,,Autsch..'' Meine Hand betastete meinen blutenden Hinterkopf, während ich langsam meine Augen öffnete und in das besorgte Gesicht von Raoul schaute, der über mich gebeugt da stand, während mein Körper der Länge nach auf dem Boden lag. Er betrachtete mich, und wartete bis ich meinen Mund öffnete und herauspresste: ,,Was ist passiert? Wo bin ich?'' Er runzelte die Stirn und lächelte mich dann an, anscheinend erleichtert, dass ich noch fähig war zu sprechen. ,,Du bist noch in einem der Gänge, in diesem verfluchten Spiel, dass jemand von uns hier treibt...'' Ich nickte langsam, und wiederholte dann meine Frage: ,,Was ist passiert?'' ,,Du bist erschrocken und nach hinten gestolpert, aber ausgerutscht und mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen. Du warst mindestens eine halbe Stunde bewusstlos'', antwortete Mia und streckte mir eine Hand hin um mir aufzuhelfen. Ich nahm sie dankend an und richtete mich sacht auf, während mein Schädel zu pochen anfing, und ich versuchte, etwas Licht in die Sache zu bringen. Ich war bewusstlos, so viel stand fest. Aber wie lange? Was war Traum, was Wirklichkeit? Ich sah mich um, versuchte mir meinen Schock nicht ansehen zu lassen und betrachtete meine Freunde um mich herum. Mia. Zoey. Lucy. Ricky. Raoul. Fabienne. Kein Ian, kein Björn weit und breit. Ich atmete erleichtert aus und runzelte dann die Stirn, meinen fragenden Blick auf meine beste Freundin gerichtet. ,,Erschrocken? Warum?'' Sie überlegte kurz, öffnete dann den Mund um zu antworten, überlegte es sich schließlich jedoch anders und deutete wortlos an die Decke. Ich folgte ihrem Finger und erstarrte. An der Decke hing tatsächlich Björn - an die Wand genagelt, mit zugenähtem Mund und vor Schreck geweiteten Augen. Das Blut, das noch in seinem totenblassen Körper vorhanden war, tropfte auf den Boden. Ich sah auf die Stelle an der ich ausgerutscht war - eine Blutspur zog sich einen Meter weit nach hinten. Ich musste von dem Anblick, der sich mir geboten hatte, so erschrocken sein, dass ich nach hinten gestolpert und in seinem eigenen Blut ausgerutscht war, weswegen ich mir den Kopf gestoßen hatte und die Realität sich in Funktion verwandelt hatte. Alles war nur ein Traum, ein verwirrender, verrückter, merkwürdiger Traum, den mein Unterbewusstsein erfunden hatte, um meinen Geist vor der grausamen Wahrheit zu beschützen. Dass ich auch bald hier hängen werde. Dass sechs von uns sterben werden. Und dass der übrig Gebliebene neben unseren toten Körpern stehen, und sich genüsslich unser Blut von den Fingern lecken wird.
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Game Over
HorrorNeun Jungen. Neun Mädchen. Eine Pyjamaparty. Und ein Spiel, dass nur Einer lebend verlassen kann... Amy ist ein ganz normales Mädchen, mit ganz normalen Freundinnen, und einem ganz normalen Freund. Doch als eine Rundmail mit einer Einladung zu einer...
