Amazonen gegen einen Gott

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„Kam dir Lisa auch merkwürdig vor?", fragte Mokuba. „Ein wenig. Seit diese Götter aufgetaucht sind, verhält sie sich komisch.", erklärte ich. „Im Moment gehen oft die Pferde mit ihr durch. Du solltest auf sie aufpassen, so wie sie auf dich.", sagte Mokuba und lies mich alleine. Hatte mein Bruder recht? Würde sie etwas unüberlegtes tun nur um ihre Freunde zu beschützen? Auch wenn es mir nicht gefiel, dass sie so gut mit Yugis Freunde klar kam, so musste ich es dennoch akzeptieren. Und diese Mai war eine ihrer engsten Freundinnen. Nicht umsonst zog Mai Lisa oft genug mit unserer Beziehung auf. Die beiden kannten sich schon eine ganze Weile. Ich glaub, kennengelernt hatten sie sich auf einer Reise, als Lisa mit ihrem Chor auftreten sollten. Mai musste auf diesem Schiff arbeiten. Lisa erzählte mir, dass sie dort ins Gespräch kamen und sich anfreundeten. Sie waren oft einer Meinung und verstanden sich blendend. Auch wenn Mai nie verstehen konnte, wieso Lisa mit mir zusammen war. Aber die Meinung der anderen war mir schon immer egal. Ich war mit ihr zusammen und nichts konnte daran etwas ändern.

Gerade betrat Lisa mit genau eben jener Mai den Auslosungssaal. Sie redete aufgeregt auf ihre Freundin ein, während diese ein verkniffenes Gesicht machte. „Er ist ein Vollidiot, wie oft muss ich dir das noch sagen?", fragte Lisa Mai. „Ach komm, ich brauch deine Almosen nicht.", konterte die. „Au, wofür war das denn jetzt?", fragte sie nach und rieb sich den Arm, nachdem Lisa sie geboxt hatte. „Das war für die Almosen. Du bist meine Freundin, ob du das akzeptierst oder nicht. Ich hab dich gern.", erklärte Lisa und stellte sich dann provokativ neben Mai. Mai seufzte und ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen. „Ach komm her.", rief sie dann und umarmte meine Freundin fest. „Ich hab dich auch richtig gern. Du verrückte Nudel. Keifst einfach mal so Marik an und bietest ihm die Stirn.", lachte Mai. „Der hat's verdient.", sagte Lisa achselzuckend.

Erneut wurden die Duellanten gezogen und dieses Mal würden alle Duelle feststehen, denn es waren nur noch Mai, ich, der echte Marik und der unbekannte achte Duellant im Rennen. Doch bevor die Kugeln ihren Weg gefunden hatten, kam Yugi mit seinen Freunden in den Saal. „Hey, wir kommen doch nicht zu spät, oder?", rief Wheeler. „Nein, Joey. Mai wurde schon ausgelost.", antwortete Mokuba, der oben auf der Bühne neben dem Automaten stand. Mai drehte sich um und wollte den Saal verlassen. „Mai, willst du gar nicht wissen, gegen wen du spielst?", fragte Wheeler nun an sie gewandt. „Es ist mir egal. Ich mache jeden Gegner platt. Und das auch ohne euch. Ich habe keine Freunde!", rief sie. „Hey!", kam der Einwand von meiner Freundin. „Ich habe eine Schwester, die mir alles bedeutet. Aber Freunde hab ich keine. Also lasst mich einfach in Ruhe.", antwortete sie und verlies den Saal. „Mai...", flüsterte Lisa. Dann starrte sie Wheeler wütend an und rief ihn zu sich. „Joey. Komm mal her.", meinte sie. ‚Na das wird lustig.', dachte ich vergnügt und verschränkte die Arme vor der Brust . Ich kannte meine Freundin gut genug um zu wissen, was gleich geschehen würde. Joey beugte sich auf ihren Wunsch nach unten und schon hatte er einen Kopfnuss sicher. „Du bist so ein Vollidiot. Und was sollte die Lüge vorhin? Du hast ihr damit echt wehgetan.", wies sie ihn zurecht. „Aber Lisa...", begann dieser Loser. „Nichts aber. Entweder du entschuldigst dich bei ihr, oder du brauchst mich auch nicht mehr ansprechen.", konterte sie. Dann lief Lisa auf mich zu und sah mich fragend an. „Was?", fragte ich, da ich ihr fragendes Gesicht nicht wirklich deuten konnte. „Können wir hoch?", fragte sie stattdessen. „Klar.", antwortete ich.

Gemeinsam fuhren wir nach oben. Doch unterwegs hielt ich den Fahrstuhl an. „Was soll das Seto?", fragte Lisa und sah mich mit hochgezogener Augenbraue an. Ich drückte sie gegen die Fahrstuhlwand und küsste sie. Erst erschrocken, doch dann willig lehnte sie sich an mich heran und genoss den Kuss. „Wow.", flüsterte sie. „Lächle nie wieder einen anderen Mann so an, wie Odion vorhin.", verlangte ich. „Eifersüchtig?", fragte Lisa. Ein Blick in mein Gesicht reichte ihr als Antwort. „Wenn du mich jedesmal so küsst, dann werde ich das natürlich weiterhin tun.", grinste sie. „Du kleines Biest.", knurrte ich und küsste sie erneut. Doch ich wusste wie sie es meinte und entspannte mich. Sie hatte es verstanden.

Das Herz des Seto KaibasGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt