Grauenvolle Pyjamaparty

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Um viertel vor zwölf trafen wir uns wie verabredet vor der Fabrik. Sie sah aus wie aus einem Horrorfilm- mit schwarzer, abbröckelnder Fassade, abgestorbenen Rosen, und Dornen, die sich um das Gebäude ranken. Und war das da vorn an den Dornen etwa Blut?! Ich schüttelte den Kopf, und befreite mich von den Gedanken. ,, Es sind ganz schön viele gekommen.", flüsterte mir Mia zu. Sie stand neben mir, und hatte sich verängstigt an meinen Arm geklammert. Ich nickte, und schaute mich um- vor dem Gebäude standen verschiedene Gruppen von Menschen. Manche kannte ich, manche weniger. Ich sah Lisa, ein schüchternes Mädchen, dass nur eine Freundin hatte; Fabienne,  die neben ihr stand. Raoul und Alex standen an einer Ecke, und redeten mit gedämpften Stimmen. Ich zählte durch. Neun Mädchen (Lisa, Fabienne, Mia, Laura, Lucy, Chanett, Flora, Zoey und ich), und neun Jungen (Björn, Ricky, Raoul, Alex, Konstantin, Noel, Zac, Liam und Ian). Plötzlich schlug die Kirchturmuhr- es war zwölf Uhr. Zur gleichen Zeit schwang die Tür auf, und eine laute Stimme rief: ,, Tretet ein!" Zögernd traten Mia und ich einen Schritt vor, doch als wir sahen, dass die Anderen bereits eingetreten waren, fassten auch wir Mut, und gingen hinein. Es war kalt, doch das war nicht der Grund, warum ich eine Gänsehaut bekam. Überall hingen Haken von der Decke, dort, wo sie früher, als die Fabrik noch in Betrieb war, die Pakete wie mit einem Kran hochheben konnten. Im nächsten Raum war nichts- bis auf blutige Handabdrücke an den Wänden. ,, Merkwürdige Dekoration.", bemerkte Zoey, umd strich darüber. Angeekelt wich ich zurück- es sah nicht wie Deko aus... ,, Lass uns wieder gehen, das ist mir zu gruselig.", flüsterte ich Mia zu, und sie nickte. Zusammen mit Ricky und ein paar anderen Leuten, die sich auch umentschieden hatten, wollten wir gehen- doch die Tür schlug vor unserer Nase zu. ,, Hey!", rief ich empört, und schlug dagegen. Dann schrie ich auf- aus der Tür waren spitze Nadeln gekommen, und hatten sich in meine Hand gebohrt. ,, Au!", jammerte ich, und Björn kam zu mir. ,,Das ist alles nur deine Schuld!", schrie ich ihn an. ,, Du wolltest doch unbedingt, dass wir hierher kamen!" Ich schluckte den Schmerz hinunter,  und setzte mich in eine Ecke, Mia und Ricky taten es mir nach. ,, Tut mir Leid...", murmelte er. Doch er hatte dabei ein böses Grinsen im Gesicht... Chanett und Liam suchten bereits nach einem Ausgang, als plötzlich eine Stimme aus einem Lautsprecher über uns ertönte. ,, Willkommen, meine Gäste!" Ich schnaubte. So hieß man seine Gäste also heutzutage willkommen? Na prima. ,, Ich begrüße euch zu einer Pyjamaparty, die keiner von euch so schnell vergessen wird! Wir spielen ein Spiel, ich nenne es ,Game over'.  Aber zuerst seht euch um- seht jedem von euch genau in die Augen, und denkt über die Person nach!" Wir taten,  was uns gesagt wurde. Als wir fertig waren, sprach die Stimme weiter. ,,Ich erkläre euch die Spielregeln. Ich werde von jedem von euch das schlimmste Geheimnis vor den anderen Mitspielern offenbaren- und dann könnt ihr auswählen,  wer von euch sterben darf. Denn nur, wenn ihr jemanden ausgewählt habt, dürft ihr einen Raum weiter. Es gibt aber ein Problem- nur EINER von euch wird überleben, und wieder nach Hause kommen. Und eins sag ich euch noch, bevor ich die Geheimnisse vorlese: Einer von euch ist ein Mörder. Von demjenigen lese ich das zweitschlimmste Geheimnis vor. Also wählt weise; denn einer von euch hat es verdient, zu sterben!"

Game OverWo Geschichten leben. Entdecke jetzt