„Das werden wir ja sehen, wer von uns hier der Verlierer ist! Aber zuerst sollten wir mal mit der Zeit gehen, oder was meinst du? Ich mein, diese Vulkanlandschaft ödet mich echt an.", erklärte Noah zähneknirschend und schnipste erneut mit den Fingern. Das Meer um uns herum verzog sich und Blumen begannen zu wachsen. Um uns herum erschien ein Prähistorischer Wald, nur die Erhebungen, die zuvor die Inseln zwischen der Lava waren blieben bestehen. So auch die von meiner Freundin, die damit immer noch zwischen mir und Noah stand.
„Und nun bist du am Zug. Aber wähle weise, Seto.", meinte Noah. „Ich werd dir gleiche meine Wahl zeigen. Passend zu deinem Urwald rufe ich nun den Geist des Ryu auf.", rief ich, denn durch Noahs Aktion waren all meine Monster verschwunden. „Und ich konterte mit einem Dinosaurier. Der wird dich das fürchten lehren.", erklärte Noah und griff meinen Drachen an. Doch während des Zuges sah ich aus dem Augenwinkel, dass Lisa die Möglichkeit nutzen wollte um wieder zu mir zu kommen.
„Na, was seh ich da. Los mein Saurier, zeig ihr wo ihr Platz ist.", rief Noah, der es ebenfalls mitbekommen hatte und griff einen Fleck vor Lisa an. Dann baute sich das Monster vor ihr auf und machte sich erneut Kampfbereit. Lisa, die untypischerweise verängstigt aussah, hob die Hände und trat einen Schritt zurück. „Ich sagte doch, während des Duells bleibt ihr zwei getrennt. Wagst du noch einen Versuch, wird dich mein Saurier ohne Rücksicht auf Verluste angreifen.", erklärte Noah. Lisa schluckte und nickte. „Alles klar. Ich hab verstanden. Aber nur so lange dieses dämliche Mistvieh hier ist.", erklärte Lisa zerknirscht und ging zurück auf ihre Insel.
„Ach sieh mal einer an. Deine Freundin hat Schiss vor Dinos. Wenn ich das schon eher gewusst hätte, hätte ich noch mehr Spaß mit ihr haben können.", lache Noah hämisch. „Jetzt mach endlich weiter!", rief ich dazwischen. Und schon hatte ich wieder Noahs Aufmerksamkeit bekommen. „Sehr gerne.", rief er. Doch sein nächster Zug blieb eine weitere Luftnummer. In der nächsten Runde spielte ich dank der besonderen Fähigkeit meines Deckmaster einen ranghöheren Drachen. Nämlich den Drachen der anderen Dimension. Doch ich übersah Noahs verdeckte Karte, sodass mein Drache vernichtet wurde.
„Jetzt werd ich euch ein paar Geschichtsdaten geben. Zuerst kam ein Meteoriteneinschlag.", erklärte Noah und spiele die passende Karte dazu. ‚Verdammt, die Einschläge fühlen sich verdammt real an.', dachte ich, während ich einen Arm vors Gesicht hielt, um mich zu schützen. „Nachdem die Welt sozusagen umstrukturiert worden war, kam die Eiszeit und nahm die Dinosaurier mit.", erklärte Noah und erschuf eine neue Eiszeit. Lisas Gefängniswärter verschwand, aber nun war sie von einer Eismauer umgeben. Noah meinte es also tatsächlich ernst, als er davon sprach uns getrennt zu halten. Er wollte mir wirklich alles nehmen, was mir lieb und teuer war.
„Aber mit der Eiszeit brach nun die Zeit der Mammuts an. Sieh dir seine Pracht an, Seto!", rief Noah. Und tatsächlich rief er ein Mammut. „Wenn du glaubst, ich wäre komplett ohne Schutz, dann hast du dich getäuscht. Dank der besonderen Fähigkeit meines Drachen, kommt er immer wieder zurück.", erklärte ich und konnte so den Angriff des Mammuts abblocken. Dann griff ich an und vernichtete sein Mammut mitsamt einem Großteil seiner Lebenspunkte. Das Blatt schien sich endlich zu meinen Gunsten zu wenden. „Ja, so geht das. Zeig ihm, wo der Hammer hängt!", rief Lisa und sprang euphorisch nach oben, so gut es ihr Fuß zuliess. Ich lächelte ihr zu und wurde dann wieder ernst. „Na, wo ist denn dein Großmaul hin? Hast du endlich mal kein Oberwasser mehr, so wirst du klein wie eine Kirchenmaus. Und du willst die Kaiba Corporation führen? Wenn du schon bei einem einfachen Kartenspiel den Schwanz einziehst.", provozierte ich ihn. Doch Noah hatte nur ein Lachen übrig.
„Weißt du Seto, nachdem ich mir sämtliches Wissen zu eigen gemacht hatte, begann ich meine Welt hier nach meinen Willen umzugestalten. Denn, seien wir mal ehrlich: Die damalige digitale Welt war voller Bugs. Das konnte ich doch besser gestalten. Und das bewies ich meinem Vater auch. Doch je länger ich hier drin war umso weniger Interesse zeigte er! Und der einzige Grund warst du! Dein Einzug hier her verbannte mich aus den Gedanken meines Vaters. Du hast mir meinen Vater weggenommen! Er liess mich links liegen und widmete all seine Aufmerksamkeit dir. Er bildete dich aus. Du bekamst all das, was eigentlich mir zu stand. Und das obwohl ich eine geniale Idee hatte, wie ich endlich wieder Teil der normalen Welt werden konnte. Die gesamte Welt sollte digitalisiert werden und alle sollten mit mir hier drin leben! Aber meinem Vater war das immer noch nicht gut genug. Nachdem ich ihm meinen Plan erklärte, liess er mich komplett links liegen. Nach diesem Gespräch sah ich ihn nie wieder. Und ich? Ich überwachte jeden deiner Schritte, denn ich wollte wissen, wer du eigentlich warst. Wer war derjenige, der mir alles nahm? Und dann, endlich bekam ich Gewissheit: Mein Vater bildete dich aus, damit ich eines Tages deinen Körper übernehmen konnte! Das musste die einzige Möglichkeit gewesen sein, wieso er mich so ignorierte. Und eine Verlobte bekam ich sogar noch gratis obendrauf. Alles begann sich zu fügen.", erzählte er.
„Die Verlobungskiste ist seit Setos Übernahme der Kaiba Corporation Geschichte und ich werd mich garantiert nicht nochmal in eine Verlobung drängen lassen. Kapiert!", rief Lisa und verschränkte die Arme vor der Brust. „Genau so sieht es aus. Und dein Vater liess dich links liegen, weil er gesehen hat, dass du trotz deines Wissens immer noch ein Versager geblieben bist. Und wenn Gozaburo etwas nicht leiden konnte, dann Verlierer und Menschen die seinen Standards nicht entsprachen. Es muss ja echt erlösend für ihn gewesen sein, dich in diesem digitalem Loch versauern zu lassen. Mit welcher Erfahrung willst du eigentlich meine Firma leiten? In der realen Welt bist du immer noch der Bengel von damals. Keine sehr guten Vorraussetzungen für mein Imperium.", erklärte ich. „Na und? Hier bin ich der König. Da wird das Leiten einer Firma wohl ein Klacks werden.", schoss Noah zurück. „Und du glaubst echt, du kannst diese Welt hier mit der da draußen vergleichen? Dort kannst du nicht mit dem Finger schnipsen und alles tanzt nach deiner Pfeife. Das wusste auch dein Vater. Er hat gesehen, dass du nicht in der Lage bist, überhaupt irgendwas zu leiten, deswegen liess er dich hier versauern.", meinte ich lässig. „Ich werde meinem Vater schon zeigen, dass ich das Zeug zu seinem Lieblingssohn habe!", rief Noah.
„Dann beenden wir dieses Duell endlich.", erklärte ich und rief nun ein zweites Monster. In der nächsten Runde würde ich ihn direkt angreifen und dann wars das endlich. Danach würde ich aus ihm heraus prügeln, wo er meinen Bruder gefangen hielt.
Noah spielte ein weiters Monster und beendete seinen Zug. Es schien so einfach. Mit meinem schwächeren Monster besiegte ich dieses und dann setzte ich mit meinem Drachen der anderen Dimension zum Angriff an. Doch dann geschah etwas, was ich nie gedacht hätte! Vor Noah erschien Mokuba und beschützte ihn. „Na Seto, was ist? Wieso greifst du nicht an? Der Sieg ist zum Greifen nah. Aber bevor du mich erwischt, musst du erst deinen Bruder angreifen. Sag ihm doch Mokuba, warum du mich beschützt.", sagte Noah hämisch. „Noah ist mein einziger Bruder. Ich muss ihn beschützen.", erklärte Mokuba seltsam emotionslos. Ich pfiff meinen Drachen zurück und rief: „Was hast du mit Mokuba angestellt?". „Ich? Gar nichts. Ich hab ihm lediglich die Chance gelassen zu entscheiden, auf welcher Seite er stehen möchte. Und er entschied sich für mich.", antwortete Noah. Mokuba liess die Arme sinken und stellte sich demonstrativ neben Noah.
‚Hatte Noah recht? War ich wirklich zu streng gewesen und zu gemein mit meinem kleinen Bruder umgegangen? Aber Mokuba hatte nie angedeutete, dass er mir das immer noch anlastete. Er stand doch immer auf meiner Seite.', dachte ich verwirrt.
„Du kannst froh sein, dass mich diese beschissene Wand davon abhält, dir deinen Arsch zu versohlen. Da ist unter aller Kanone und das weißt du auch. Man benutzt keine Menschen als Schutzschild. Und schon gar nicht kleine Brüder. Wenn ich hier rauskomme, dann werde ich dir zeigen, was es heißt sich mit der Kaiba Familie angelegt zu haben!", rief Lisa wütend. „Du wirst langsam lästig. Was meinst du, Mokuba. Sollen wir ihr einen kleinen Vorgeschmack geben, was es heißt, sich gegen uns zu stellen?", fragte Noah. Und mein kleiner Bruder nickte. Noah schnipste erneut und urplötzlich füllte sich Lisas Eisgefängnis mit Wasser. Ein paar Minuten musste Lisa Unterwasser verbringen, bis Noah sich erbarmte und sie wieder trocken legte. „Noch irgendwelche Einwände?", fragte er. Lisa hustete ein paar mal und nickte. „Ja. Aber die spar ich mir für später auf. Deine Aktion zeigt doch nur, wie Recht Seto hat. Du bist der realen Welt überhaupt nicht gewachsen.".
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Das Herz des Seto Kaibas
RandomMan kennt ihn als egoistischen und egozentrischen Geschäftsmann, der noch dazu ein herausragender Duellant ist. Doch wer ist er eigentlich wirklich? Was denkt Seto, wenn er sich mit Yugi duelliert und was wäre wenn Seto eine Freundin hätte und er di...
