Teil 44

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Amelia
Ich habe mich heute dagegen entschieden in die Schule zu gehen. Generell fiel es mir in den letzten Tagen schwer in die Schule zu gehen, weshalb meine Mutter gestern gesagt hat, dass ich lieber zuhause bleiben sollte.

Ich bin schon länger wach, aber liege nur im Bett. Ich werde heute zu Jude gehen, um ihn zu sagen, dass ich eine Pause möchte. Wie ich das übers Herz bringen werde, weiß ich noch nicht.

,,Viana, steh doch jetzt endlich auf.'' meine Mutter platzte in mein Zimmer und versuchte mich aus dem Bett zu kriegen. ,,Du kannst nicht so wie ein Penner leben.'' meinte sie, als sie ihre Hände in ihre Hüfte stützte. ,,Ich stehe ja schon auf.'' ,,Gut, komm ich habe Frühstück gemacht.'' Sie verließ mein Zimmer und ließ die Tür offen. Ich hörte auf meine Mutter und stand auf. Ich setzte meine Brille auf und zog mir auch meine Schlappen an.

Ich lief zu dem Esstisch, der großzügig gedeckt ist. Meine Mutter saß schon da und wartete auf mich. Ich setzte mich zu ihr und fing an meinen Teller zu füllen. ,,Wie geht es dir heute?'' fragte meine Mutter. ,,Okay.'' beantwortete ich ihre Frage. ,,Deine Therapeutin hat bei mir angerufen, sie meinte, dass für morgen noch ein Termin frei ist.'' Mein erster Besuch. Ich hoffe, ich schaffe das. ,,Ja, das passt mir.'' sagte ich bevor ich in mein Brötchen rein biss. ,,Fährst du gleich zu ihm?'' Sie fragte vorsichtig, während ich noch kaute. Ich nickte nur als Bestätigung. ,,Hast du Angst? Soll ich dich begleiten?'' ,,Nein, alles gut. Ich schaffe das.'' Ich lächelte kurz, doch dann verschwand mein Lächeln wieder.

,,Dein Vater kommt Sonntag zu uns.'' teilte sie mir mit. ,,Wieso?'' fragte ich kurz. ,,Er will nach dir sehen. Dein Vater macht sich Sorgen.'' Er bringt mir bestimmt Geschenke mit, die ich nicht will. ,,Mir geht es doch gut?'' log ich mich selbst an. ,,Dein Vater kommt trotzdem.'' Ich nickte kurz. ,,Hast du gestern wieder die Kommentare gelesen?'' Ich antworte nicht, weil ich nicht will, dass sie mich anmeckert, weil ich es getan habe. ,,Ich hab' dir doch gesagt, dass du das nicht tun sollst.'' meckerte sie, sowie ich es erwartet hatte. ,,Ich versuch's doch.'' Sie schüttelte ihren Kopf leicht. ,,Die Pause wird dir sehr gut tun, Hija.'' meinte sie noch, bevor sie anfing den Tisch abzuräumen. Ich wollte ihr helfen, doch sie lehnte ab.

Ich stand auf und lief ins Bad. Ich ging auf Klo, wusch meine Hände und auch mein Gesicht. Kaltes Wasser, wie ich es liebe. Ich trage nur meine Feuchtigkeitscreme auf. Im Ankleidezimmer zog ich mir meine Leggings an. Da es immer noch kalt ist, entscheide ich mich für einen Pulli. Das ist sein Pulli. Er riecht noch nach ihm, weil ich seine Pullover  nicht wasche, wegen dem Geruch. Anschließend zog ich mir noch meine Air-force an.

,,Ich gehe jetzt.'' gab ich meiner Mutter Bescheid, als ich mir den Autoschlüssel nahm und auch schon die Tür geöffnet hatte. Sie kam auf mich zu. ,,Du schaffst das. Denkt daran, dass du eine Powerfrau bist, Amore.'' motivierte sie mich, bevor sie mich umarmte. ,,Pass auf dich auf und fahr vorsichtig!'' rief sie nochmal, als ich die Treppen des Flurs runterging und sie im Eingang stand.

Mit dem Auto fuhr ich los zu Jude's Wohnung. Dort angekommen fiel mir auf, dass ich gar nicht Bescheid gesagt hatte, dass ich vorbei kommen würde. Was ist wenn Denise da ist? Ich stieg aus und seufzte aus. Es ist wirklich kalt. Ich zog mir meine Kapuze vom Pulli über und gehe dann in den Fahrstuhl. Vor der Wohnungstür bleibe ich stehen. Ich schaffe das. Ich bin eine Powerfrau, sowie Mamá sagt.

Ich klingele und Jude öffnete mir die Tür. ,,Oh, hi love.'' begrüßte mich mein Freund lächelnd. ,,Hey.'' begrüßte ich ihn auch. Er küsste mich kurz und zog mich dann in die Wohnung. Ich will meine Schuhe gar nicht ausziehen. ,,Willst du was trinken?'' fragte er was ich verneine. ,,Ist deine Mama zuhause?'' fragte ich. ,,Nein, sie ist einkaufen. Wieso bist du so früh hier? Hattest du heute keine Schule?'' fragte er verwirrt. ,,Ich bin heute nicht in die Schule gegangen.'' sagte ich ihm. ,,Oh, wieso nicht?'' fragte er.

