Status: Überarbeitet
- Yoongi -
In den vergangenen Monaten steckten Dr. Kim und ich viel Arbeit in sein Projekt. Es gab Tage, in denen wir versagten, dies hielt uns jedoch nicht auf weiterzumachen. Aufgrund dessen, dass mein Bauplan diesmal bereits vollendet war, kostete es uns keine zwölf Jahre diesen Roboter zu erbauen. Einen Großteil der vergangenen Jahre, welche ich in Yun steckte, war ich gezwungen unzählige Male von vorne zu beginnen und alles zu wiederholen. Meine Erwartung lag darin, dass ich mehr als 20 Jahre einplanen musste. Da ich jedoch Tag und Nacht, beinahe ununterbrochen gearbeitet hatte, ersparte ich mir unglaublich viel Zeit. Nie hätte ich gedachte nur zwölf Jahre warten zu müssen, ehe ich meinen kleinen Bruder wiedersehen durfte.
In diesen Monaten, in denen ich Namjoon zur Seite stand und half, konnte ich ihm nicht jeden Tag beistehen. Seit der Ausstrahlung des Wettbewerbs erfuhren viele Leute von mir und Yun. Unter anderem auch andere bekannte Wissenschaftler. Natürlich trat ich mit ihnen in Kontakt. Viele, die Meisten baten mich ihnen mein Bauplan auszuhändigen, waren sogar bereit hohe Summen zu zahlen, doch ich lehnte ab. Allein Namjoon hatte die Möglichkeit gehabt, ein Blick in die Baupläne zu werfen und sie zu nutzen.
Von nun an gleich meine Bekanntheit, die der von Dr. Kim. Nicht unbedingt, was ich bevorzugte. Mein Plan fürs Leben war es ruhig anzugehen, nachdem ich mein Meisterwerk vollendet hatte. Interviews, Erwähnungen von Bekanntheiten und fast auch eine Dokumentation. Das alles wollte ich nicht. Wäre ich noch immer 19 Jahre alt, hätte ich ein gänzlich anderes Blick auf all das gehabt. Mein jüngeres ich bekam das, was er wollte.
Heute, der 11.06.2021, hatte sich all die harte Arbeit gelohnt. Von diesem Tag an gab es auf dieser Erde zwei Roboter, welche menschliche Gefühle verspürten. Es fehlte allein ein Knopfdruck, und der 'Sohn' eines neu gewonnenen guten Freundes würde erwachen.
»Es ist so weit«, sagte Namjoon. Er näherte sich dem Roboter und betätigte den Startknopf. Ruckartig öffneten sich die Augen. Langsam, den gesamten Raum, mich und Namjoon analysierend, setzte er sich auf. Sobald dies getan war, verfärbten sich sie Augen von einem strahlenden Blau, zu einem dunklen Braun.
Ungläubig schluckte Dr. Kim. »Jungkook«, flüsterte er in Tränen. »Vater.« Jungkook stellte sich auf und blickte uns monoton an. An vieles wird er sich nicht erinnern können. Zu Namjoons Bedauern hatte er nicht besonders viele Bilder und Aufnahmen seines Sohnes. Nachdem sein Sohn verstarb, vergrub er in seinem Garten alle Bilder unter der Erde. Er vergaß, in welcher Stelle sie sich befand. Alles, was Jungkook noch wusste, war, dass sein Vater vor ihm stand. Für sein Alter, Name und die Interessen waren keine Videos und Bilder vonnöten. Man konnte es ganz einfach einprogrammieren. Das Wissen, dass er eine Freundin hatte, ließen wir aus. Er würde nach ihr suchen und Namjoon wollte ihm die Schmerzen ersparen. Für eine weitere Kreation hatten wir weder Zeit, noch Geld.
Ich legte meine Hand auf die Schulter Namjoons. »Es wäre besser, wenn du ihn gleich erzählst, was er wirklich ist.« Ich sprach leise, sodass Jungkook uns nicht verstand. Zu dieser Antwort nickte er bloß. »Ich danke dir für alles, mein Freund. Aber ich wäre dir sehr verbunden, wenn du mich und meinen Sohn nun allein lassen würdest. Wir bleiben in Kontakt.« Ich verstand und nickte. Zum Abschied verbeugte ich mich. »Natürlich«, sagte ich und schaute zu Jungkook. Sein Blick war leicht verwundert, aber dennoch mit einem Lächeln verziert. »Und wir sehen uns bestimmt noch ein andermal.«- Namjoon -
»Kenne ich ihn?«, fragte mich mein ... Sohn. »Er arbeitet erst seit einigen Monaten mit mir.« Zu realisieren, was hier gerade vorging, war schwer. Es war tatsächlich so, als würde mein eigener Sohn vor mir stehen. Mein Sohn, der nicht von mir gegangen war und kein Roboter war. Er sah aus wie Jungkook, hörte sich an, wie er, redete wie er, und handelte bestimmt auch wie er.
»Höre zu, ich muss dir -« Ich unterbrach mich selbst mitten im Satz, und dachte nach. Fragend hob mein Sohn eine Augenbraue hoch. »Was musst du?«, fragte er. Ich schluckte. Vielleicht wäre es doch besser, noch zu warten. Ich konnte es ihm nicht erzählen, zumindest noch nicht. Ich erzähle es ihm, nur nicht heute ... und auch nicht morgen. Vielleicht könnte er auch ohne dieses Wissen einfach 'weiterleben'. Es fiel mir schwer, seine Reaktion einzuschätzen. Die Angst vor dieser war zu groß. Könnte er mir dann überhaupt verzeihen? Zuerst wollte ich mit ihm Zeit verbringen. All die Zeit zurückholen, die ich seit seinem Tod verlor. Zur sehr hatte ich ihn vermisst, ich wollte diesen ersten Moment nicht zerstören. Das musste warten.
Ich schüttelte den Kopf und winkte ab. »Nichts, nichts. Gib mir doch bitte deine Hand.« Wenn auch zögernd, gab Jungkook mir seine Hand. Mit bedacht tastete ich sie ab. »Spürst du einen Taubheitsgefühl?«, fragte ich, während ich leicht auf seine Fingerkuppen drückte. »Nein«, sagte er und schüttelte seinen Kopf. »Und.« Ehe ich weitersprach, kramte ich einen Schokoriegel aus meiner Tasche. »Iss das.«
Es war seine Lieblingssorte, so zögerte er nicht und nahm es. »Danke.« Lange ließ er nicht auf sich warten und aß. »Schmeckst du etwas?« Kauend nickte mein Sohn. Ein gutes Zeichen. Seine Geschmacksrezeptoren funktionieren.
»Wieso fragst du mich eigentlich das alles?«
Ich zögerte. »Das erfährst du bald. Habe ein wenig Geduld, ja?«
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Artificial Intelligence
Fanfiction🄵🄰🄽🄵🄸🄲 »𝗧𝘂' 𝗺𝗶𝗿 𝗱𝗮𝘀 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗮𝗻!« Eine Dokumentation über Künstliche Intelligenz war der Grund, der dafür sorgte, dass Yoongi sich seit seinem 9. Lebensjahr an die Wissenschaft interessierte. Mit seinen jungen 18 Jahren und den süß...