Zweiundzwanzig

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Status: Überarbeitet

- Yoongi -

Auf dem Parkplatz vor der Halle lief ich aufgeregt hin und her. Wütend wählte ich nach einer Weile die Nummer von Jin. Jimin und Yun saßen währenddessen in einem Café und aßen Kuchen und tranken Tee. Seitdem ich Yun Geschmackssensoren einbaute, hörte er gar nicht mehr auf, zu essen. Es war nicht so, als verspürte er Hunger, das brauchte er ehrlich gesagt nicht, er aß allein wegen des Geschmacks. Und das merkte man besonders, sobald er mich beim Einkauf begleitete. Denn die Summe an Geld, die ich wöchentlich seinetwegen verliere, ließ in mir das Bedürfnis aufsteigen, die Augen auszukratzen.
»Hey, Boss«, sagte Jin. Er klang fröhlich, bald nicht mehr. In mir kam die Vermutung auf, dass er alles auf dem TV verfolgt hatte.
»Junger Mann, tu nicht auf unwissend«, zischte ich, »Wieso zum Teufel hast du Idiot mir nicht gesagt, dass das alles im Fernseher ausgestrahlt wird!«
Jin seufzte. »Ich wusste, dass du niemals mitgemacht hättest, wenn ich dir gesagt hätte, dass das alles live sein wird. Sobald ich erfuhr, dass Dr. Kim ein Teil der Jury sein wird, wollte ich unbedingt, dass du dich da anmeldest. Ich weiß doch, dass dieser Mann dein Vorbild ist.«
In meinem Kopf herrschte Unruhe, mir fehlten die Worte. »Du - argh! Wir werden definitiv später nochmal miteinander reden!«

Lieber Dr. Kim ...
Nein, nein. Das geht so nicht ...
Sehr geehrter Herr Dr. Kim. Das klang schon besser. Seit geschätzten 40 Minuten saß ich vor meinem PC und wusste nicht, wie ich meine E-Mail für Dr. Kim verfassen sollte. Es zerbrach mir mein Kopf. Ich überlegte und überlegte, doch nichts schien gut genug zu sein. Das ganze Grübeln sorgte für Kopfschmerzen.
»Wie läuft es?«, fragte Jimin mich. Ich seufzte bloß und lehnte mich auf dem Schreibtischstuhl zurück, meine Augen fixierten dabei den Bildschirm. »Na ja«, sagte ich stumpf.
»Schreib doch einfach darauf los«, schlug mir mein Verlobter vor.
»Ja, aber was soll ich schreiben? Ich weiß nicht was, das ist das Ding.«
»Schreib einfach«, kicherte Jimin und küsste meine Wange.
»Ein sehr toller Tipp, danke«, sprach ich sarkastisch und dachte weiter nach.
»Fang doch simpel an. "Sehr geehrter Herr Dr. Kim. Mein Name ist Min Yoongi. Wir haben den Tag zuvor über mein Projekt gesprochen. Dabei gaben Sie mir Ihre E-Mail, um weiter in Kontakt zu bleiben. Bla, bla, bla". Ab da musst du selber vorankommen.« Während Jimin sprach, tippte er das, was er sagte in Outlook ein. Das, was er schrieb, hätte mir selbst einfallen können, doch habe ich mir zu viele Gedanken machte. Anstatt mit dem Anfang zu beginnen, war ich bereits dabei einen Punkt zu finden.
»Danke, Liebling.«
»Gerne doch.« Ehe er das Zimmer verließ, hauchte er einen schnellen Kuss auf meine Lippen und ließ mich den Rest selbst schreiben.

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