,,Judy, wir müssen reden.'' ließ ich die Katze aus dem Sack. ,,Wieso? Willst du mit mir Schluss machen?'' lachte er. Ich antworte nicht. Stattdessen presste ich meine Lippen aufeinander. ,,Nein.'' Er lachte noch. Als er merkte, dass ich nicht lache, wurde seine Miene ernst. ,,Nein.'' Wieder schüttelte er seinen Kopf. ,,Das kannst du mir nicht antun.'' Er versuchte zu lachen. ,,Lass mich bitte ausreden.'' betete ich ihn drum. ,,Was willst du erklären?'' fragte er verwirrt, als seine Augenbrauen sich zusammen zogen. ,,Ich habe mich dazu entschieden mich von den Sachen zu trennen, die mich stressen. Du stresst mich nicht. Du weißt, dass ich dich liebe und mich niemals von dir trennen würde. Ich werde meine Social Media Accounts deaktivieren und ich gehe in die Therapie.'' erkläre ich ihm. ,,Therapie?'' Er klang aufgebracht. ,,Ich will eine Pause.'' erklärte ich ihm nochmal.

,,Ich denke es ist besser, wenn wir uns eine Zeit nicht sehen.'' teilte ich ihm meine Meinung mit. ,,Was heißt eine Zeit? Monate? Wochen? Tage? Warum gehst du in die Therapie?'' frage er nochmal aufgebracht. ,,Ich weiß selber nicht, wie lange wir uns nicht sehen werden. Mir geht es Physisch nicht gut, wegen dem Hass.'' ,,Dem Hass? Wir haben doch gesagt nichts trennt uns? Sei es der Hass oder sonst was.'' Seine Augen füllten sich mit Wasser. ,,Bitte, akzeptiere meine Entscheidung Jude.'' Ich bekomme auch Tränen. ,,Nein, nein!'' rief er. ,,Ich kann dich nicht gehen lassen.'' Aufgebracht lief er herum. Ich versuchte ihn zu stoppen, indem ich ihm an die Hand fasste. Er schlug sie sanft weg.

,,Das kannst du nicht tun. Ich muss dich sehen! Ich muss dich sehen.'' Er atmete schwer. ,,Jude, mit fällt es doch auch schwer.'' Ich fing an zu zittern. ,,Das kannst du nicht tun! Wir haben uns versprochen, uns unsere Herzen nicht zu brechen. Weißt du nicht mehr?'' schrie er etwas lauter. ,,Denkst du es ist für mich einfach?'' fragte ich und bewegte meine Hände. ,,Du bist doch die, die gerade eine Pause will.'' Plötzlich klang er sauer. ,,Ja! Weil ich Suizid Gedanken habe nicht weil ich aufgehört habe dich zu lieben.'' betonte ich und schrie dabei, weil ich auf ein Mal voller Wut bin. Er blieb still. ,,Bist du sauer?'' fragte ich vorsichtig. ,,Natürlich nicht! Ich bin sauer, dass du einfach ohne Vorwarnung mir davon erzählst, dass du eine Pause willst. Ich liebe dich immer noch, Viana.'' gestand er. ,,Es tut mir leid.'' entschuldigte ich mich. ,,Wenn wir uns lieben und wenn alles gut läuft mit meiner Therapie, werden wir wieder wie vorher sein können.'' erklärte ich ihm. ,,Wir bleiben in Kontakt.'' versichere ich ihm. ,,Ich werde deine Nähe so vermissen. Plötzlich flossen Tränen über seine Wangen, was mich auch zum weinen bringt. ,,Bitte, wein nicht Judy.'' bete ich ihn drum. ,,Ich kann nicht anderes.'' Er wimmerte.

Und ich konnte nicht anderes, als zu ihn zu laufen und seine Tränen wegzuwischen. Er hielte seine Stirn an meine. ,,Bitte, bau keinen Mist, wenn ich nicht da bin.'' Er lachte leicht, um seine Tränen zu unterdrücken. ,,Keine Sorge. Aber bau du lieber keinen Mist, wenn ich nicht da bin.'' sprach ich ihm nach und lächelte dabei schief. ,,Ich gehe.'' verkündete ich, als ich mich von ihm trennte. ,,Ein letzter Kuss?'' Er lächelte schief. Ich musste bei seinem Lächeln mit lächeln.

Ich tat ihm den Gefallen und drückte unsere Lippen aufeinander. Dieser Kuss drückte alle unsere Gefühle aufeinander. Seine Hände blieben bei meinen Wangen und meine Hände blieben bei seinem Nacken. Ich entfernte mich, bevor ich mich nicht mehr trennen kann. ,,Wir werden schreiben.'' versicherte ich ihm und lächelte. ,,Ich werde dir immer schreiben, love!'' schrie er hinterher, bevor ich die Tür schloss.

Sofort kamen mir die Tränen hoch, als ich im Auto saß. Die Musik passte sich meiner Stimmung an. Heulend fuhr ich nachhause.

Das werden schlimme Zeiten.

...
TIKTOK: livingyn

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second chance  | JUDE BELLINGHAM Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt