Der Sonnenuntergang

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Je mehr ich mich bemühte, nicht daran zu denken, was ich vorhatte, desto schwerer fiel es mir, müde zu werden. Stattdessen packte ich meine Sachen in eine Tasche und wartete. Ich starrte Nathans Wecker an; ich fühle mich wie ein Gefangener, der in der Todeszelle auf das Morgengrauen wartet. Bald würde meine Zeit um sein. Eine weile lauschte ich, wie Nathan im Wohnzimmer herumräumte. Obwohl er mir gesagt hatte, er wollte sich um die Versicherungspapiere für den Laden kümmern, hörte ich nur das Geräusch von Popkorn in der Mikrowelle und Musik von Led Zeppelin. Er hörte sich die Platte Houses of the Holy zweimal an, bevor ich die Federn der Couch knirschen hörte, als er sich hinlegte. Häuser der Heiligen. Jan ging gegen acht Uhr aus dem Haus. Als ich ihn gegen zwölf Uhr mittags wiederkommen hörte, öffnete ich die Schlafzimmertür und wartete, bis er bemerkte, dass ich wieder wach war. Das dauerte nicht allzu lange. Sein untersetzter Körper versperrte fast den ganzen Türrahmen, als er ins Schlafzimmer trat. Um mich nicht ansehen zu müssen, spielte er mit dem Ring an seinem Zeigefinger, der einen riesigen Totenkopf als Ornament trug. ,,Also, lass mich raten, du gehst jetzt?'' ,,Ja.'' Ich setzte mich auf das Bett mit der saubersten Bettwäsche seit wahrscheinlich unglaublich langer Zeit. ,,Ich will dir nicht zu lange zu Last fallen.'' ,,Du hast mit Cyrus eine Vereinbarung getroffen.'' Das war nicht als Frage  gemeint. Das Kind war kein Dummkopf. ,,Es wäre nett von dir, wenn du Nathan nichts davon erzählen würdest. Er muss das nicht wissen. ,,Also werde ich Nate anlügen...aus welchem Grund noch einmal? Was kannst du dafür bieten?'', fragte Jan. ,,Ich bitte dich als Freund darum, ihm nichts zu sagen. Ich möchte nicht, dass ihm etwas passiert.'' ,,Warum? Wirst du ihn verletzten?'', fragte er und sah sich im Wohnzimmer um. Gleichzeitig zog er einen Holzpflock aus seiner Gesäßtasche. ,,Nate ist mein Dad. Er hat sich um mich gekümmert, seitdem ich neun bin. Ich habe kein Grund, dich nicht zu töten wenn du ihm drohst.'' ,,Ich drohe ihm nicht. Ich will nur nicht, dass er nach mir sucht. Cyrus würde ihn töten.'' Jan lachte. ,,Genau. Du versuchst doch nur, deinen Arsch zu retten, weil du keine andere Wahl hast. Was zur Hölle willst du eigentlich?'' Ich wollte all das vergessen und endlich etwas Schlaf bekommen. Danach wollte ich aufwachen und den beiden Helfen, angeknotete Traumfänger aus dem Laden zu retten. Am liebsten wäre ich nie wieder zurück zu Cyrus gegangen. Ich hatte bereits eine Ewigkeit in seinem Haus verbracht. Also gab ich Jan einfach meinem Brief. ,,Gib ihm den, nachdem ich einen Vorsprung habe.'' Er las ihn nicht sofort, wie ich angenommen hatte. ,,Gut.'' Noch was?'' Ich sah ihm dabei zu, wie er den Zettel in seiner Hosentasche verschwinden ließ. Ich schloss die Augen. Meine Kehle war trocken. ,,Nein.'' ,,Er mag dich. Das wird ihn sicherlich schocken.'' Diese leise ausgesprochene Erklärung hätte mich eigentlich überraschen sollen. Aber nachdem ich Nathans Zeichnung von mir gefunden hatte, war ich schon selbst drauf gekommen. ,,Ich weiß.'' 



Was meint ihr wird Mandy bleiben oder gehen??

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⏰ Letzte Aktualisierung: Aug 18, 2024 ⏰

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