Achtunddreißig

45 6 0
                                    

Status: Überarbeitet

04.02.2009

Hektisch wippte Yoongi mit seinem Bein auf und ab, kaute währenddessen an seinen Fingernägeln, und wartete zusammen mit Jimin am Polizeirevier auf den Polizisten, der ihnen Yun bringen würde. Ihre Herzen rasten vor Sorge und Wut, sie schafften es nicht zur Ruhe zu kommen, egal was sie taten und woran sie dachten. Es ging schon die ganze Woche so. Tag und Nacht weinte Yoongi, und bekam sogar Panik-Attacken. Um ihm beizustehen, entschied sich Jimin deshalb bei ihnen einzuziehen.
»Verdammt, wie lange denn noch?«, schimpfte Yoongi. Seine Geduld war am Ende, er und Jimin machten sich unheimlich Sorgen um den jüngeren. »Yoongi«, sagte Jimin, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen und zeigte auf die Tür, hindurch kam eine Person.
»Ich entschuldige mich für die lange Wartezeit. Ich bin Herr Kang.« Der Polizist setzte sich zu ihnen an den Tisch.
»Wo ist Yun?«, fragte Yoongi sofort nach.
»Er wird gleich herkommen. Zur erst würde ich gerne wissen, ob sie den Grund für sein Wegrennen kennen.«
Jimin schüttelte sein Kopf. »Nicht, dass wir wüssten. Es gab zwar vor seinem Verschwinden ein paar Komplikationen zwischen ihm und seinem Bruder, aber er wurde nie schlecht behandelt. Wir haben immer dafür gesorgt, dass er sich wohl und zu nichts gezwungen fühlt«, erzählte Jimin und kratzte an seinen Fingernägeln.
»Was für Komplikationen?«
»Seitdem seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hat, geht alles nur noch den Bach runter. Sie war sowas wie eine Stütze für Yun. Jedoch hat sich herausgestellt, dass sie mit seinem Problem nicht ganz zurechtkam«, sagte Yoongi und seufzte. »Mein Bruder ist bipolar und war auch nach der Trennung sehr aggressiv.«
Der Polizist nickte und hörte gut zu, dann stand er auf und öffnete die Tür. »Komm rein«, sagte er. Yun betrat den Raum und blickte dabei auf den Boden. Schnell standen Yoongi und Jimin auf und rannten auf ihn zu.
»Was machst du nur?«, flüsterte sein Bruder in die Umarmung. »Herr Min und Herr Park, setzen Sie sich bitte«, sprach der Polizist bittend und zeigte auf ihre Plätze. »Yun«, sagte er nun und lehnte sich etwas nach vorne. »Wieso bist du weggelaufen?« Während Yuns Blick stumm auf die Tischplatte gerichtet war, analysierte Herr Kang sein Verhalten, sowie die Bewegungen. Er wollte einfach den Blicken ausweichen.
»Du musst schon reden, ansonsten können wir dir nicht helfen.«
»Es war alles zu viel für mich ... deswegen«, sagte Yun kleinlaut.
»Etwas genauer bitte«, bat Herr Kang, während Yoongi und Jimin zuhörten.
»Mio, der Streit mit meinem Bruder, meine Gefühle ... bipolar zu sein.« Zu Beginn sprach er leise und monoton, doch zum Ende hin brach seine Stimme. Er weinte, doch wusch die Tränen gleich weg, während er sich weiteres Schluchzen unterdrückte.
»Geht er zur Therapie?«, brach Herr Kang nach einer Weile die Stille. Das Pärchen nickte. »Schon seit längerem.«

»Mach das nie wieder, verstanden?«, schrie Yoongi wütend und achtete währenddessen auf die Straße. »Weißt du eigentlich, was für große Sorgen wir uns gemacht haben! Tag und Nacht habe ich nicht geschlafen!«
»Verstanden«, sagte Yun leise und starrte aus dem Fenster.
»Yun, bitte versteh doch. Wir haben uns deinetwegen riesige Sorgen gemacht. Yoongi hatte Panik-Attacken. Wir haben mit dem schlimmsten gerechnet.« Jimin sprach ruhig, anders als sein Freund.
»Das alles kannst du Mama und Papa am Telefon selber erklären. Wenn sie sagen, dass du zurücksollst, dann werde ich da nichts gegen machen. Wenn du auf mich nichts hörst, dann wenigstens auf unsere Eltern!«
»Ist ja gut!« Tränen sammelten sich in Yuns Augen und er begann zu weinen. Er wollte das alles nicht mehr, und noch weniger konnte er es. Alles, was Yun wollte, war das alles hier und jetzt beenden.

Artificial IntelligenceWo Geschichten leben. Entdecke jetzt