„Seto, wach auf... bitte.", hörte ich ihre Stimme langsam in mein Bewusstsein dringen. Ich merkte, dass in einem Keller saß und von fast kompletter Dunkelheit umhüllt war. Aber ich stand doch eben noch in einer Duellarena. Wieso war ich einem Kerker? Und wieso stand Lisa, nun wieder in ihren normalen Sachen vor den Gitterstäben? Ich sah nach oben und erblickte ihr Gesicht. Allerdings war es von Tränen verschmiert.
„Seto? Seto!", rief sie aus und wischte sie Tränen vom Gesicht. Langsam stand ich auf und nahm ihre Hände in meine. „Lisa, du hier?", fragte ich mit schwacher Stimme. „Ich hab schon gedacht, dass du gar nicht mehr aufwachst. Das Duell zwischen Yugi und Pegasus ist schon eine Weile vorbei.", erklärte sie. „Wo sind wir hier eigentlich? Und was meinst du mit, Duell zwischen Yugi und Pegasus?", fragte ich. „Nach deinem Duell mit Pegasus hat man deinen Körper hier herunter gebracht gebracht. Weit weg, von dem von Mokuba. Ihn konnte ich leider nicht finden, aber ich vermute, dass Tristan sich auf die Suche nach ihm gemacht hat. Yugi schwor Pegasus, dass er bei seinem Duell nicht nur um seinen Großvater spielte, sondern um dich und deinen Bruder. Yugi darf sich jetzt übrigens König der Spiele nennen.", erklärte Lisa. „Mhm... können wir hier verschwinden? Und wie kommen wir hier raus?", fragte ich und betrachtete das Schloss. Mir war immer noch ein wenig mulmig zu mute. Aber ich wollte endlich von dieser Insel weg. „Ich hab immer noch keine Haarnadeln, falls du daran denkst. Aber dafür den Schlüssel.", grinste Lisa, zeigte stolz diesen und schloss das Tor auf. „In Ordnung. Am besten warten wir im Burghof auf die anderen. Das ist der einzige Ort hier an dem jeder vorbei muss.", erklärte Lisa und öffnete die schwere Eisentür. Gemeinsam liefen wir die vielen Treppenstufen nach oben. Ab und zu musste ich innehalten, da ich mich immer noch etwas schlapp fühlte.
„Hast du eigentlich einen Plan, wie wir von dieser Insel kommen?", fragte mich Lisa, die hinter mir lief. Ich drehte mich zu ihr um und grinste. „Natürlich. In der Regel habe ich immer einen Plan. Sobald wir im Burghof angekommen sind und meinen Bruder gefunden haben, fliegen wir mit meinem Helikopter nach Hause.", erklärte ich. „Was hast du?", fragte ich, als ich ihr Gesicht sah. Sie war ein wenig blass um die Nase geworden. „Nichts schlimmes. Ich bin nur kein großer Fan vom Fliegen.", erklärte sie und lehnte sich dann an die Wand. Ich stellte meinen Koffer ab, ging zu ihr und legte ihr meine Arme um. „Wir sind in knapp einer Stunde Zuhause. Und ich werd die ganze Zeit an deiner Seite sein. In Ordnung?", flüsterte ich. Sie sah mich an und nickte. Ich lehnte mich noch näher an sie, denn gerade hatte ich das dringende Bedürfnis ihre Nähe zu spüren. Ich legte meine Lippen auf ihre und küsste sie, wie ein Ertrinkender, der nach Luft schnappte. Sie hatte mir in der Einsamkeit so sehr gefehlt. Sie erwiderte meinen Kuss und wir bekamen eine neue Dimension zu spüren. Etwas neues baute sich in mir auf und ich spürte, wie mein Blut sich eine Etage tiefer sammelte.
Ich unterbrach den Kuss, denn ich wollte unserer erstes Mal nicht hier verbringen. An einem Ort, mit dem ich nur schreckliches verband.
Hand in Hand gingen wir auf den Burghof auf den Rest der Truppe, die meinen Bruder bei sich hatte. Der Helikopter war auch schon gelandet. Und da endlich: Mein kleiner Bruder lief strahlend auf mich zu. Ich umarmte ihn und war noch nie so glücklich gewesen, wie in diesem Moment. Ich hatte ihn endlich wieder. Meinen Bruder. Und ich würde ihn ab sofort besser beschützen, das schwor ich mir.
„Danke Kaiba, dass du uns mit nach Hause nimmst.", stellte Wheeler klar, als er den Helikopter entdeckte. „Wer sagt denn, dass der für euch hier ist?", fragte ich, nachdem ich meinen Bruder losgelassen hatte. „Großer Bruder, jetzt sei mal nicht so. Sie haben mich aus diesem Verlies rausgeholt. Da können wir sie ruhig einmal mitnehmen.", meinte Mokuba und lächelte mich an. „Mhm... das ist ein Argument.", murmelte ich und sah dann zu meiner Freundin. Doch sie lächelte Yugi zu. Wobei es schien, als würde sie jemanden neben Yugi zulächeln. Doch nach einem Zwinkern war der Moment schon wieder vorbei. „Herzlichen Glückwunsch zum Sieg.", sagte sie zu Yugi. Ich drehte mich ebenfalls zu ihm um und bedankte mich. Dafür dass er alles riskiert hatte um meinen Bruder und mich zu retten. „Allerdings müssen wir unser Duell noch einmal wiederholen. Es hatte nicht unbedingt einen richtigen Abschluss.", erklärte ich. Lisa bemerkte zuerst Mokubas fragend Blick und beugte sich zu ihm herunter. „Was hält's du davon, wenn ich dir bis ins kleinste Detail erzähle, wie dein Bruder sich wie ein Volldepp benommen hat. Am Besten erzähle ich dir das bei einem Eis. Was meinst du?", fragte sie mit einem sanften Lächeln auf den Lippen. „Au ja.", freute sich Mokuba und umarmte sie stürmisch. „Weißt du, großer Bruder, dass Lisa sich ganz alleine auf die Suche nach mir gemacht und mich sogar versucht hat, vor Pegasus Schergen zu verteidigen. Sie ist echt toll. Ich hab die besten großen Geschwister, die man haben kann. Hoffentlich heiratet ihr bald, dass Lisa immer zu unserer Familie gehört.", rief er euphorisch raus. Lisa und ich wurden rot und ich beschloss dieses peinliche Gespräch zu beenden.
„Kommt, fliegen wir alle nach Hause.".
Ja, ich weiß. Dieses Kapitel war etwas kurz, aber leider ging das von den vorherigen Spannungspunkten nicht anders mit aufteilen.
Im nächsten Kapitel geht es mit dem großem Komplex des Battle City Turniers weiter. Natürlich werden wir im nächsten Kapitel auch Ishizu Ishtar kennen lernen.
Ich hoffe, ihr bleibt weiterhin dabei und genießt meine Version von Setos Sichtweise :)
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Das Herz des Seto Kaibas
RandomMan kennt ihn als egoistischen und egozentrischen Geschäftsmann, der noch dazu ein herausragender Duellant ist. Doch wer ist er eigentlich wirklich? Was denkt Seto, wenn er sich mit Yugi duelliert und was wäre wenn Seto eine Freundin hätte und er di...
