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Für einen kurzen Augenblick verzog sie den Mund vor Ekel. „Das ist so typisch."
Mit einer kurzen Handbewegung stach sie sich mit dem Messer in die weiße Haut. Ein Tropfen Blut erschien und rollte dann ihren Hals hinunter.Mein Mund war trocken. Mein Körper wollte mehr Blut, aber zugleich stieß mich allein der Gedanke ab. Ich zwang mich, meinen Blick von ihrem Hals abzuwenden. „Von wem sprichst du?"Ich wollte ihr ins Gesicht sehen, als sie antwortete, aber der Geruch ihres Blutes war zu verführerisch. Ich fürchtete mich vor dem, was passieren würde, wenn ich sie wieder ansah, deshalb konzentrierte ich mich auf die Straßenlaternen an der Schnellstraße.
„Cyrus, du dumme Gans. Kennst du deinen eigenen Schöpfer nicht?"
Ich wusste, dass etwas nicht stimmte, schon als wir aus dem Club hinausgegangen waren. Vielleicht hatte ich es schon geahnt, als ich das Phantommädchen auf der Straße zum ersten Mal sah. Aber anstatt meiner Intuition zu gehorchen, folgte ich Leyla. Und lief direkt in die Falle.»Ich fasse es einfach nicht, wie blöd einige von euch sein können", rief sie plötzlich aufgeregt. „Eure Geschichten stehen überall in der Zeitung, und trotzdem glaubt ihr, dass niemand euch erkennen kann. Ich kann noch nicht mal verstehen, warum er dir sein Blut gegeben hat." Sie seufzte laut und schien sich dann selbst zur Ruhe zu ermahnen. „Jetzt hast du es geschafft, dass ich mich aufrege, und das kotzt mich wirkich an."
Sie schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn und lief auf und ab, während sie dabei leise fluchte. Dann hielt sie inne und schaute mich an. Ihr Gesicht war ausdruckslos. „Dein kleiner Freund aus dem Buchladen hat mir letztens geholfen. Aber manchmal, wenn man etwas wirklich richtig machen will, muss man es einfach selbst tun.« Sie zeigte mit dem Messer auf mich.
Plötzlich fühlte ich mich so schwach, dass ich mich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Sie knickten weg und ich musste blinzeln, als meine Knie auf den Boden schlugen.
„Braves Mädchen.« Sie warf das Messer nach mir. Es landete auf dem gefrorenen Boden nur wenige Zentimeter von meinem Knie entfernt. Sie holte tief Luft und fing an zu lachen.
,Ich weiß gar nicht, was heute Abend mit mir los ist. Kennst du das, wenn du Tage hast, da fühlst du dich einfach ,,Verrückt?" Ich schaute die Klinge an. Das Messer war so nah. Ich hätte ganz einfach danach greifen und aufstehen sollen, bevor Leyla wieder bei mir stand, aber mein Körper war schwer und unbeweglich. „Was willst du?"„Was ich will, was ich will?", sagte sie und holte sich das Messer zurück, bevor ich es mir sichern konnte. „Du hörst dich exakt so an wie die Letzte, um die ich mich gekümmert habe. Ihr wollt immer verhandeln."
Sie hielt mir die Klinge an die Kehle. „Ich will dich töten." „Warum?", flüsterte ich. Ich stellte mir vor, wie die Klinge in meine Haut eindrang, so, wie zuvor meine Reißzähne ihre
Haut verletzt hatten.
Sie schob sich näher an mich heran und rieb die Klinge an meinem Hals, ohne die Haut zu ritzen. „Weil du mir geklaut hast, was mir gehört."„Was? Was habe ich dir geklaut?" Ich musste schlucken, aber ich hatte Angst, dass diese Bewegung mich töten würde.
„Ich kenne dich noch nicht einmal.
»Richtig. Du kennst mich nicht, Schlampe.« Sie holte mit dem Messer aus und rammte es mir ohne zu zögern in den Bauch. Ich rang nach Luft. In der Notaufnahme hatte ich jede Menge Stichwunden gesehen, aber ich hätte nie gedacht, dass sie sich so anfühlten dieses Brennen und Ziehen, und dann diesen Gegenstand zu spüren, den alle meine Muskeln abzuwehren versuchten. Ich konnte nicht denken. Ich konnte nicht atmen. Leyla zog die Klinge aus meinem Körper und wischte sie an meinem Hemd ab.

Meine erste Verwandlung Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt