Als ich aufwachte, summte jemand leise das Lied „Brain Damage" von Pink Floyd. Ich riss die Augen auf.
"Dem Durcheinander um mich herum zufolge befand ich mich in Nathans Wohnung, aber ich konnte mich nicht mehr daran erinnern, wie ich dorthin gekommen war. Mein Magen knurrte, und langsam kehrte die Erinnerung zurück: Ich war hungrig gewesen. Dann hatte ich nach Blut gesucht. Danach war ich Leyla begegnet. Doch dass mich jemand mit einem Messer verletzt hatte, daran konnte ich mich noch sehr gut erinnern. Ich nahm die Decke hoch, unter der ich lag. Meine Wunden waren sorgfältig verbunden. Blutflecken zierten die Verbände, aber ich konnte mich zurückhalten und fummelte nicht daran herum.
Es brauchte nicht viel, um eine frische Wunde wieder zu öffnen, und ich wollte nicht noch mehr Blut verlieren.
Ich hob die Hände und betastete vorsichtig mein Gesicht.
Es fühlte sich nicht nach der Monster-Visage an. Alles tat mir weh, aber ich richtete mich auf. Auf der Sofalehne lag mein zerrissenes Sweatshirt, das ordentlich zusammengelegt war. Ich zog es mir schnell über den Kopf und versuchte nicht daran zu denken, dass mich Nathan in meinem ausgeleierten BH gesehen hatte, der eigentlich in die Wäsche musste.
„Geht es dir besser?", fragte er mich, als er ins Wohnzimmer kam. Ich roch das Blut in dem Becher, den er in der Hand hatte.
Meine Kehle war trocken und mein Magen versuchte schon, Sich vor Hunger selbst zu verdauen, aber ich musste mich
abwenden.
"Trink", forderte er mich auf und hielt mir den Becher hin. Er musste gespürt haben, warum ich zögerte. „Mach dir darüber keine Sorgen, ich habe schon einige Vampire in meinem Leben gesehen."
„Aber nicht so einen wie mich."
„Genauso wie dich" Er kniete vor mir, und ich verbarg mein Gesicht in den Händen. Meine Knochen taten unter meinen Fingern weh, als er mir den Becher gegen die Handrücken drückte. „Du musst das hier trinken." Ich hörte die Bestimmtheit in seiner Stimme, außerdem wusste ich, dass er sowieso nicht nachgeben würde.
„Schau mich nicht an", flüsterte ich.
„Okay." Er ging in die hinterste Ecke des Raumes und drehte mir seinen Rücken zu.
Das Blut war warm, so wie Layla's, aber es war dickflüssiger, als habe es schon zu gerinnen begonnen. Als meine Zunge es berührte, hinterließ es einen leichten Geschmack nach Münzen. Es war, als würde ich Götterspeise mit Kupfergeschmack trinken, die noch nicht ganz fest geworden war.
Es widerte mich an, aber anstatt aufzugeben, würgte ich den ersten Schluck hinunter. Ich war gierig nach mehr. Wenn ich von dem Hals eines Menschen getrunken hätte, hätte ich wahrscheinlich meine gute Erziehung vergessen, aber hier war das etwas anderes. Ich saß in Nathans Wohnzimmer und nippte an einem Becher wie ein zivilisierter Vampir.
Ich trank das Blut sehr bewusst und beobachtete ihn dabei. Bisher hatte ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen zu Fremden nicht nett waren. An der Uni hatte sich jeder nur um sich selbst gekümmert. Darüber hinaus hatten sich einige Studenten von uns besondere Mühe gegeben, die „Konkurrenz« in den Schatten zu stellen. Ich hatte mich schon so sehr an die Fressen-oder-gefressen-werden-Haltung gewöhnt, dass ich dieses Verhalten von allen anderen auch erwartete. Aber Nathan hatte mir zu meiner Überraschung von Anfang an geholten und tat es jetzt noch, obwohl ich nur noch eine Woche Zeit hatte, mir zu überlegen, ob ich wirklich seinem Vampir-Kult beitreten wollte. Wenn nicht, würde er mich töten müssen.
Es schien mir nicht rechtens, dass ein so attraktiver Mann sich so sklavisch an Regeln halten sollte. In den kurzen Telefonaten, die wir in den letzten Wochen geführt hatten, hatte er nur die nötigsten Dinge über sich selbst preisgegeben, ansonsten hatte er mir nicht viel Gelegenheit geboten, ihn nach seinem Leben zu fragen. Wenn ich dem Glauben schenkte, was er mir erzählt hatte, dann hatte ich noch ein paar wichtige Fragen.
Wenn nicht jetzt, wann dann?
„Wie alt bist du?", fragte ich.
„Zweiunddreißig."
„Ich meine, mit ." Ich wusste nicht, wie ich es ausdrücken sollte.
„Ach, das", sagte er und es hörte sich so an, als habe er nicht die Absicht, mir diese Information mitzuteilen. „Ich bin seit 1931 ein Vampir."
Ich bemühte mich, meine Enttäuschung zu verbergen. Ich hätte gedacht, dass er Hunderte von Jahren alt sei, dass er mit Napoleon auf dem Schlachtfeld gestanden und mit Nostradamus die Geheimnisse des Kosmos diskutiert hätte, so wie die Vampire in den Kinofilmen.
»Das war das Jahr, in dem „The Star-Spangled Banner" zur Nationalhymne erklärt wurde, wusstest du das?", erzählte ich ihm. Das habe ich nicht gewusst.
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Meine erste Verwandlung
VampiroEin Biss - und Mandy ist verwandelt. Nachdem die junge Ärztin in der Pathologie von einem Toten angefallen wurde, kann sie auf einmal kein Sonnenlicht mehr ertragen, verspürt plötzlich einen unerklärlichen Blutdurst. Ist sie etwa Opfer eines Vampir...
