Vierzig

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Status: Überarbeitet

- Yoongi -

Ich wusste, wo Yun und Jimin waren. Kurz bevor sie losgingen, gab Jimin mir Bescheid, dass sie zum Straßenfest gehen würden. So rannte ich dahin. Da dieser Ort nahe genug war, brauchte ich kein Auto, es waren keine fünf Minuten von hier. Mein Herz raste und drohte in tausend Stücke zu platzen, während meine Schritte mit jedem Mal immer schneller wurden, ich ließ kein Stopp zu. Nichteinmal bei einer roten Ampel machte ich halt. Ein Auto hupte, als dieser mich fast angefahren hätte. Als Entschuldigung hob ich meine Hand ein wenig und rannte ungestört weiter, die Rufe und das Gefluche vom Fahrer komplett ausblendend.

- Yun -

Auch, wenn ich den Menschen nicht kannte, nicht wusste, was er Jungkook angetan hatte, befürchtete ich, dass dieser den Mann umbringen würde. Wie er ihn würgte, seine Hand fest und aggressiv um seinen Hals, gab mir das Gefühl, dass Jungkook keine Gnade in diesem Moment hatte. Sein Gesicht zeichneten keinerlei Emotionen. Es war, als wollte er diesen Menschen um jeden Preis beseitigen.
Er hatte seine Griffe um Jungkook Handgelenk und versuchte sie mit aller Kraft von sich zu bekommen. Er bekam kaum noch Luft und ich hörte bis hier hin, wie er röchelte. Seine Augen waren halb geschlossen, er würde bald in Ohnmacht fallen.
Ich sah, wie Jungkook seine zweite Hand um den Hals des Fremden wickelte. »STOPP!«, rief ich so laut ich konnte und näherte mich den beiden, langsam und vorsichtig. Jungkook blickte zu mir. »Tu ihm bitte nichts, Jungkook«, versuchte ich auf ihn einzureden. Sofort blieb ich stehen, sobald ich erkannte, wie seine Griffe fester wurden. Sein Ausdruck veränderte sich, plötzlich schaute er mich wütend an, als sei ich eine Gefahr für ihn.
Dann, mit einem festen Schlag - es knackte sogar - schlug er den Fremden bewusstlos. Ich zuckte zusammen, bei diesem Anblick. Sofort blutete seine Nase, eine Menge Blut floss aus dieser heraus. Ich sah, wie sich Jungkooks Lippen bewegten. Es schien, als spreche er mit sich selbst.
»Was ist los? Rede doch mit mir.« Ich versuchte mit so viel bedacht und ruhe wie möglich zu sprechen, doch leider brachte dies gar nichts, es hatte keinerlei Wirkung auf ihn. Er war vollkommen von Wut und Zerstörung eingenommen. Er näherte sich mir und blieb einen Meter vor mir stehen. »Willst du reden? Bist du so, weil du erfahren hast, was du wirklich bist? Hat es dir dein Vater schon erzählt?«
Wieder war sein Gesichtsausdruck kalt. Ich hielt ihm meine Hand hin, und als er sie in die seine nahm, lächelte ich ihn an. Dann, mit einer enormen Kraft, wie aus dem Nichts, warf er mich gegen die nächste Wand. Risse zeichneten sich auf dieser und kleine Bröckel fielen zugrunde.
»Jungkook?«, frage ich voller Angst und stand auf. Mit schnellen, großen und schweren Schritten kam er auf mich zu und zielte einen Schlag mit seiner Faust auf mich. Knapp, mit einem erschrockenen schrei, wich ich aus und rannte weg. Wir brauchten Abstand!
»Was ist denn mit dir los?«
»Du bist eine Gefahr.«
»Was!«, hauchte ich und ging langsam rückwärts. »Was redest du denn da für ein Unsinn?« Eine Wand hinter mich hielt mich davon ab, weiterzugehen. Schneller hätte ich gar nicht reagieren können, mit einem Mal stand er vor mir und drückte mich zu Boden. Der starke Aufprall mit meinem Gesicht auf den Boden, sorgte dafür, dass sich ein Teil meiner Haut löste. Nun war Metall an der Stelle zu erkennen. Ich schrie und weinte zum ersten Mal meiner Existenz.
Jungkook packte nach meinen Armen und zog so fest, bis er mir beide Unterarmhälften abriss. Als wäre es nichts, schmiss er sie weg. Ich schrie weiter und versuchte mich zu lösen, jedoch ohne Erfolg.
»YUN!«, schrie Jimin von seinem Versteck aus. Er hatte alles mit beobachtet. Sofort wurde Jungkook aufmerksam. Er löste sich von mir und ging Jimin zu. »RENN!«, brüllte ich. Mit Mühe versuchte ich aufzustehen, doch ohne meine Hände hatte ich große Probleme. »RENN, HABE ICH GESAGT!«
Er war in einer Schockstarre, wollte rennen, doch die Furcht in ihm ließ es nicht zu, so starrte er den Roboter mit großen Augen an.
Ich schaffte es aufzustehen und rannte auf sie zu. Gerade, als Jungkook nach Jimin Haarschopf greifen wollte, stieß ich ihn weg. Zusammen fielen wir hin. »Lauf«, weinte ich.
»Ich kann nicht. Nicht ohne dich!«

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