Einundvierzig

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Status: Überarbeitet

- Yoongi -

Verzweifelt rief ich nach den Beiden, während ich rennend durch die Straßen strich. »YUN? JIMIN?« Niemand, keiner war hier. Die sonst so belebte Straße, war leer und wirkte nun tot. Wo waren alle nur?
Ich merkte, wie mein Handy tönte von sich gab, und holte dies aus meiner Hosentasche, in Hoffnung, es würden Jimin oder Yun sein. Doch zu meiner Verwunderung war es Dr. Kim. »Hallo?«
»Yoongi? Hast du Jungkook gesehen? Ich kann ihn nicht finden!« In seiner Stimme mischte sich Verzweiflung unter. Er hörte sich an, als hätte er es eilig. So wie ich. Sein Atmen war laut und stockend, unregelmäßig, und ich hörte im Hintergrund ein Motor. Es hörte sich an, als würde er rennen, doch dem war nicht so. Er war kurz davor, in Panik zu geraten.
»Persönlich, nein, aber ich habe ihn in den Nachrichten gesehen.«
»Also weißt du, was da vor sich läuft.«
»Ja, das tue ich. Was genau ist passiert?«, fragte ich und schaute mich weiterhin in der Gegend um.
»Ich hatte gehofft, du wüsstest es«, sprach Namjoon. »Auf jeden Fall, er ist abgehauen, nachdem ich ihm die Wahrheit erzählt habe. Seitdem finde ich ihn nicht wieder. Meine Anrufe nimmt er auch nicht ab!«
»Ich -« Ich wollte etwas sagen, doch wurde von einer bekannten Stimme unterbrochen. »LAUF!« Es war Yun!
»Namjoon, Straßenfest. Weißt du, wo das ist?«
»Ja, weiß ich.«
»Dann komm her. Ich habe da so ein Gefühl, dass ich Jungkook gefunden habe.«
»Verstanden.« Ich legte auf und rannte in die Richtung, von der ich die Stimme vernahm. »YUN?«, rief ich. »JIMIN?« Ich bog ab und blieb sofort stehen. Zu sehen bekam ich meine schlimmste Befürchtung. Jungkook packte Yun am Hals und hob ihn hoch, seine Beine hatten unter ihnen keinen Grund mehr, und die Arme lagen einige Meter von ihnen entfernt. Jimin saß an einer Wand zusammengekauert und wusste nicht, was er tun sollte.
Sofort versteckte ich mich und lugte ein paar mal um die Ecke, um die Lage zu checken. Verdammt! Da jetzt reinzulaufen wäre Selbstmord. Angestrengt versuchte ich nach einer Lösung zu finden, doch mir fiel nichts Besseres ein, als auf Namjoon zu warten, bis er ankam. Bloß hatte ich keine Zeit fürs warten, und holte mein Handy raus. Gerade, als ich seine Nummer eintippen wollte, umgriff eine andere Hand mein Handgelenk und drückte es herunter.
»Du musst jetzt leise sein«, flüsterte Dr. Kim. Er holte eine Pistole aus seiner Tasche. »Ich habe gemerkt, was los ist, also habe ich es mitgenommen ... Ich hoffe, dass wir es nicht benutzen müssen.« Ihn zu fragen, warum er dieses Teil besaß, würde jetzt nichts bringen. Wir hatten keine Zeit, um zu Diskutieren, wir mussten Handeln!
Ein dumpfer, doch starker Aufprall ertönte. Wir mussten uns beeilen! »Wie sollen wir vorgehen?« Namjoon überlegte, dann zischte er. »Verdammt, mir fällt nichts anderes ein, außer dieses Teil doch zu nutzen.«
»Was!«, flüster-schrie ich.
Namjoon schaute sich um. »Hier«, sagte er und drückte mir die Pistole in die Hand. »Nimm es!«
»Ich kann doch nicht -«
»Ich gehe da jetzt hin und lenke Jungkook ab. Dann zielst du auf ihn und drückst ab. Ihm und Yun kann man noch helfen, sie sind Roboter. Aber Jimin kannst du nicht mehr helfen, wenn Jungkook ihn bekommt. Er ist ein Mensch!« Ich schluckte trocken und nickte zögernd. »Warte auf ein Zeichen.« Erneut nickte ich. Ich hoffe, ich treffe richtig ...

- Namjoon -

Ich atmete tief aus dem Mund aus, als ich aus dem Versteck hervortrat, und versuchte mich nicht von der Angst beirren zu lassen. Dieser Plan musste funktionieren! Ich sah, wie Jungkook mit festen Schritten auf Jimin zuging. »Mein Sohn!«, rief ich. Sofort lag sein Blick auf mir. Im Augenwinkel erkannte ich, wie Yun sich nicht mehr bewegte. Hoffentlich hatte er ihn nicht gänzlich zerstört. Seine Unterarme und ein Bein fehlten. Das Bein hielt Jungkook noch in seiner Hand.
»Vater«, sprach mein Sohn und blieb stehen. »Was machst du hier?«
»Hör auf, mit dem, was du gerade machst, Jungkook. Das ist nicht richtig. Wenn du jemanden bestrafen willst, dann mich. Die anderen haben dir nichts getan.«
»Doch haben sie! Der Typ dahinten.« Er zeigte auf den bewusstlosen Mann. »Er und seine Freunde haben auf mich eingeschlagen. Yun wollte mich hindern, den letzten zu beseitigen. Er wollte eine verdammte Gefahr beschützen!«
»Du musst aufhören! Die Welt wird nicht besser, wenn du Menschen terrorisiert und tötest!« Spöttisch lachte Jungkook. »Du willst ihnen also auch helfen.«
»Nein. Alles, was ich will, ist, dass du mit dem Morden aufhörst. Zwei sind schon tot! Mein Sohn würde niemals andere umbringen.«
Mit einem unauffälligen Handzeichen, machte ich Yoongi klar, dass er losschießen sollte.
»Es ist noch viel Arbeit.«
»Was sagst du denn da?«, hauchte ich ungläubig. »Bist du denn noch ganz bei Sinnen!« Mir war klar, dass er dies nicht mehr war.
Schieß los, Yoongi!
Jungkook Lippen zitterten vor Wut, während er sich mir näherte. »Ich will die Welt doch nur von dem Bösen befreien«, presste er hervor. Seine Augenbrauen waren stark verzogen.
»Sieh dich doch an! Du bist das Böse, wenn du so weiter machst!«
»Was?«, sagte mein Sohn. Er war nicht ganz im Klaren, was er da tat. Jungkook dachte wohl, die Welt so vom Bösen zu befreien, sei richtig. Er lag falsch! Das war nicht der richtige Weg.
Mach schon, Yoongi!
»Du bringst Menschen um! Dafür gehen andere in den Knast!«, sagte ich erbost. »Du kannst doch nicht einfach andere umbringen. Du bist ein Mörder! Das sind böse Menschen, hörst du!« Ich war bereits am Schreien. »YOONGI!«
Ein lauter Knall, dann ein starker, stechender Schmerz in meiner rechten Seite. Ein Blick nach unten, verriet mir, dass ich getroffen wurde, nicht mein Sohn.
»VATER!«

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