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Damals war ich kein Amerikaner." Er sah kurz über seine Schulter zu mir herüber. Sofort verbarg ich mein Gesicht.
"Es ist schon okay", versicherte er mir: „Du siehst wieder normal aus."
Ich lehnte mich über den Teil des Couchtischs, wo nichts herumlag, und prüfte mein Spiegelbild in der Glasplatte.
„Es ist der Hunger", sagte er und räumte ein wenig auf.
»Je schlimmer dein Hunger ist, desto schlimmer siehst du aus. Dasselbe gilt für Wut, Schmerz und Furcht. Es ist sehr animalisch."
Wie jemand nur so unsagbar arrogant über die Tatsache sprechen konnte, dass sich der eigene Kopf innerhalb von Sekunden in ein Monster verwandeln konnte wie durch einen Special-Effekt in einem Hollywoodfilm, blieb mir schleierhaft.
„Das Beängstigende ist, dass es mit dem Alter schlimmer wird. Einige der richtig alten Vampire bekommen sogar Hörner oder einen Pferdefuß. Aber man kann es mit Übung unter Kontrolle halten. Du musst dich nur auf dich selbst besinnen, deine eigene Mitte finden, ein bisschen wie dieser Esoterik-Humbug. Es ist wie Zen." Er nahm mir den leeren Becher aus der Hand und ging in die Küche.
Esoterik-Humbug? Und das aus dem Mund eines Typen, der einen Esoterik-Tante-Emma-Laden betreibt?
»Wie wäre es, wenn du mir erzählst, was heute Nacht geschehen ist?'', rief er herüber, während er den Becher in der Spüle abwusch.
Ich schüttelte mich. „Können wir nicht erst einmal darüber reden, wie das Wetter gestern war?"»Nein."
Ach, eigentlich war gar nichts los", begann ich und bemühte mich dabei, so entspannt wie möglich zu klingen. .,Gar nichts los' fügt anderen Menschen Stichwunden zu.«
Er kam ins Wohnzimmer zurück und setzte sich neben mich auf das Sofa. Sein Duft stieg mir in die Nase, was dazu führte, dass ich überlegte, ob ich mich an ihn lehnen und tief inhalieren sollte.
Ich sollte wirklich häufiger ausgehen.
„Ich brauchte Blut."
Nathan runzelte die Stirn. „Du hast niemandem wehgetan, oder?"
„Okay, und wenn ich jemanden verletzt hätte, sehe ich so aus, als hätte ich diesen Kampf gewonnen?"
Ich sah ihm die Erleichterung an, dass er meinen Kopf nicht würde abhacken müssen.
,Ich bin einem Mädchen in einen Club in der Stadt gefolgt.
Einen dieser .. Grufti-Clubs." Bei dem Begriff , Grufti' senkte ich die Stimme, als handele es sich um ein schmutziges Wort.
„Club Cite?", fragt er und ich nickte.
„Das war sehr gefährlich. Clubs wie das Cite sind voll von allen möglichen unerwünschten Kreaturen. Leute, die von sich glauben, sie seien Vampire, Möchtegern-Vampire und Vampir-Jäger. Es sind Amateur-Jäger, sie verfügen aber über genügend Wissen, um dich umzubringen, auch wenn es nur ein glücklicher Zufall ist. «
„Das weiß ich jetzt auch", antwortete ich sauer. Nur zu gut erinnerte ich mich an den Geschmack von Leyla's Blut auf meiner Zunge. Ich holte tief Luft. „In dem Club lernte ich ein Mädchen kennen. Sie sagte mir, sie würde ..." , mir fiel es schwer, die Worte auszusprechen, „... mich ihr Blut trinken lassen. Gegen Geld."
Nathan seufzte und schüttelte den Kopf. Er nahm einen der Notizblöcke vom Tisch. , Wie hieß sie?" „Leyla." Ich sah ihm dabei über die Schulter, während er die Seiten umblätterte. Grobe Skizzen waren mit zahlreichen Anmerkungen am Rand versehen. Auf einer Seite war ein Polaroid-Foto mit einer Briefklammer befestigt. Er gab mir das Foto.
„Ist sie das?"Ich betrachtete das Bild. Diese Frau sah wie Leyla aus, aber sie hatte ihre dicken roten Locken unter einer schwarzen Perücke mit Pony-Frisur verborgen. Ich erkannte ihre Augen, ihr Blick war stechend und verrückt. Ich fragte mich, warum mir das nicht schon vorher aufgefallen war. Ich antwortete ihm, dass sie es sei, und gab das Bild zurück.

Meine erste Verwandlung Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt