Teil 42

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Amelia
Abends wasche ich mein Gesicht ab. Ich habe Pickelmale bekommen. Wieso habe ich diese blöden Pickel überhaupt ausgedrückt? Seufzend verteilte ich meine Pickelcreme in der Hoffnung, dass die Male weggehen.

,,Gute Nacht, Mamá.'' verabschiedete ich mich von ihr, als ich im Türrahmen stehe. ,,Gute Nacht, Hija!'' wünschte sie mir auch eine gute Nacht. Ich schloss die Tür hinter mir und schaltete auch mein großes Licht aus, um meine kleine Lampe neben meinem Bett anzuschalten. Ich gehe wie jeden Abend an mein Handy. Ich öffne Instagram und gehe in meine neuen Kommentare. Ich lese mir durch, was sie schreiben. Ich möchte wissen, was sie von mir halten und wieso sie mich nicht mögen. Ich lese Nachrichten wie: ,,Bring dich um.'' ,,Du verdienst es nicht mit Jude zusammen zu sein.'' ,,Ich hoffe du stirbst.'' ,,Alles wegen dem Geld.''

Plötzlich stürmte aus mir ein Wasserfall an Tränen. Ich wimmerte, während ich noch die Kommentare las, und immer mehr Tränen aus meinen braunen Augen kamen. Vielleicht haben die Leute recht? Vielleicht habe ich es wirklich nicht verdient, auf der Welt zu sein.

Aus dem nichts öffnete sich meine Tür und meine Mutter stand im Türrahmen. Ihre Augen weiteten sich sofort. ,,Oh Amore, was ist los?'' sagte sie ruhig, als sie sich neben mich auf mein Bett setzte. Ich schlunzte, als sie mich in den Arm nahm, um mich zu trösten. ,,Was ist los? Habt ihr euch gestritten?'' fragte sie besorgt, als ich ihr T-shirt voll heulte. ,,Ma- Mamá'' fing ich wimmernd an. ,,Ganz ruhig.'' Sie strich mir sanft über die Schultern, was mich an Judy erinnert. Er liebt meiner Schultern.

,,Sie hassen mich.'' brachte ich endlich einen vollständigen Satz heraus. ,,Wer hasst dich?'' fragte sie verwirrt. ,,Die Leute, sie schreiben nur schlechtes über mich.'' Ich zog meine Rotze wieder hoch. ,,Oh, hija, so ist das Internet. Was denkst du warum ich solche Plattformen nicht habe?'' meinte sie selbstverständlich. ,,Was soll ich jetzt tun? Ich komme damit nicht klar, Mamá.'' gestand ich zum ersten Mal. Ein Stein fiel mir vom Herzen

,,Viana, vielleicht wäre eine Auszeit für dich besser, meinst du nicht?'' schlug sie vor. Ich hob meinen Kopf verwirrt. ,,Was für eine Auszeit?'' fragte ich verwirrt. ,,Ich meine, dass du dir eine Auszeit nimmst von den Dingen, die dich stressen, wie Social Media.'' erklärte sie weiter. ,,Ich weiß nicht.'' meinte ich. ,,Überleg es dir, ja?'' Sie lächelte sanft. Gerade als ich antworten wollte, rief mich Jude an. ,,Geh ran, aber nicht zu lange telefonieren. Du hast morgen Schule.'' meinte sie leicht lachend, bevor sie aus dem Zimmer ging, und die Tür hinter sich schloss.

Ich atmete kurz ein und aus, bevor ich ran ging. Ich war froh, dass er nicht FaceTime anrief. ,,Hey Amore.'' begrüßte er mich lachend. ,,¿Cómo estás?'' fragte er lachend. ,,Muy bien si llamas. Espero que tú también estés bien.'' meinte ich, woraufhin er auflachte. ,,Soweit bin ich noch nicht!'' rief er lachend. ,,Du musst noch viel von mir lernen, mi querido.'' lachte ich. ,,Was hast du eben gesagt?'' fragte er verwirrt. ,,Ich habe gesagt, dass es mir gut geht, wenn du anrufst und ich hoffe, dass es dir auch gut geht.'' erklärte ich ihm lachend. ,,Ah! Das merk' ich mir, mi querido.'' ,,Aber sei ehrlich, ich kann schon gut Spanisch.'' ,,Also an der Aussprache kann man noch arbeiten.'' meinte ich kichernd.

,,Was machst du gerade?'' wechselte ich das Thema. ,,Ich liege im Bett. Du?'' fragte er zurück, ,,Ja ich auch. Bist du kaputt vom Training?'' fragte ich. ,,Ja, aber morgen ist das Spiel. Ich muss mich darauf konzentrieren. Kommst du morgen?'' fragte er. ,,Ich weiß nicht. Asya meinte sie möchte lernen, weil bald unsere Klausurenphase wieder beginnt. Ich versuche zu kommen.'' erklärte ich ihm. ,,Oh, okay. Ich würde mich freuen, wenn du kommen kannst. Dein Ausweis hast du ja.'' Seine Stimme veränderte sich schlagartig. Ich hasse es, ihn nicht unterstützen zu können.

...

,,Ach so, Via ich brauche deine Hilfe heute doch nicht.'' erzählte sie mir im Auto, als ich sie nachhause fuhr. ,,Ehrlich?'' fragte ich ungläubig. ,,Ja, alles gut. Frau Schröder hat es mir heute schon erklärt, ich hab es verstanden.'' meinte sie lächelnd. ,,Gott sei dank.'' meinte ich glücklich. ,,Wieso? Hattest du etwa keine Lust mit mir zu lernen?'' meinte sie gespielt beleidigt. ,,Doch, natürlich, aber Jude hat heute wieder ein Spiel. Er wollte, dass ich zu schauen gehe.'' erzählte ich ihr. ,,Ach so.'' meinte sie verständnisvoll. ,,Willst du mit kommen?'' fragte ich grinsend, weil ich wusste, dass sie auf die Frage gewartet hatte. ,,Ich dachte schon du fragst nie!'' schrie sie lachend. ,,Holst du mich später ab?'' ,,Ja, sei pünktlich fertig und nimm AJ mit.'' gab ich ihr Bescheid.

second chance  | JUDE BELLINGHAM Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt