„Wow, das nenne ich mal einen Tapetenwechseln. Endlich kein verdammten Wald mehr.", erklärte Mokuba, als wir aus der letzten Tür heraustraten und an einem Strand heraus kamen. „Freu dich nicht zu früh.", meinte ich und sah mich um. Auch hier war alles bis ins kleinste Detail designt und das Meer mit seiner Brise fühlte sich angenehm an und lud zum Bleiben ein. „Hast ja recht. Aber ich war diesen dämlichen Wald leid.", gab Mokuba zu. „Ja, ich auch.", bestätigte ich.
Gemeinsam liefen wir eine Weile am Meer entlang, bis wir gezwungen waren in die Wüste zu gehen. Je länger wir hier lang liefen umso mehr fragte ich mich, wieso wir jetzt ebenfalls in der Wüste gelandet waren. Hatte Noah vor uns hier verdursten zu lassen? Oder wollte er uns nur wieder mit Lisa zusammen bringen um uns erneut zu trennen? Mit jedem Schritt den ich lief kamen mehr Fragen dazu.
„Das ist ja noch schlimmer, als der beknackte Wald.", wetterte Mokuba mit einem Mal und riss mich damit aus meinen Gedanken. „Was meinst du?", fragte ich. „Ich habe die Schnauze einfach nur voll! Ich will keinen digitalen Wald, Strand oder sonst was sehen! Ich will einfach nur noch Hause!". Und dabei stampfte er im Sand herum. Belustigt schaute ich mir das Schauspiel an und da merkte ich, dass Mokuba doch noch ein Kind war. Auch wenn er oft erwachsen tat und mir in der Firma half, war er doch nur mein kleiner Bruder.
„Na, fertig mit aufregen?", fragte ich nach einer Weile mit einem Lächeln im Gesicht. „Ja, und das hat echt gut getan.", erklärte er. „Schön. Komm gehen wir weiter.", beschloss ich. Doch weit liefen wir nicht, denn schon hörten wir die Stimme von Wheeler dem Loser. Als wir uns umsahen, entdeckten wir in einer Wüste einen kleinen Fernseher. Und darauf war Wheeler zu sehen, wie er sich in einem Gerichtssaal duellierte. Wheeler war ein Glücksspieler und in diesem Duell hatte er mehr als nur einmal Pech. Und das wunderte mich dann doch. Neben ihm kannte ich keinen Duellanten der sich so auf sein Glück verlassen konnte. Doch hier war er vom Pech verfolgt. Und mich beschlich der leise Verdacht, dass es in diesem Duell nicht mit rechten Dingen zu ging.
„Johnson, es reicht. Ich werde dieses Duell mit sofortiger Wirkung beenden.", erklärte Noah, als er ebenfalls im Gerichtsaal erschien. „Aber weswegen Master Noah? Ich bin dabei zu gewinnen.", erklärte der schmierige Firmenanwalt. „Gewinn durch Betrug ist nicht gerade löblich.", schoss Noah zurück und sah Johnson mit einer hochgezogenen Augenbraue an . „Betrug? Hab ich's doch gewusst!", rief Wheeler dazwischen. „Ja, Joey. Der gute Johnson hat meine Technik dazu benutzt, deine Würfel sowie deinen Münzwurf zu seinem Gunsten zu manipulieren.", erklärte Noah. „Aber Master Noah, Sie müssen das verstehen. Ich bin schon so lange in diesem Cyberspace gefangen, da habe ich es doch verdient, endlich zu gehen. Und außerdem....", begann er. „Nichts außerdem. Ich habe euch fünf Flachpfeifen mit ins Boot geholt, damit wir Gozaburo Kaiba beweisen können, dass ich die Firma mehr verdient habe als Seto. Ich holte euch hier her, damit ihr auf ehrlichem Wege und zu meinen Bedingungen gewinnen könnt. Und nicht durch Betrug. Wie soll ich beweisen, dass ich es mehr verdiene als Seto, die Kaiba Corporation zu leiten, wenn Idioten für mich arbeiten, die nur betrügen können?", rief Noah aufgebracht.
