Das erste Duell

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Lisa befand sich nun in den letzten Monaten ihrer Schulzeit und war dadurch extrem eingebunden. Ich besuchte nun ebenfalls öfter die öffentliche Schule und leitete nebenbei meine Firma. Allerdings nur halbtags, denn sonst würde ich überhaupt nicht mehr mit dem Schulstoff klarkommen. Alles in allem sorgten diese Umstände dafür, dass wir uns selten sahen. Und wenn wir uns dann mal trafen, dann fuschte Mokuba mir ins Handwerk oder etwas mit der Firma kam dazwischen. So kam es, dass ich mit ihr zwar schon über ein Jahr zusammen war (wir umschifften das Thema Verlobung jedes Mal gekonnt), wir aber übers Hände halten nicht hinaus gekommen waren. Ich hatte mehrfach versucht, sie zu küssen. Doch erwischte ich immer den falschen Zeitpunkt. Es war einfach zum Verrückt werden. Allerdings lies ich es mir, an den Tagen, an denen wir uns trafen nicht nehmen, sie von der Schule abzuholen. Ihr strahlendes Lächeln, wenn sie mich vor der Schule entdeckte, entschuldigte so vieles. Außerdem wurde ich jedesmal mit einem sanften Wangenkuss von ihr begrüßt.

Dennoch war ich stolz auf sie, als sie in meiner Schule als Abschlussprüfung auftrat und mir Joey Wheeler, der blonde Loser meiner Klasse auf die Schulter klopfte und sagte. „Jo, Kaiba Mann. Deine Freundin hat echt was auf'n Kasten.", „Natürlich, sonst wäre sie ja nicht meine Freundin.", schoss ich zurück und grinste. Nach ihrer Aufführung waren wieder in unser Klassenzimmer gegangen.
Yugi, der Kleinste in meiner Klasse und mit der außergewöhnlichsten Frisur die ich je gesehen habe, nickte seinem Freund zu und lobte ebenfalls meine Freundin. „Wird sie das eigentlich fortführen? Singen meine ich.", ergänzte er. „Das weiß ich eigentlich gar nicht. Sie liebt zwar die Musik, aber was ihr Plan für nach der Schule ist, habe ich keine Ahnung.", erklärte ich und nahm dann im Klassenzimmer demonstrativ mein Buch aus der Tasche. Ich wollte mit diesen Losern nichts zu tun haben und nur mein eigenes Ding machen.

Ich hatte mehrfach beobachtet wie der kleine Yugi seinem Freund versuchte, Duel Monsters beizubringen. Und dieser Wheeler raffte es einfach nicht. Mir jedoch fiel auf, dass Yugi eventuell zu einem gefährlichen Gegner werden könnte. Denn seine Züge waren mehr als ausgeklügelt.

„Ach Joey, bist du mit deinen Gedanken immer noch bei dem Auftritt?", hakte Thea, ein Mädchen aus meiner Klasse mit Bob Haarschnitt, nach. Sie war jetzt erst zu in den Klassenraum gekommen und hatte nichts vom ursprünglichen Gespräch mitbekommen.

„Klaro. So was sieht man eigentlich nur, wenn man viel Geld bezahlen muss. Und wir haben das Gratis bekommen. Und zusätzlich dazu auch noch zwei Freistunden. Das nenne ich Jackpot, Alter.", erklärte er und legte dann eine weitere Monsterkarte auf das Feld. Und wieder verlor er. „Joey. Wie oft soll ich dir denn noch sagen: Pass auf das Verhältnis von Monsterkarten zu Zauber- und Fallenkarten auf.", maßregelte Yugi seinen Freund höflich. „Ja... Aber ich hab leider keine guten Karten.", stöhnte Joey. Sein bester Freund Tristan nahm ihn in den Schwitzkasten und sagte gehässig: „Wenn du dich nur auf Monster verlässt, wirst du nie gewinnen.". „Ja, das weiß ich selber, Hohlbirne.", motzte Joey und befreite sich aus seinem Griff. „Wenn du Probleme beim Deckaufbau hast, dann komm doch heute Nachmittag mit zu uns. Mein Großvater hat die verschiedensten Karten und vielleicht zeigt er uns ja auch seine super seltene Karte.", meinte Yugi, während er seinen Platz wieder aufräumte.

‚Super seltene Karte?', dachte ich verzückt. Ich war in den letzten Jahren noch mehr zum leidenschaftlichen Sammler geworden. Und da wurde mein Sammlerohr natürlich hellhörig. In Gedanken ging ich meinen Tagesplan durch und stellte fest, dass ich heute einen freien Nachmittag hatte. Das hieß für mich, dass ich diese seltene Karte erwerben konnte. Mit Geld ging schließlich alles.

Am Nachmittag fuhr ich mit meiner Limousine und einen Aktenkoffer voll Karten zu dem kleinen Spieleladen von Yugis Großvater. Ich kannte diesen Laden, sah ihn aber nicht als Konkurrenz an. Immerhin verkaufte er auch Spiele meiner Firma, sodass ich nie ernsthaft in Erwägung gezogen hatte, ihn aufzukaufen.

Das Herz des Seto KaibasGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt