Am nächsten Morgen traf ich mich wie abgemacht mit Draco beim Frühstück.
Ihn wirklich dort sitzen zu sehen überraschte mich dennoch.
„Du bist wirklich gekommen" begrüßet ich ihn freundlich, während ich mich neben ihm setzte.
„Wie war es gestern?" wollte er sofort wissen.
Das hätte ich mir ja denken können.
„Die meiste Zeit einfach nur unangenehm. Ich saß neben irgendeinem Cormac und Riddle was-„
„Riddle war da?" unterbrach er mich sofort.
„Ja"
„Und du hast dich neben ihn gesetzt?" fragte wobei sein Ton immer schärfer wurde.
„Ich war zu spät dran und der Professor hat mir diesen Platz angeboten." erklärte ich ihm.
Natürlich hörte Draco mir jedoch wieder zu.
Er wollte aufstehen und aus der Halle stürmen doch ich ergriff sofort das Wort.
„Fuck Draco! Verstehst du nicht, dass ich Riddle genau so sehr hasse wie Dumbledore! Das letzte Jahr, alles was zwischen mir und ihm war, hatte nichts zu bedeuten! Es war kein Funken Gefühle im Spiel!"
Ich musste mich zusammenreißen es nicht so laut zu schreien, dass die ganze Halle es hörte.
Doch ich konnte sehen, dass Pansy, Adrian und Blaise, welche nicht weit weg von uns saßen, gehört hatten was ich sagte.
Pansy versuchte nur ihre Wut und Trauer zu unterdrücken, während Adrian verschmiert lächelte.
Blaise hatte seine Miene so verzogen, dass ich nicht ausmachen konnte was er dachte. Er war mir ein vollkommenes Rätsel.
Ich hatte einfach nur den Drang so schnell es geht zu verschwinden.
Ich wollte weg. Ich wollte zu meinem Vater.
Schnell stand ich auf, als fast gegen Riddle lief.
Er stand fast genau hinter mir und hatte wohl jedes Wort was ich eben gesagt hatte gehört.
Mit großen Augen sah er mich an.
Egal, ich durfte nicht weiter daran denken.
Ich habe was ich gesagt habe auch so gemeint. Er bedeutet mir nichts. Er hat mir nie was bedeutet. Das ist nichts als die Wahrheit und es macht mir nichts aus, dass er diese kennt.
Also nahm ich all meine Kraft und sagte „Du stehst ihm Weg Riddle." bevor ich an ihm vorbeiging und verschwand.
Wir hatten zwar schon mit dem Lernen des Apparierens begonnen, doch erstens waren wir noch lange nicht fertig und zweitens war es einem nicht möglich dies innerhalb Hogwarts zutun.
Auch eine der Gründe weshalb Draco das Verschwindekabinett reparieren musste.
Es blieb mir wieder einmal nichts anderes als der Besen übrig.
Schnell rannte ich also zum Feld und schnappte mir einen der Besen, die Draco im zweiten Jahr für das Team besorgt hatte.
So unauffällig wie möglich flog ich also davon in Richtung des Versteckes meines Vaters.
-
„Aber Kali, wieso bist du denn so unglücklich? Die Dinge laufen genau so, wie sie laufen sollen."
Ich hatte ihm gerade alles erzählt, was in den letzten Wochen passiert war.
Er hatte Recht. Eigentlich lief alles so wie es sollte.
Voldemort hatte mir eine besondere Stellung neben ihm gegeben und ich war noch nie im besseren Kontakt mit Harry als zu dieser Zeit, doch dennoch war ich unglücklich.
„Mein Kind, was ist noch passiert?" fragte er mich nun.
Und so erzählte ich ihm von den Ereignissen dieses Morgens.
„Das ist nichts was dich in deiner Aufgabe gefährdeten könnte. Geht es hierbei um deine Gefühle zu diesem Jungen?" fragte er mich sanft.
„Ich weiß einfach nicht was ich machen soll Vater. Mattheo und ich haben das letzte Jahr, bevor ich dich gefunden hatte so viel Nähe zueinander. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass alles nur gespielt war. Nein, ich will es mir nicht vorstellen."
Er verblieb einen Moment in Stille, bevor er das Wort ergriff.
„Was ist mit Draco?"
„Draco bedeutet mir eine Menge, aber ich denke nicht, dass er im Stande ist eine Beziehung zu führen. Zumindest nicht zu dieser Zeit. Und ja auch mit Draco hatte ich solche Momente aber mit Mattheo war es einfach anders."
„Verstehe.."
Er dachte einen Moment über das gesagte nach.
„Ein Vater sollte immer ehrlich zu seinem Kind sein. Egal wie sehr ich dir jetzt mit meinen Worten schmerzen werden, Mattheo ist dein Feind.
Deine Gefühle wollen dich in die Falle tappen lassen, aber Kali, erinner dich, du bist nicht so leicht zu besiegen. Lass diesen Jungen ein für alle mal hinter dir."
„Ja, Vater"
-
Es war schon dunkel, als ich wieder im Schloss ankam.
Seitdem er mir dies gesagt hatte, war es als könne ich nichts mehr fühlen. Als wäre mit einem Knopfdruck alles ausgeschalten worden.
In meinem Zimmer angekommen, zog ich mich im und legte mich sofort in mein Bett.
Nicht fiel später klopfte es jedoch an meiner Tür.
„Ja" rief ich mit monotoner Stimme, als sich die Tür langsam öffnete.
Ich setzte mich auf und sah Riddle, wie er die Tür wieder hinter sich schloss.
Stillschweigend sah ich ihm dabei zu, bevor er sich zu mir drehte und mich ansah.
„Ich soll dir mitteilen, dass das nächste Treffen am zweiten Ferientag wie zuvor bei den Malfoys stattfindet. Um 10 Uhr wird das Treffen beginnen."
Ich nickte nur leicht.
Es war als wären keine Gefühle in diesem Moment in mir. Ich wollte schreien und weinen, doch ich konnte nicht.
„Ist alles ok bei dir?" fragte er mich leise.
Meine Antwort blieb aus.
Ich legte mich wieder in mein Bett und drehte mich zu der anderen Seite.
Als ich hörte wie die Tür hinter mir zufiel, konnte ich spüren wie eine einzelne Tränen meine Wange hinunter rollte .
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Revenge
FanfictionKali ist die Einzige Nachkommin des mächtigen Zauberers Gellert Grindelwald. Seit der Niederlage ihres Vaters, an den sie sich selbst nicht einmal erinnern konnte, hatte Dumbeldore sie aufgenommen und großgezogen, ihr jedoch verboten seine Schule of...
