Und es geht weiter... Danke an euch für jedes bisschen Liebe, das ihr mir und Sky hier da lasst. <3
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„Fuck", fluchte ich leise, während ich die Treppenstufen nach unten stieg. Ich wollte Jared helfen und ihn nicht noch weiter Richtung Abgrund treiben.
Wieso hatte Elijah sich auch gerade jetzt melden müssen?
Und wieso zur Hölle hatte ich überhaupt den Hörer abgenommen?
„Das war so dämlich, Sky", knurrte ich zu mir selbst, während ich an die frische Luft nach draußen trat. Ich ignorierte Dereks besorgten Blick und winkte ihm bloß mit einem gezwungenen Lächeln zu. Natürlich hatte er die Schreie gehört und alles weitere konnte er sich sicherlich denken. Er kannte mich und das besser, als er es eigentlich sollte. Einmal hatte ich mich sogar zu ihm unter die Treppe gesetzt, mir mit ihm eine Flasche Wein geteilt und mein Leid geheult. Er war mein Freund und mehr ein Schwätzer wie ein Macher. So oft hatte er gedroht, in Jareds Wohnung zu stürmen und ihn für mich zur Vernunft zu prügeln, aber geschehen war nichts dergleichen. Und dafür war ich dankbar. Derek war jemand, mit dem ich reden konnte, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen und das brauchte ich manchmal mehr als dringend. Mit diesem Gedanken schritt ich die Straße entlang zurück zum Bahnhof. Ich hasste es, dass Jared und ich meist im Streit auseinander gingen. Heute war es erstaunlich schnell eskaliert. Meistens wurde er erst handgreiflich, wenn ich ihn von einem Job oder einem Entzug überzeugen wollte. Seit Jahren versorgte ich ihn einerseits mit Pillen, während ich anderseits verzweifelt dafür sorgen wollte, dass er clean wurde. Einmal hatte ich ihm meine Hilfe bei der Beschaffung der Medikamente verweigert, aber das war darin geendet, dass er mich halb tot geschlagen und sich danach mit den falschen Dealern angelegt hatte. In dieser Nacht hatte er am eigenen Leib erfahren, wie es war, zusammengeschlagen zu werden. Ich hatte ihn selbst im Krankenhaus betreut und wirklich gehofft, dass sich danach etwas ändern würde. Doch das hatte es nicht. Nicht einmal eine Woche war Jared clean geblieben, bis die Erinnerungen in wieder in die Arme der Sucht zurückgetrieben hatten.
„So eine Scheiße", fluchte ich leise, während ich zwanghaft versuchte, meine Tränen zurückzuhalten. Ich war so lächerlich. Vielleicht musste ich Jared einfach hinter mir lassen, um selbst wieder ein normales Leben führen zu können. Ohne die Miete für ihn bezahlen und ihm Geld zum Leben dalassen zu müssen, könnte ich mir vielleicht selbst ein schönes Apartment leisten, ohne im Hinterzimmer dieser schrecklichen Tussen-WG zu leben. Seufzend legte ich den Kopf in den Nacken. Niemals konnte ich Jared so im Stich lassen. Nicht nach allem, was geschehen war... Aber es war ein befreiender Gedanke, irgendwann nur noch für mich selbst sorgen zu müssen. Ich war mir so sicher, dass tief in ihm noch der Bruder steckte, den ich so sehr geliebt hatte. Er war verborgen unter Trauer, Selbsthass und Reue, aber er war noch da. Und der Tag, an dem ich diesen Jared wieder an die Oberfläche holen würde, wäre wohl der Tag, an dem ich endlich wieder frei sein konnte. Dieser Gedanke zauberte mir ein Lächeln auf die Lippen, während ich die letzten Meter überwand und den Bahnhof ansteuerte.
Ich hatte Elijah versprochen, mich mit ihm zu treffen und obwohl mir bei dem Gedanken ganz flau im Magen wurde, wusste ich, dass ich gar keine andere Möglichkeit hatte. Er wusste, wo ich wohnte, wo ich arbeitete und sogar meine Telefonnummer. Wenn ich nicht nur mit einem Rucksack bepackt das Land verlassen wollte, musste ich Elijah wohl oder übel irgendwie dazu bringen, mich in Ruhe zu lassen. Und als ob das Universum mich gehört hätte, ertönten plötzlich Motorengeräusche. Erschrocken fuhr ich herum, als auch schon drei Bikes direkt auf mich zu fuhren. Mein Blick huschte zu der Anzeigetafel des kleinen Bahnhofs, aber selbst wenn ich einfach irgendeinen Zug genommen hätte, um den heranrollenden Bikern zu entkommen, wäre in den nächsten fünf Minuten keiner vorhanden gewesen. Und so blieb mir nichts anderes übrig, als seufzend die Arme vor der Brust zu verschränken und an Ort und Stelle zu verharren, bis die Biker direkt vor mir zum Stehen kamen.
Dunkelgrüne Augen fixierten mich, als Blake seinen Helm abnahm und ihn mir entgegen hielt. Bewegungslos starrte ich ihn an, ehe mein Blick zu den anderen zwei Bikern fiel, die ich unter ihrer Kluft aber nicht erkennen konnte.
„Augen auf mich, Babygirl." Blakes dunkle Stimme allein ließ eine Gänsehaut über meinen Körper wandern. Wieso zur Hölle hatte dieser Kerl nur so eine Wirkung auf mich? Ich kannte ihn gerade mal einen Tag!
„Was soll das hier?" Innerlich verfluchte ich mich dafür, dass meine Stimme so leise klang. Wo war nur meine Selbstsicherheit? Mein Blick traf wieder den von Blake, als dieser sich nach vorne beugte und seine Hand in meine Richtung streckte. Obwohl ich es nicht wollte, zuckte ich leicht zusammen. Kurz hielt Blake in seiner Bewegung inne, ehe er doch seine kalten Finger an meine Wange legte. Schmerz zuckte durch meinen Körper.
„Wer war das?" Eine unterschwellige Drohung lag in Blakes Stimme, während seine Augen sich dunkler zu verfärben schienen. Verwundert sah ich ihn einfach nur an. „Deine rechte Gesichtshälfte ist rot und blau, Darling. Also ... Sag mir, wer dafür sterben muss?"
Erschrocken riss ich die Augen auf.
Sterben?
Nur über meine Leiche!
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Skylar - Sei mein
Storie d'amoreSeit Jahren ist Skylar allein und genau das ist es auch, was sie will. Schließlich hat sie in der Vergangenheit genug durchgemacht, um nicht mehr allzu leicht vertrauen zu können. Doch als endlich alles wieder gut zu werden scheint, taucht ihr Brude...
