Status: Überarbeitet
- Yoongi -
Nach Fehlern untersuchte ich Yun, während er auf der Metall-Liege saß und um sich umherschaute. Wiederholend nach mir rufend, kam Jin mit schweren, großen Schritten bei mir an und hielt sein Handy in der Hand.
»Was gibt es?«, fragte ich. Viel zu nahe an meinem Gesicht zeigte mir Jin das, was er auf seinem kleinen Gerät aufgerufen hatte. Leicht entnervt dreinblickend, drückte ich sein Arm etwas weg.
»Der jährliche Wettbewerb findet bald statt. Du könntest ja dieses Jahr wieder mitmachen!«
»Bei diesen Wettbewerben mache ich nicht mehr mit. Das habe ich dir schon gesagt.« Schockiert, als hätte ich etwas gesagt, dass der nächste Grund einer schlimmen Dystopie sein könnte, ließ er sein Handy sinken.
»27 Millionen Won, plus ein eigener Artikel in der Zeitung, Yoongi. Und da willst du wirklich nicht mitmachen?«
Ich nickte und zuckte mit den Schultern, während ich mir Yuns Augen genauer anschaute. »Die Preise sind jedes Jahr gleich, Jin. Nur ist die Summe gestiegen, das ist alles - Arm hoch, Yun.«
»Ach ja? Viele berühmte Wissenschaftler werden dort sein. Da ist wohl jemand kein Fan von Dr. Kim mehr, was?«
Hellhörig stoppte ich in meiner Bewegung und blickte in Jins grinsendes Gesicht. Kim Namjoon war der Grund für mein Interesse an der Wissenschaft. Schon von klein auf bewunderte ich diesen Mann. »Ich höre.«
»Er wird einer der Juroren sein. Lange hast du nicht mehr, um dich anzumelden.« Eine lange Überlegung war es nicht wert, sofort sagte ich zu. Hatte ich viel Glück, würde ich ihn vielleicht persönlich ansprechen dürfen. Fragend blickte ich zu Yun. »Und? Was sagst du?«
»Ich bin dabei!«Drei Wochen waren seitdem vergangen. Es waren die ersten drei Wochen, in denen mich mein Verlobter nicht verurteilte, wieder einmal viel zu lange Zeit im Labor zu verbringen, denn er wusste, es würden nur die drei Wochen sein und in seinen Augen hatte ich bereits diesen einen Wettbewerb gewonnen. Doch wir wollten nicht zu voreilig sein.
Diese Wochen verbrachte ich damit, Yun abzuchecken und sogar menschliche Fähigkeiten einzubauen. Eine Sache, die er unbedingt wollte, war die Möglichkeit zu haben, etwas zu schmecken. Es war nicht einfach, doch ich hatte es geschafft, ihm die Geschmackssensoren einzubauen.
Wir befanden uns am Ort des Wettbewerbs. Viele, unglaublich viele Leute standen hier. Wissenschaftler, Freunde und Familie, sowie auch bloße Zuschauer. Doch diese durften nichts ins Innere des Gebäudes. Zu wenig Platz hätte man für alle, und ihre Projekte. Meines fiel noch nicht mal als eines auf. War das ein Pluspunkt?
»Du schaffst das, Yoongi!«, versuchte Jimin mich zu ermutigen. Mein Herz raste und ich musste zugeben, meine Hände zitterten leicht. Mehr als ein ganzes Jahrzehnt war es her, als ich das letzte Mal an einem Ort wie diesem stand und vor Publikum etwas vortrug. Noch dazu gehörte mein Vorbild heute zur Jury. Nur nicht nervös sein, Yoongi.
Sobald mein Name ertönte, schien mein Herz beinahe freiwillig explodieren zu wollen. »Min Yoongi, bitte betreten Sie die Bühne und stellen Sie Ihr Projekt vor.«
Zusammen mit Yun betrat ich das Podest. Da stand er, Dr. Kim. Mit einem Klemmbrett in der Hand, im weißen Kittel, und blickte streng zu mir hoch. Ich nahm einen tiefen Atemzug, bevor ich begann, zu sprechen.
»Guten Mittag, meine Damen und Herren«, sprach ich und schluckte schwer. »Mein Projekt, welches ich euch vorstellen möchte, ich dieser junge Mann hier.« Mit offener Hand zeigte ich zu Yun, welcher neben mir stand und mich beruhigend anlächelte. Skeptisch blickten mich alle zuschauenden an, doch der von Dr. Kim schien mir am auffälligsten. Die Augenbrauen, welche leicht zusammengezogen waren, schienen mich aufs schlimmste zu verurteilen. Doch ich war noch nicht fertig!