„Aber mein Stiefvater wird doch seit einigen Jahren vermisst?", fragte ich verwundert nach. ‚Was hat also dieser kleine Hosenscheisser mit ihm zu tun?', fragte ich mich in Gedanken. „Seto, weißt du etwas darüber?", fragte Mokuba. „Nein, leider nicht. Und das gefällt mir nicht. Aber ich bin mir sicher, dass wir es bald erfahren werden.", erklärte ich düster. Ohne auf das Ende des Duells zu warten, liessen wir den TV im Sand liegen und gingen weiter.
Nach gefühlten zehn Dünen erschien am Horizont eine Anlage, die mir bekannt vorkam. „Ist das nicht Nesbits altes Forschungslabor?", fragte ich. Mokuba sah ebenfalls hin und nickte. „Natürlich. Aber hast du das nicht abreissen lassen?", fragte er. „Ja, gleich nachdem ich die Firma umstrukturiert habe. Hat ihm damals gar nicht gefallen.", erinnerte ich mich. Und dann stand mir die Szene von damals wieder vor Augen.
Nesbit war, nachdem ich sein Labor hab schließen lassen wütend in mein Büro gestürmt und hatte mich zur Rede gestellt. „Wie können Sie es wagen, einfach so meine Forschungen einstellen zu lassen? Die Robotik ist die Zukunft der Kriegsführung.", erklärte er. „Und das ist genau das, was wir nicht mehr brauchen. Wir sind ab sofort eine Spielefirma und keine Kriegsfirma mehr. Entweder Sie halten sich an den neuen Kurs der Firma oder Sie verlassen uns. Ihren Posten im Betriebsrat behalten Sie selbstverständlich.", erklärte ich damals. „Das werden Sie sich nicht wagen!", rief er aus. „Sie haben Recht. Ich werde es nicht nur wagen, sondern sofort durchsetzen.", stellte ich klar und fixierte Nesbit vor mir. Dieser wollte gerade etwas erwidern, als ein Klopfen von der Tür unser Streitgespräch störte. Natürlich passte mir diese Unterbrechung gar nicht, doch als ich sah, wer da in der Tür stand, war mein Ärger damals wie weggeblasen.
„Stör ich?", fragte Lisa, nachdem sie zwischen mir und Nesbit hin und her gesehen hatte. „Nein, alles in Ordnung. Wir wollten das Gespräch sowieso gerade beenden.", erklärte ich gelassen. „Das werden Sie noch bereuen! Sie beide!", wetterte er und verließ das Büro, nachdem er meiner Freundin und mir noch einen bösen Blick zugeworfen hatte. „Ich hab ihm aber nichts getan.", erklärte Lisa und lächelte mich dabei entschuldigend an, als die Tür ins Schloss fiel. „Nimm seine Drohung einfach nicht ernst. Er ist nur ein wenig genervt, weil ich sein Forschungslabor hab schließen lassen. Aber was machst du hier? Nicht, dass ich mich nich freue, aber hast du nicht noch Schule?", fragte ich nach. „Naja, ich hab zwei Freistunden und dachte ich komm dich mal besuchen.", erklärte Lisa verlegen. Lächelnd stand ich auf und sah sie an. „Und?", fragte ich grinsend nach. „Naja, ich dachte wir könnten etwas Essen gehen.", meinte Lisa. „Und?", hakte ich weiterhin grinsend nach. Wenn sie so verlegen war, dann war meistens etwas im Busch. „Und wenn wir essen gehen, wärst du dann so lieb mich einzuladen. Ich hab nämlich meine Geldböse zuhause liegen lassen und deine Firma liegt praktischerweise näher an meiner Schule als an meiner Wohnung.", kam sie endlich zum Punkt. „Ach nur deswegen kommst du mich besuchen.", grinste ich. Ich legte einen Arm um sie, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und lud sie zum Essen ein. Zu diesem Zeitpunkt war bei uns wieder alles im Lot gewesen. Mein Deal mit Pegasus war durch und die Umstrukturierung der Firma lief auf Hochtouren. Der einzige Wermutstropfen war, dass die Big Five sich ständig quer stellten.
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Das Herz des Seto Kaibas
DiversosMan kennt ihn als egoistischen und egozentrischen Geschäftsmann, der noch dazu ein herausragender Duellant ist. Doch wer ist er eigentlich wirklich? Was denkt Seto, wenn er sich mit Yugi duelliert und was wäre wenn Seto eine Freundin hätte und er di...
