NATHANIEL
„Also...willst du mir jetzt erzählen was du unserer Wasserbendigerin angetan hast?", störte Drake die angenehme Stille im Wagen. Ich schaute aus dem Fenster und beobachtete die vollen Straßen. Überall waren verliebte Paare zusehen. Das könnten Aurelia und ich sein. Lachend, Hand in Hand mit unseren Freunden. Die Betonung liegt auf könnten. Ihre wunderschönen blaugrauen Augen waren in den letzten Tagen zu oft voller Tränen. Ich liebte ihre Augen. Ich liebte alles an ihr, doch zur Zeit konnte ich ihr nicht in die Augen schauen. Zu sehr fraß mich die Schuld auf zusehen, das ich der Grund bin für ihre Tränen. Für ihr Unglücklichsein..
„Nate..", störte mich Drake, mein bester Freund, bei der Nachdenkerei. Er schaute mich fragend an. „Das geht dich nichts an..", murmelte ich nur und wandte meinen Blick vom Fenster ab. „Wenn du meinst..ich meine nur. Du weißt, das ich immer für dich da bin, Bruder auch wenn du mir nichts sagen willst", und akzeptierte das ich nichts sagen werde. Deswegen war er mein bester Freund seit Kindheitsjahren. Er akzeptierte sofort alles und war nicht aufdringlich. Er schätzte Privatsphäre. Wenn ich nicht reden wollte, dann ließ er es sein und akzeptierte es ohne Widerrede. Das komplette Gegenteil meiner Schwester. Wir mussten nie viel reden um einander zu verstehen.
„Ich möchte dir nur sagen, das sie sehr unglücklich ist. Sie kann so oft wie möglich lächeln und versuchen mich auszutricksen, doch in ihren Augen sah man die Traurigkeit und eure Körpersprache sagt alles. Ich kenne sie nicht so gut aber ich mag sie und in dieser kurzen Zeit ist sie mir schnell lieb geworden. Nun wer hätte gedacht, das ich jemals eine Aqualionin mögen würde?"
Ich schüttelte den Kopf. „Sie ist auch eine Ignisorin. Ihre Feuerkaft zeigt doch, das sie beides ist", meinte ich. „Nun vielleicht aber ihre Augen zeigen das sie aus dem Wasser kommt. Nicht das es schlimm ist eine Wasserbendigerin zusein, seitdem es eine Möglichkeit ist, das deine Nachkommen Wasserbendiger werden".
Ich zuckte leicht zusammen. Daran habe ich nicht mal dran gedacht. Aurelia und ich sind weit entfernt Kinder zuhaben. Verdammte scheiße. Sie schaut mich nicht mal an. Es wäre definitiv aber nicht schlimm, wenn meine Kinder Wasser bendigen könnten. Es wäre nur eine weitere Eigenschaft, die ich von ihrer zukünftigen Mutter liebe. Nathaniel, komm auf den Boden der Tatsachen. Was für Kinder?
„Ich liebe sie...", murmelte ich nur und schaute zu meinem besten Freund, der mich die ganze Zeit beobachtete. Er nickte leicht. „Ich weiß", meinte er. „Ich will nur eins wissen, Nate...bist du der Grund?", fragte er mich ernst. Ich nickte nur und öffnete die Tür als die Limousine vor meiner Lieblingsbar anhielt. Natürlich war ich der Grund. Ich war immer der Grund. Der Grund, das es jemanden schlecht ging. Ich brauchte jetzt definitiv Alkohol.
——————-
„Nochmal zwei, Süße", sagte ich zur Barkeeperin nachdem ich meinen zehnten Shot runtergeschluckt habe. Ich spürte den Alkohol, doch hörte nicht auf. Drake trank nur bei der ersten Runde mit aber ließ es danach sein. Jemand müsste noch ordentlich denken sagte er. Spaßbremse..
„Ich habe sie betrogen", offenbarte ich das Geheimnis, welches Aurelia und ich trugen und schaute zu meinem besten Freund. Ich wartete auf seine Reaktion, doch seine Miene verzog sich nicht. „Wiederhole es", sagte er wie als hätte er sich verhört. Ich lächelte. Es war definitiv kein fröhliches Lächeln. Würde ich mich jetzt im Spiegel anschaue können, würde ich die Person die vor mir steht nur noch bemitleiden.
„Du hast schon richtig gehört, Drakie..Ich habe die Frau, die ich über alles liebe betrogen. Da ist man in dieses wunderbare Mädchen schon seit der 8.Klasse hoffnungslos verliebt, wobei man weiß, das man sie niemals kriegen wird und als der Nathaniel den größten Schatz meines Lebens hatte, hat er sie betrogen und sie für immer verloren", sagte ich lachend. Ein bitteres Lachen.
DU LIEST GERADE
VERSATILE I
Fantasy[BAND I] Seit 100 Jahren existiert in diesem Land kein Krieg mehr. Jahrzehnte kämpften die vier Sektoren um die Macht bis das Plasmastein ins Spiel kam. Damit Frieden in diesem Land herrscht, wurde in Generation für Generation ihr Leben bestimmt. Ke...