»Ich habe ihn den Namen Yun gegeben. Mehr als elf Jahre hatte mich dieser Roboter gekostet.« Tuscheln ertönte. Eine Frau neben meinem Vorbild lehnte sich zu ihm und sagte etwas, was ich nur zu gerne gehört hätte. Mit einem nichtssagenden Blick nickte er.
»Ein Roboter, sagen Sie«, sagte ein alter Mann aus der Jury. »Für einer sieht dieser Junge jedoch viel zu menschlich aus.« Nur zu stark konnte ich sein Zweifeln in der Stimme hören. Er vermochte wohl zu glauben, ich würde lügen und hätte einen echten Menschenjungen aufs Podest mitgebracht. Nun war mir nach schmunzeln.
»Beweisen Sie uns doch, dass dieser Junge ein Roboter ist.«
Den Wissenschaftlern zunickend drehte ich mich zu Yun und bat ihn sich umzudrehen. Ich räumte seine Haare aus dem Weg und zeigte mit dem Finger darauf. »Dieser Knopf ist dazu da, ihn auszuschalten. Wie, als wenn er ein Computer oder ähnliches wäre. Wenn ich darauf drücke, versteifen sich seine Glieder und die Haut wird hart wie Stahl. Dies verhindert zukünftige Beschädigungen an seiner Haut, sollte es mal dazu kommen, dass er zu Boden fällt.«
Sobald ich den Knopf betätigte, verkrampfte sich Yun sofort. Um zu beweisen, er sei nun hart wie Stahl, klopfte ich mit der Faust auf seinen Rücken. Ein Blech artiges Geräusch ertönte.
»Yun sieht nicht nur aus wie ein Mensch, meine Damen und Herren. Er handelt und denkt sogar wie einer.«
Es wurde still, alle schauten gebannt zu und warteten darauf, dass ich mehr vorstellte. Die Hand von Dr. Kim hob sich. »Ist es mir gestattet, ihn näher zu betrachten?«
»Ja, selbstverständlich.«
Dr. Kim betrat die Bühne, sofort machte ich ihm Platz, damit er sich Yun ohne Probleme anschauen konnte. Er tastete seine Schultern, Arme und Gesicht, versuchte ebenso seine Glieder zu bewegen, doch nichts regte sich.
»Wie war seine Haut, bevor Sie diesen Jungen ausgeschaltet hatten? War sie genauso kalt?«
»Nein«, schüttelte ich den Kopf. »Sobald ich ihn wieder starte, erwärmt sich seine Haut zu menschlicher Temperatur. So wie wir es kennen und haben. Auch wird seine Haut wieder weicher.«
Vor jemanden zu stehen, welcher seit seinem 17. Lebensjahr für seine Projekte bekannt war, lässt mich mit einem Mal unerfahren fühlen. Trotz all der jahrelangen Erfahrung, die sich in meinem Köpfchen befand.
»Schalten Sie ihn doch bitte wieder an.«
»Natürlich«, sagte ich und betätigte den hautfarbenen Knopf. Es waren lediglich die Umrisse zu erkennen. Yun Augen begannen zu leuchten und schauten direkt in die des Wissenschaftlers. Er begann ihn und die Umgebung zu analysieren, dann drehte er sich zurück zum Publikum und begann sie zu analysieren.
»Ich darf doch?«, erlangte Dr. Kim Yuns Aufmerksamkeit. Yun vermochte nicht zu wissen, was er meinte, doch als er sah, wie ich nickte, nickte er ebenso. Dr. Kims Seher weiteten sich, sobald ich nach der Haut des Roboters tastete. »Tatsache«, sprach er zu sich selbst. »Dr. Min ... Sie wissen doch, dass dies ein neuer Schritt in die Zukunft ist!«
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Artificial Intelligence
Fanfiction🄵🄰🄽🄵🄸🄲 »𝗧𝘂' 𝗺𝗶𝗿 𝗱𝗮𝘀 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗮𝗻!« Eine Dokumentation über Künstliche Intelligenz war der Grund, der dafür sorgte, dass Yoongi sich seit seinem 9. Lebensjahr an die Wissenschaft interessierte. Mit seinen jungen 18 Jahren und den süß...