Im Aufenthaltsraum mit Panoramablick hatten sich die Loser versammelt. Und als wir abflogen, kannte die Begeisterung der Passagiere keine Grenzen. Jeder lies irgendeinen bewundernden Kommentar ab. Ich jedoch suchte meine Freundin. „Mokuba, hast du Lisa irgendwo gesehen?", fragte ich meinen Bruder, der gerade irgendetwas abgenickt hatte, denn als ich zu ihm trat, verschwand einer unserer Mitarbeiter in die andere Richtung.
„Der Schiffsarzt wollte nochmal nach ihrer Verletzung sehen und ihr ein leichtes Beruhigungsmittel geben. Ihre Höhenangst macht ihr doch ganz schön zu schaffen.", erklärte er und sah ziemlich besorgt drein. „Veranlasse, dass die Fenster in ihrem Zimmer abgedunkelt werden. Vielleicht hilft ihr das.", sagte ich zu ihm. Ich hatte ihre Angst wohl unterschätzt, was jedoch kein wunder war. Auch wenn ich Lisa schon so lange kannte, so waren mir doch ihre Schwächen, abgesehen von den emotionalen Ausbrüchen, nicht wirklich bekannt. Aber sie war jetzt auch nicht der Typ, der sich auf ihren Schwächen ausruhte.
Ich beschloss, sie ein wenig in Ruhe zu lassen und sie von ihren eigentlichen Pflichten von nun an zu entbinden. Denn eigentlich hatte ich vorgesehen, dass sie auf dem obersten Deck die Schiedsrichterin sein sollte. Doch so musste Roland das nun übernehmen. Ich würde sie dort oben an meiner Seite wissen wollen.
Ich zog mich in meine Kabine zurück und ging mein Deck durch. Ich wollte es ein wenig umstellen, sodass es besser zu meinem Gott passte. Doch ich wurde durch ein zaghaftes Klopfen unterbrochen. „Herein!", rief ich. Es war Lisa, die geklopft hatte und nun schüchtern in meiner Tür stand.
„Stör ich dich?", fragte sie unsicher. „Niemals.", sagte ich, lies mein Deck liegen und nahm sie in den Arm. Dabei bemerkte ich, dass sie immer noch zitterte. „So schlimm?", fragte ich. Sie sah nach oben und nickte. Noch fester nahm ich sie in den Arm und küsste sie. Sie erwiderte meinen Kuss und begann sich langsam zu beruhigen. „Besser?", fragte ich verschmitzt, nachdem wir uns gelöst hatten. „Viel besser. Ich sollte einfach nicht aus dem Fenster sehen und dich dauerhaft küssen.", erklärte Lisa und schmunzelte. Doch dann fiel ihr Blick auf den Tisch mit den Karten. Sie löste sich von mir und fragte: „Du baust dein Deck um?". Ich nickte und ging gemeinsam mit ihr dahin. Sie setzte sich auf den Boden, während ich im Sessel Platz nahm. „Und was ist die Grundidee dahinter?", fragte sie weiter. „Ich will noch bessere Möglichkeiten haben, Obelisk rufen zu können und meinen Gegner daran hindern, starke Monster zu beschwören.", erklärte ich. Lisa betrachtete die Karten und nahm eine an sich. „Die Idee klingt gut. Versteif dich aber nicht nur auf den Gott. Auch Götter haben Schwachstellen. Nimm als Plan B doch einfach deinen weißen Drachen. Er hat dir immer treue Dienste geleistet.", erklärte sie und gab ihn mir.
„Dein Gedankengang gefällt mir.", sagte ich und gemeinsam bauten wir mein Deck um. Während wir das taten, merkte ich, wie sie sich immer weiter beruhigte.
Dann war endlich die Zeit der Auslosung gekommen. Mit Lisa gemeinsam ging ich in den Essensaal, wo sich Wheeler über das Buffet hermachte. „Na, alles klaro wieder bei dir?", fragte er Lisa. Diese nickte und nahm sich aber nur ein Glas Wasser vom Tisch.
Ein Angestellter unterrichtete mich, dass bis auf den achten Finalisten, der tatsächlich kurz vor knapp erst erschien, alle im Raum versammelt waren. Ich erklärte meinem Angestellten, dass er diesen Finalisten herholen sollte. Niemand wusste, wer sich gleich duellieren sollte. Also hatten alle anwesend zu sein.
Nach nicht mal fünf Minuten kam mein Angestellter zurück und erklärte, dass der achte Finalist sich weigerte aus dem Raum zu kommen und er sowieso jetzt noch nicht dran wäre. „Wenn seine Nummer gleich gezogen wird und er immer noch nicht anwesend ist, dann wird er mit sofortiger Wirkung disqualifiziert.", erklärte ich mit Nachdruck. Roland hatte in der Zwischenzeit das Auswahlverfahren erklärt.
„Probleme?", fragte Lisa, als sie sich neben mich stellte. „Ein Finalist will sich partout nicht zeigen.", erklärte ich. „Vielleicht hat diese Person ja auch Höhenangst.", überlegte Lisa. „Möglich... Warten wir erstmal ab, wer sich gleich duellieren darf.", meinte ich und nahm ihre Hand in meine.
Das Ergebnis der Duelllotterie lautete: Yugi gegen Bakura. Diese beiden fuhren mit dem mittleren Fahrstuhl nach oben auf das Deck des Luftschiffes. Es sollte eine ganz besondere Duellatmosphäre erschaffen werden, wenn man sich in zehntausend Meter Höhe duelliert. Dort war nicht nur der Gegner ein Rivale. Nein, auch der Wind würde einen angreifen. Duellieren auf höchster Ebene.
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Das Herz des Seto Kaibas
AcakMan kennt ihn als egoistischen und egozentrischen Geschäftsmann, der noch dazu ein herausragender Duellant ist. Doch wer ist er eigentlich wirklich? Was denkt Seto, wenn er sich mit Yugi duelliert und was wäre wenn Seto eine Freundin hätte und er di...
