-Erwins Sicht-
Ein Grinsen erschien auf meinen Lippen, als Mike auf dem Stuhl vor meinem Schreibtisch Platz nahm. Heute war es so weit. Mike würde mein Sub werden - er würde seinen Willen, seine Kontrolle und die Macht über sich selbst mir anvertrauen.
Vertrauen war das Wichtigste in einer SM-Beziehung und die Grundlage dessen, was ich mit Mike tat und tun würde.
,,Ich habe mit meinen Anwälten einen Vertrag ausgearbeitet, der alles Wichtige umfasst. Er beinhaltet eine Einverständniserklärung und eine Vereinbarung zur Geheimhaltung dessen, was wir beide tun. Und er versichert meine und vor allem deine Sicherheit. Ich möchte, dass du dir den Vertrag in Ruhe durchliest und dir Gedanken darüber machst. Du musst ihn natürlich nicht sofort unterschreiben."
Ich holte den besagten Vertrag hervor und überreichte ihn Mike. Er las ihn sich durch. An der ein oder anderen Stelle sah ich, wie er seine Stirn runzelte oder seine Augen schmaler wurden.
,,In dem Vertrag steht, dass, wenn ich entschieden habe, bei dir zu leben, du mich nicht darum bitten kannst, auszuziehen, sofern ich keine andere Bleibe habe", begann Mike. Er sah mir in die Augen. ,,Bedeutet das, dass du möchtest, dass ich hier einziehe?"
,,Genau so ist es."
Mike nickte und widmete sich wieder den Papieren. In dem Vertrag selbst stand nicht viel zum Lesen, es war eher der Fragebogen zu Mikes Interessen bezüglich des BDSMs, der etwas mehr Zeit in Anspruch nahm. Erst wenn er diesen ausgefüllt hatte, würde ich ihm erlauben, den Vertrag zu unterschreiben.
,,In dem Vertrag steht auch, dass du dazu verpflichtet bist, alles, was du an deinem Sub ausprobierst, erst an dir selbst ausprobieren musst, wenn du das nicht schon getan hast. Und dass ich mindestens einmal dabei zusehen muss, wie du mit einem anderen Sub eine Session durchführst...?", sagte Mike.
Er erhob seinen Kopf erneut, um mich anzusehen. Seiner Stimmlage nach zu deuten, schien er von einigen Dingen, die im Vertrag stehen, wenig begeistert zu sein.
,,Der letzte Punkt stellt sicher, dass du dir bewusst wirst, was das zwischen uns bedeutet. Ich möchte, dass du bei einer Session zusiehst und dir im klaren wirst, was dort gerade passiert - was mit dir passieren wird. Das Zusehen dient zur Reflextion. Und was den ersten Punkt betrifft..."
Ich machte eine Pause und fuhr dann fort.
,,... ich werde an meinem Sub nichts ausprobieren, was ich nicht an mir selbst ausprobiert habe. Das bedeutet, dass, wenn ich eine neue Peitsche kaufe, sie vorher an mir testen lasse. Ein guter Dom muss wissen, zu was ein vermeintlich einfacher Gegenstand in der Lage ist, so lassen sich die Grenzen eines Subs einfacher abschätzen."
Mikes Gesichtszüge wurden weicher und auf seinen Lippen erschien ein kleines Lächeln. Meine Aussagen schienen ihn mehr oder weniger zufrieden gestellt zu haben.
,,Und den Vertrag können wir beide jederzeit nichtig machen?"
Ich nickte und beobachtet Mike dabei, wie er einen der Kugelschreiber, die vor ihm lagen, in seine Hand nahm. Er blickte zu mir, um sicher zu gehen, dass ihm diese Handlung erlaubt war. Dann begann er zu schreiben. Zuerst füllte er den Fragebogen aus, den ich entworfen hatte. Er beinhaltete Fragen zu seinen Vorlieben.
Meine Augen folgten der Mine des Kugelschreibers, die ein Kästchen nach dem anderen ankreuzte, frei ließ oder komplett durchstrich. Ein Kreuz bedeutete, dass jene Vorliebe denen Mikes entsprach. Das Freilassen eines Kästchens hieß, dass Mike unentschlossen war und das Durchstreichen eines Kästchens wiederum war ein Tabu, etwas, das Mike auf keinen Fall machen wollte.
Fesseln unter anderem mit Seilen und Handschellen. [X]
Bloodplay [ / ]
Bloodplay war etwas, für das ich mich ebenfalls nicht interessierte. Ich hatte auch Aspekte aufgelistet, die mir nicht gefielen, aber jemand anderem gefallen könnten und in der BDSM-Szene vertreten waren.
Petplay mit ggf. ohne Masken, Schwanz, Ohren ect. [ ]
Ich hob eine Augenbraue, als Mike dieses Kästchen frei ließ. Auch am Ende füllte er es nicht auch. Er hatte die Möglichkeit zu den jeweiligen Punkten Bemerkungen hinzuschreiben, aber das tat er nicht. Er schaute mich an und händigte mir den Fragebogen aus. Ich nahm ihn an mich und lehnte mich zurück.
,,Du hast das meiste angekreuzt", stellte ich fest. Mike war tatsächlich für sehr viele offen. Ein Grinsen bildete sich auf meinen Lippen. Er würde einen perfekten Sub abgeben. Ich legte die Blätter wieder auf den Schreibtisch und wandte meine Aufmerksamkeit zu Mike. ,,Ich bin mit allem, was in dem Vertrag steht, einverstanden."
,,Das bedeutet, dass du mit mir gemeinsam hier leben möchtest?", hakte ich nach, woraufhin Mike nickte. ,,Mein Sohn wohnt nicht mehr bei mir, ich lebe seit ein paar Jahren alleine", erklärte Mike, ,,etwas Gesellschaft würde mir gut tun. Aber meine Wohnung werde ich weiterhin behalten, ich werde sie nicht verkaufen."
Mike zögerte nicht. Er unterschrieb den Vertrag und danach setzte ich meine Unterschrift auf das Papier. Perfekt. Ich schob meinen Stuhl nach hinten, erhob mich von diesem und ging um den Tisch herum. Mike verfolgte meine Handlung mit seinen Augen. Er sah mich an.
Ich stellte mich direkt vor ihm hin und lockerte meine Krawatte. Es brauchte keine Worte, damit mein Sub verstand, was ich vorhatte. Sein Blick lag auf meinem Schritt. Mike begab sich langsam zu Boden und legte seine Hände an meinen Gürtel.
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Nothing more than... [ErwinxMike]
Fiksi PenggemarErwin Smith ist ein erfolgreicher Unternehmer, der spezielle Interessen hat. Er ist in der BDSM-Szene tätig und sieht in Mike Zakarius seinen neuen Sub. Erwin findet an diesem Mann sofort Gefallen und lädt ihn bei der nächsten Gelegenheit zu sich ei...