatte schon von Anfang an gewusst, das ich nicht so bin wie die Kenneths und irgendwie fühlte ich mich sicher bei ihm. Er und seine Frau waren einer der wenigen, die mich vom ersten Moment an normal ansahen, wie als wäre ich eben normal.
„Die Arbeit eben, Miss Aurelia", antwortete er und lächelte mich müde an. „Sie wissen schon, das sie sich frei nehmen können. Jeder braucht mal eine Pause", meinte ich. „Das wäre zwar schön aber das kann ich nicht, Miss Aurelia. Wir..wir brauchen das Geld", sagte er und lächelte mich traurig an. Ich überlegte. „Und was wenn ich sie trotzdem zahle? Ich glaube wir kommen bestimmt eine Woche ohne Fahrer und Haushälterin klar. Vor der Zeremonie habe ich auch so gelebt", schlug ich vor.
„Miss Aurelia, das kann ich nicht annehmen. Das können wir nicht annehmen. Sie sind zu großzügig", sagte er und schüttelte den Kopf. „Aber wirklich! Ich würde mich freuen, denn ich mag Ihre Familie sehr", versuchte ich ihn zu überzeugen. „Das können wir nicht annehmen aber danke", sagte er. „Eines Tages werde ich Sie schon überreden", meinte ich und öffnete mir die Tür um einzusteigen.
Mace stieg auch ein und fuhr los, doch wir fuhren nicht den regulären Weg. „Wohin fahren wir?", fragte ich verwirrt und schaute aus dem Fenster raus. „Ihr Partner muss doch auch irgendwie nach Hause oder nicht?", und beobachtete meine Reaktion vom Rückspiegel aus. Ich schluckte und verkrampfte meinen Körper. Mace bemerkte meine Reaktion, doch sagte nicht. Dafür war ich ihm sehr dankbar.
Ich rutsche ganz zur Seite, damit wenn Nathaniel einstieg so weit wie möglich von mir entfernt sitzt. Mace hielt vor dem Rat an und heimlich beobachtete ich die Leute. Nur Ignisoren waren zusehen. Viele Menschen verließen das Gebäude. Es sieht so aus wie als wäre heute ein wichtiges Meeting. Ich erkannte Brandon, der mit Nathaniel und dem Außenminister das Gebäude verließ. Genau hinter den Drei stand Carter und Helena. Helena in einem perfekten Zustand. Sie trug einen Anzug in einem dunklen Braun und sah wie immer perfekt aus. Sie und ihr Partner gingen auf die Drei zu und unterhielten sich nicht.
„Sie mögen sie wohl nicht?", fragte Mace. Ich schüttelte den Kopf. „Absolut nicht", meinte ich und ohne nachzudenken öffnete ich die Tür und stieg aus. „Miss Aurelia", hörte ich Mace leise zischen, doch es war schon zu spät. Jeder bemerkte mich und viele tuschelten, doch es war mir egal. Mit einem Lächeln ging ich auf Nathaniel zu, der recht überrascht wirkte.
DU LIEST GERADE
VERSATILE I
Fantasy[BAND I] Seit 100 Jahren existiert in diesem Land kein Krieg mehr. Jahrzehnte kämpften die vier Sektoren um die Macht bis das Plasmastein ins Spiel kam. Damit Frieden in diesem Land herrscht, wurde in Generation für Generation ihr Leben bestimmt. Ke...
