Als ich wieder zu mir kam, lag ich, wie die anderen auch, auf einer sehr schlecht designten Wiese. Nichts hier war auch nur annähernd so gut geschrieben, dass man es für ernst nehmen könnte. Wir waren in einer extremen billigen Kopie meines Cyperspace gelandet. Ein Blick auf Lisa zeigte mir, dass sie es ebenfalls erkannt hatte. „Die haben es immer noch hinbekommen, dass ich mich normal fühlen könnte.", meinte sie mit grimmiger Miene und verschränkten Armen. Ein Blick auf ihren Fuß bestätigte ihre Aussage. Damals hatte ich mir die größte Mühe gegeben, sie wieder normal laufen lassen zu können. Doch war ich daran gescheitert. Und hier war dasselbe Problem aufgetreten. Sie humpelte immer noch. Sehr zu ihrem Unmut. Die anderen jedoch waren begeistert von der Welt um sich herum und konnten kaum an sich halten.
„Was zur Hölle kommt denn da auf uns zu?", rief Duke und zeigte auf Bäume, die sich bewegten. Dazu erklangen noch laute Schritte. Hinter den Bäumen kam nun ein gewaltiger Dinosaurier hervor und knurrte uns an. Die Losertruppe wollte weglaufen, doch ich blieb stehen. Lisa stellte sich neben mich und gemeinsam liessen wir den Angriff über uns ergehen. Wobei über uns falsch formuliert ist. Die Klaue des Sauriers ging einfach durch uns beide durch.
„So schlecht gemacht. Das habe ich ja besser geschrieben, als der kleine Scheißer noch in die Windeln gemacht hat.", kommentierte ich die Aktion. Thea ging derweil auf die Knie und versuchte eine Blume anzufassen. Doch auch dort ging ihre Hand durch. „Ich hab doch gesagt, dass das alles hier ein Hologramm ist.", erklärte ich erneut und zog eine Augenbraue nach oben. Wieso musste man diesen Losern eigentlich immer alles doppelt erklären? Lisa lächelte mich wissend an, doch bevor sie etwas sagen konnte, riss uns ein Schrei von Thea aus unserem Augenblick. Wir sahen hin und erkannten den Grund.
„Sag mal, Kaiba hast du dich umgezogen oder was?", rief Wheeler, der ebenfalls dorthin sah. Dort stand ich. Oder zumindest eine Hologramm-Kopie von mir in meinem alten Outfit, welches ich im Königreich der Duellanten trug. „Ach das ist nichts besonderes. Ich habe früher oft virtuelle Kopien von mir angefertigt um mich zu messen. Wer hätte sich denn damals besser dafür geeignet als ich selbst?", erklärte ich achselzuckend. „Sag mal, Seto. Musstest du eigentlich irgendwas kompensieren oder so?", fragte Lisa mich. Ich sah sie nur schräg an und schon wurde sie rot. Musste sie das tatsächlich nach der letzten Nacht fragen?
„Ja, ist gut... Ich zieh die Frage zurück.", erklärte sie, während sie so rot wie eine Tomate wurde.
„Mit dem virtuellen Kaiba werden wir euch nun die Duellregeln erklären. Wie ihr sehen könnt, wird er sich mit Abwehrschogun duellieren. Wir haben ein neues System eingeführt. Dort werdet ihr einen Deckmaster wählen. In unserem Fall wählt der virtuelle Kaiba den weißen Drachen mit eiskalten Blick, während der Abwehrschogun sich selbst spielt.", erklärten die Big Five. Wir sahen mir zu, wie ich dank der besonderen Eigenschaften meines Deckmaster innerhalb eines Zuges meine drei weißen Drachen rufen und auch fusionieren konnte. So hatte mein virtuelles Ich nun den Ultradrachen auf seinem Feld. Natürlich griff Ich an doch da zeigte sich die besondere Fähigkeit des Abwehrschogun. Dieser konnte mit seiner besonderen Deckmasterfähigekeit eine Abwehr errichten und den Angriff auf meinen Drachen zurückschleudern. Der Drache wurde vernichtet und so auch der Deckmaster. Damit war das Duell für mein virtuellen Ich verloren und das Hologramm verschwand. „Und das wird bald mit dem echten Kaiba passieren.", lachten die Big Five, die gemeinsam sprachen. „Also haben die Deckmaster alle unterschiedliche Fähigkeiten?", fragte Yugi in die Runde, wobei es mehr wie eine Feststellung klang. „Genau so ist es.", bestätigten die Big Five.
Die Wiese/Wald/was auch immer Billig Kopie verschwand um uns herum und wir befanden uns wieder in der großen Halle. „Wow, wie sind wir denn jetzt wieder hergekommen?", fragte Wheeler. „Ihr habt diesen Raum nie verlassen. Das eben gesehene war alles nur eine Illusion. Doch bald beginnt der virtuelle Alptraum und dort wird nichts so sein, wie ihr es euch vorstellt.", lachten die Big Five. „Und wie verdammt noch mal stellt ihr euch das alles vor, ihr Vollidioten in Nadelstreifenanzügen?", wetterte ich. „Wir werden uns nach und nach mit jedem einzelnen von euch duellieren und die ersten fünf Verlierer werden hier im Cyberspace gefangen bleiben, so wie wir einst. Wir werden dann eure Körper übernehmen und endlich ein neues Leben beginnen.", erklärten diese Mistkerle, die wieder vor uns aufgetaucht waren, sich aber nun überdimensional darstellten.
„Alles klar, dann bin ich ja raus. Ich werde mich einfach standhaft weigern mich mit euch zu duellieren. Und da könnt ihr euch auf den Kopf stellen. Ich werde keine Dueldisk tragen und mich schon gar nicht auf dieses beknackte Spiel einlassen.", schoss Lisa in deren Richtung. „Na das wollen wir mal sehen.", lachten die Big Five. „Lisa hat Recht. Wir sind zu überhaupt nichts verpflichtet!", rief Wheeler. Und die anderen begannen nun auch, sich gegen die Big Five zu verschwören. „Gemeinsam seit ihr stark, was? Mal sehen wie sich das verhält, wenn wir euch trennen.", lachten diese Dreckskerle und liessen einen nach dem anderen im Boden verschwinden.
„Habt ihr eigentlich eure Eier im Cyberspace verloren oder was, dass ihr euch so feige hinter etwas verstecken müsst?", giftete Lisa in deren Richtung. „Wir sollten dich einfach in die Wüste schicken!", beschlossen diese Kerle und schon tat sich unter meiner Freundin ebenfalls der Boden auf. „Seto!", rief nun Mokuba und klammerte sich an mir fest. Keine Sekunde zu spät, denn nun erschien auch unter uns ein Loch und wir fielen.
Als ich zu mir kam, lag ich auf einem sehr erdigen Boden und mir brummte der Schädel. „Seto?", fragte Mokuba vorsichtig. „Bin wach.", kommentierte ich und stand langsam auf. Erneut befand ich mich in einem virtuellen Wald. Doch dieser hier war komplett anders als der von vorhin. Es roch sogar nach Wald und ich glaubte sogar Vogelgezwitscher zu vernehmen. „Wo sind wir hier?", fragte Mokuba. „In einem Wald?", gab ich zurück. „Seit wann besitzt du denn Humor?", hakte Mokuba mit hochgezogener Augenbraue nach. „Ich hatte schon immer Humor, aber war immer zu beschäftigt dafür. Aber ehrlich... Ich hab keine Ahnung wo wir sind und wo sich Lisa befinden könnte.", erklärte ich. „Meinst du sie kommt zurecht?", fragte Mokuba. „Ach, da mache ich mir keine Sorgen. Sie hat ihren klaren Standpunkt und den wird keiner von diesen Vollidioten ändern können. Sie wird hier wohl die Einzige, außer uns sein, die zurecht kommt. Auf welche Weise auch immer.", erklärte ich. (Später erfuhr ich, dass die Big Five Lisa tatsächlich in eine virtuelle Wüste geschickt hatten, sehr zu ihrem Unmut)
„Also suchen wir jetzt einfach einen Ausgang?", fragte Mokuba. „Für den Anfang wäre das tatsächlich eine gute Idee.", bestätigte ich und gemeinsam liefen wir durch diesen Wald. Ich war erstaunt, wie echt es hier wirkte. Das hätte ich denen gar nicht zugetraut. Und diesem Drei-Käse-Hoch von Noah sowieso nicht. Irgendjemand mischte hier noch mit. Ich wusste nur noch nicht wer.
„Sag mal, Seto. Was bezwecken die alten Kerle denn damit?", fragte Mokuba und hielt kurz an. „Ich vermute mal, dass sie sich an mir rächen wollen. Immerhin hab ich sie damals, nach dem Königreich der Duellanten auf die Straße gesetzt.", sagte ich. „Und dieser Noah?". „Der wird wie alle anderen das haben wollen, was mir gehört! Aber da hat er sich mit dem Falschen angelegt. Niemand stiehlt mir meine Firma, meinen Körper oder sonst etwas. Nicht so lange ich noch bei klarem Verstand bin!", erklärte ich und ballte die Fäuste. „So kenne ich meinen Bruder!", staunte Mokuba und lief weiter.
„Hey Seto! Sieh mal, da!", rief Mokuba nach ein paar Schritten. Ich sah in die Richtung, in die er zeigte und war erstaunt. Dort befand sich eine Tür.„Meinst du das ist ein Notausgang?", fragte er mich. „Keine Ahnung.", antwortete ich. „Dann geh ich mal nachsehen!", erklärte mein kleiner Bruder und lief vor. „Hey, Mokuba. Nicht so schnell.", rief ich und rannte ihm hinterher.
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Das Herz des Seto Kaibas
RandomMan kennt ihn als egoistischen und egozentrischen Geschäftsmann, der noch dazu ein herausragender Duellant ist. Doch wer ist er eigentlich wirklich? Was denkt Seto, wenn er sich mit Yugi duelliert und was wäre wenn Seto eine Freundin hätte und er di...
