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Meiner Meinung nach konnte man über seine Reinlichkeit greten. Aber das behich ich für mich und unterdrückte der sunsch, meine Hände an meiner Jeans abzuwischen, nachden
ich ihn angefasst hatte.
"Du solltest vorsichtiger mit den Nadeln sein", sagte ich und versuchte, dabei so besorgt wie möglich zu klingen. Du kannst nicht einfach so in deinem Arm herumstochern." „Pflichtgemäß notiert", antwortete er, während er damit beschäftigt war, die Braunüile an dem Beutel zu justieren.
Ich glaube, er war zu abgelenkt, um auf meine Warnung zuhören.Ich setzte mich wieder auf die Couch und sah irgendwohin. Ich traute mir selbst nicht über den Weg, was passieren würde, wenn ich sein Blut sah. Ich hörte, dass im Bad das Wasser in der Dusche lief, und leises Singen.
„Also, du und Nate seid jetzt so etwas wie gute Freunde, oder was?", fragte Jan.
„Nein", gab ich zurück, „und wenn schon, dann ginge dich das gar nichts an."
Er lachte. „Hey, ich hab's ja nicht böse gemeint oder so.Ich habe mir nur überlegt, weil du schon seine Klamotten und so trägst."
Ich sah an meinem T-Shirt herab und verschränkte die Arme. „Mein Pullover war voller Blut."„Hör zu. Ist mir doch egal. Ich habe nur versucht, etwas Konversation zu betreiben." Dann zündete er sich eine Zigarette an. Wahrscheinlich nahm er meinen Gesichtsaudruck wahr, denn er hielt mir wortlos die Schachtel hin.
»Nein, danke." Ich winkte ab, weil ich wusste, dass sie mir nicht schmecken würden. „Es wäre Verschwendung."
»Wie du meinst", sagte er und warf das Päckchen auf den Tisch. Aber es gibt viele Vampire die rauchen, weist du.
Es macht  ja keinen Unterschied, wenn du tot bist. Du kriegstekeinen Krebs oder so was."
Ja aber du hast auch nichts davon warf ich nachdenkdich ein. Der Qualm roch besser als frisch gebackene Platzsher in der Adventszeit.
„Stimmt nicht." Er hielt mir die Zigarette hin.
Ich nahm sie und inhalierte probehalber. Er hatte recht, „Es ist das Blut", sagte er, „das Blut bestimmt alles.«
Ich gab ihm die Zigarette zurück. „Aber vorher hat es mir nichts gegeben."
„Weil du Blut gebraucht hast", erklärte er mir und klopfte sich dort auf den Arm, wo die Nadel in der Vene steckte. Ich räusperte mich, woraufhin er seinen Kopf mit einem Lächeln nach hinten warf. „Es ist so, als würdest du Appetit auf Schokoladenkuchen haben, aber du isst die ganze Zeit Miracoli. Miracoli-Nudeln bringen's dann einfach nicht, verstehst du?«
Ich hatte noch nicht einmal gewusst, dass Vampire existieren, bevor ich selbst einer wurde. Und nun erklärte dieser kleine Klugscheißer mir, einer Ärztin, von A bis Z meine eigene Physiologie.
Der Sammelbeutel hatte sich mit Blut gefüllt. Jan knickte den Zulauf ab und steckte ihn in einen neuen Beutel.
Ich deutete auf den vollen. „Soll ich den in den Kühlschranklegen?"Er nickte. „Wie lange bist du schon Ärztin?"
„Erst seit knapp einem Jahr." Ich zögerte. „Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich in meinem Zustand länger in dem Job bleiben kann. Aber nachdem ich so lange und so viel dafür gearbeitet habe ... kann ich mir nicht vorstellen, jetzt alles hinzuschmeißen.'
Das ist echt  hart" Seine Worte  klangen ehrlich und mitfühlend.
Das Rauschen des Wassers im Bad hatte aufgehört, und meine Gedanken wurden kurze Zeit von dem Bild, das Nathan abgeben musste, wenn er nass und nackt aus der Dusche stieg, abgelenkt. Meine Bemühungen, diesen Gedanken zu verdrängen, waren vergeblich.Durch einen lauten Knall wurde ich aus meinen Träumereien  gerissen. Ein Japsen und das Geräusch eines dumpfen Aufschlags folgten. Im ersten Moment dachte ich, Nathan sei in der Dusche umgekippt, aber dann sah ich, dass ein Ziegelstein über den Boden kullerte. Das Fenster hinter dem Lehnstuhl war kaputt. Sonnenlicht schien herein, Jan war bewusstlos und rutschte vom Stuhl.
Nathan stürzte aus dem Badezimmer, um die Hüften hatte er nur ein Handtuch geschlungen. Er kniete neben Jan und fühlte hektisch nach seinem Puls. „Was ist passiert?", rief er und sah mich an, Jan's schlaffen Arm noch in der Hand.
Ich versuchte mich auf Jan zu konzentrieren, aber es fiel mir schwer, einen halb nackten Mann vor mir zu ignorieren.
Mal ganz abgesehen von den sonstigen Umständen.Seine Brustmuskeln waren ziemlich gut trainiert und auf seinen breiten Schultern glitzerten noch einige Wassertropfen.
Ich bemerkte, wie mir die Hitze ins Gesicht stieg, als ich mir vorstellte, mir diese starken Arme zu greifen und mit meinen Fingernägeln über seinen Rücken zu kratzen.
Draußen auf der Straße rief jemand, und die Stimme holte mich wieder in die Realität zurück. „Komm raus, wenn du da drinnen bist!"Ich erkannte die Stimme.
„Ich weiß, dass du da oben bist! Und Cyrus weiß es auch!

Meine erste Verwandlung Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt