Wir warteten ein paar Stunden, bis Yugi endlich den Weg hierher fand. „Kaiba, Lisa. Wartet ihr auf uns?", rief Yugi uns zu. „So was in der Art.", antwortete Lisa, die sich aus der Umarmung von Tristan schälte. Doch kaum war sie frei, wurde sie schon von Wheeler umarmt. „Hey, lasst ihr mal meine Freundin in Ruhe.", rief ich. „Freundin?", fragte Thea und sah mich stirnrunzelnd an. Sie war ebenfalls eine derjenigen gewesen, die mir in der Schule schöne Augen gemacht hatte. ‚Als ob ich mich für dich interessiere. Neben meiner Freundin verblasst du nur.', dachte ich grimmig.
„Seto. Ist in Ordnung. Wie es scheint, habe ich bei den beiden einen bleibenden Eindruck hinterlassen.", entschärfte sie die Situation. Tristan schlug ihr freundschaftlich auf die Schulter und lachte. „Den auf alle Fälle.", rief er lachend. „Ich freu mich schon, dich meiner Schwester vorzustellen. Sie kann eine Menge von dir lernen.", meinte Joey nur grinsend. „Ich freu mich auch auf sie. Und ich hoffe inständig, dass sie nicht so ist wie du.", kicherte Lisa. Doch Wheeler verstand den Witz mal wieder nicht und hakte blödsinnig nach.
Ich lies die drei links liegen, denn ich hatte wichtigeres zu regeln, als diesem Geplänkel zu folgen. Ich trat einen Schritt auf ihn zu und sagte: „Yugi. Ich fordere dich zum Duell heraus! Deine fünf Sterne gegen meine.". Und dabei zeigte ich ihm meinen Duellhandschuh. „Kaiba... Ich kann nicht. Ich muss mich mit Pegasus duellieren und es gibt keine Möglichkeit mehr für mich, wenn ich verlieren sollte, neue Sterne zu sammeln. Sämtliche Duellanten sind schon abgereist. Also nein, Kaiba. Ich nehme deine Herausforderung nicht an.", erklärte Yugi. „Dann bist du feige.", provozierte ich weiter. „Feige? Der Einzige, der feige ist bist du.", rief Thea dazwischen. „Du mischt dich hier nicht ein.", wies ich sie zurecht. „Ja, Yugi ist feige. Eine Herausforderung auszuschlagen ist mehr als feige. Du hast wohl Angst, das du mich ohne deine Exodia nicht besiegen kannst. Und dieses Mal werden wir uns auf Augenhöhe duellieren, denn auch ich habe endlich einen Grund dazu!", sagte ich. Und dann geschah es schon wieder. Yugis gesamte Haltung änderte sich und in seinem Blick sah ich diesen ganz speziellen Kampfgeist. „Dir werde ich zeigen, dass ich dich mit dem Deck meines Großvaters ohne Exodia besiegen kann.", sagte er. „Gut. Dann nimm das hier. Wir werden uns mit meiner Duel Disk duellieren.", erklärte ich und warf ihm eine zu.
Wir nahmen unsere Kampfposition ein und ich gab ihn kurz eine Einführung in die Benutzung der Duel Disk. Dann warfen wir unsere Sterne in die Mitte und unser Duell begann.
Bevor ich meinen ersten Zug machte, sah ich zu meiner Freundin. Doch ihr Blick war erneut auf den veränderten Yugi gerichtet. Und die Stirnfalte in ihrem Gesicht verriet mir, dass sie über etwas nachdachte. Diesen Blick hatte sie schon bei meinem letzten Duell mit Yugi drauf gehabt. Was hatte es damit nur auf sich?
Doch damit würde ich mich später befassen. Jetzt musste ich das letzte Hindernis erst einmal beseitigen. Hatte ich Yugi erst einmal besiegt, dann war mein Weg frei zu Pegasus. Dann konnte ich endlich meinen kleinen Bruder befreien.
Yugi und ich lieferten uns ein hartes Duell und mal schien es als hätte ich die Oberhand und mal als hätte Yugi sie. Ich sah meine Chance ihn zu schlagen, als ich meine drei weißen Drachen zu einem gewaltigen Drachen fusionierte. Ich lies ihn angreifen und sah mich schon gewinnen. Doch ich hatte Yugis verdeckte Kartenkombination nicht mit einkalkuliert. Es war eine Falle, die meinen Drachen mit dem Element Licht mit einem Monster des Elements der Finsternis fusionierte. Dadurch begann mein Drache von innen heraus zu verrotten und er verlor seine Angriffspunkte. Sie fielen so tief das ein Angriff seines schwarzen Magiers ausreichte um den Drachen zu besiegen und meine Lebenspunkte auf null zu bringen. Es schien, als wäre meine Niederlage aussichtslos. Ich sah nur noch einen Ausweg. Ich musste Yugi zwingen, mich nicht anzugreifen. Und so steig ich auf die Brüstung der Burg und drohte, mich hinab zu werfen, wenn er mit seinem Elfenschwertkämpfer angriff. Kurz stockte Yugi, doch es war jemand anders der sich einmischte.
„Hast du eigentlich noch alle Tassen im Schrank?", rief sie und funkelte mich wütend an. „Mir ist jedes Mittel recht.", konterte ich. Sie verkniff sich etwas zu sagen und drehte sich wütend um. Doch dann tat sie etwas, was ich nicht gedacht hätte. Sie wollte mich erneut verlassen. „Wo willst du hin?", rief ich. „Ich gehe, wie du siehst Seto. Ich werde mir nicht weiter ansehen, wie du dich wie ein Volldepp aufführst. Wenn du der Meinung bist, wegen einem bekloppten Spiel dein Leben weg zuschmeissen dann bitte! Aber damit ist Mokuba auch nicht geholfen. Hast du schon mal daran gedacht, dass es noch mehr Möglichkeiten geben könnte, als dieses bekloppte Spiel? Pegasus lässt dich wie eine Puppe tanzen und du merkst es nicht einmal. Nein, du spielst auch noch sein krankes Spiel mit und setzt das höchste Gut ein, was ein Mensch haben kann. Dein Leben. Ich hätte gedacht, das du schlauer bist. Aber du bist verbohrt und siehst nicht, welche Möglichkeiten dir noch zur Verfügung stehen. Das ist nicht nur dumm sondern auch noch extrem dämlich.", wies sie mich zurecht. Darauf wusste selbst ich nichts mehr zu sagen. Sprachlos sah ich sie an. Tief in meinem Herzen wusste ich, dass sie Recht hatte. Aber welchen Weg sollte ich denn noch gehen um Mokuba zu retten? Das hier war der Einzige.
Da ich nichts erwiderte, schüttelte sie den Kopf und ging. Kurz wurde sie von Bandit Keith aufgehalten, der sich mein Duell ebenfalls ansah. Er sagte etwas zu ihr, doch auch ihm musste sie wohl die Meinung geigen, denn sein Lächeln verschwand und beschämt sah er zur Seite. Dann lies sie ihn ebenfalls stehen und ging weiter, bis ich sie nicht mehr sah.
„Na das nenn ich mal ne Ansage.", lobte Tristan sie. „Dem hat sie es aber gezeigt. Erst Kaiba und dann Bandit Keith. Selbstbewusst ist sie schon.", ergänzte Wheeler. Mir gingen diese Lobe extrem auf den Keks, sodass ich zu Yugi rief: „Mach deinen Zug. Greif mich an und ich springe.". Im ersten Moment schien es, als würde er angreifen, doch dann veränderte sich Yugi erneut. Er sank in sich zusammen, fiel nach vorne auf die Knie und weinte. Sein Zug und seine Chance auf den Sieg war vorbei. Ich zog meine letzte Karte, setzte Monster Reinkarnation ein um einen weißen Drachen zurück zu holen. Mit diesem griff ich Yugis dunklen Magier an und gewann das Duell.
Endlich hatte ich alles, was ich brauchte um Mokuba zu retten.
„Hab dich nicht so, Yugi. Verlieren gehört eben dazu.", sagte ich, nahm die zehn Sterne an mich und ging. Doch da stellte sich mir Thea in den Weg. „Hast du eine Ahnung, was du da eben getan hast?", fragte sie mich. „Gewonnen. Und jetzt verzieh dich.", antwortete ich. „Du hast mit den Gefühlen von Yugi gespielt und ihn zu einer unmöglichen Entscheidung gedrängt. Fühlst du dich gut dabei?", fragte sie mich. Und da ging mir ein Licht auf. Sie wollte so sein wie meine Freundin und mich wohl zurecht weisen.
Doch den Zahn zog ich ihr. Ihre lächerlichen Anschuldigungen waren nichts, im Vergleich zu Lisas Aussage. „Ich habe gewonnen und nur das zählt. Und jetzt verschwinde und kümmere dich lieber um deinen Freund. Ach und noch etwas: Versuch erst gar nicht, wie meine Freundin zu wirken. Das lasst dich lächerlich erscheinen.". Thea zuckte zusammen und lies mich durch. Augenscheinlich hatte ich einen Nerv getroffen.
Jetzt hat Seto 10 Sternchips und kann endlich gegen Pegasus antreten. Mal sehen, welche Überraschungen Pegasus so für uns bereit hält ;)
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Das Herz des Seto Kaibas
RandomMan kennt ihn als egoistischen und egozentrischen Geschäftsmann, der noch dazu ein herausragender Duellant ist. Doch wer ist er eigentlich wirklich? Was denkt Seto, wenn er sich mit Yugi duelliert und was wäre wenn Seto eine Freundin hätte und er di...
