Kapitel 139 - Autsch

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Harry

 „Also was steht heute noch an?", führe ich das Gespräch mit Angie weiter, damit keine unangenehme Stille entsteht.

„Die Gestaltung des Covers und das darauf folgende Gespräch mit Mister Black." Sie holt ein kleines Notizbuch aus ihrer Arbeitstasche und legt es vor mich auf den Tisch. „Ich habe deine ganzen Termine hier eingetragen. Heute Abend lädt Mister Black dich mit seiner Frau und einem weiteren Arbeitskollegen zum Essen ein. Hier stehen die Details." Sie zeigt auf eine Stelle in dem kleinen Buch.

Ich nicke anerkennend und lasse meinen Blick über die Termine gleiten.

Das ist eine ganze verdammte Menge. Mister Black hat nicht untertrieben, als er sagte, dass es jede Menge Arbeit gibt. Bei meinem alten Verlag hat die Veröffentlichung höchstens zwei Wochen gedauert. Hier habe ich das Gefühl, dass nicht mal das eine Jahr ausreichen würde.

„Ist dieses", mit zusammengekniffenen Augen versuche ich die Wörter zu entziffern, die wahrscheinlich spanisch oder so Etwas in der Art sind, „Comida Deliciosa ein sehr teures Restaurant? Also sowas, wo man ohne Anzug rausgeschmissen wird, meine ich."

Angie grinst leicht amüsiert. "Ja, ist es. Es ist sogar eines der nobelsten und teuersten Restaurants in New York."

Ich seufze. "Zum Glück hat Raven mich gezwungen einen Anzug mitzunehmen." Ich erkenne auf Angies Gesicht einen fragenden Blick und da ich weiß, dass sie es sich nicht trauen würde, mich nach Raven zu fragen, beantworte ich die Frage in ihrem Kopf: "Raven ist meine Freundin", erläutere ich schmunzelnd und gleichzeitig schmerzt der Gedanke, dass sie nicht hier ist. "Sie wohnt in England."

Angies Mund verformt sich zu einem O und sie wäre blind, wenn sie nicht sehen würde, dass mir der Gedanke daran, dass wir eine Fernbeziehung führen schlechte Laune bereitet.

Ich muss Raven unbedingt nach diesem Essen anrufen. Ich wollte sie doch normalerweise gestern nach dem Flug anrufen. Fuck, sie muss sich doch total beschissen fühlen.

"Und – ", will Angie sagen, doch sie wird von der Kellnerin unterbrochen, die uns gerade die Sandwiches bringt. Doch als die Teller stehen und die Kellnerin wieder geht, scheint Angie nicht wieder sprechen zu wollen.

"Was wolltest du sagen?", frage ich deshalb und beiße in mein Sandwich.

"Ist schon okay", winkt sie schnell ab und bricht unseren Bllickkontakt ab, während sie isst.

"Sag schon", lache ich. "Knick jetzt bloß nicht ein, Angie."

"Es ist wirklich nicht so wichtig. Es war eh eine doofe Frage."

Ich sehe sie trotzdem auffordernd an und sie atmet schließelich ergeben aus. "I-Ich wollte fragen, ob deine Freundin vielleicht auch bald nach New York kommen wird... Vielleicht. Eventuell. Ich weiß ja nicht – "

"Schon okay, ich verstehe schon." Ich lache leicht. "Und bisher sieht es, um ehrlich zu sein, noch nicht so aus, als würde sie nach New York kommen. Zumindest nicht in voraussehbarer Zeit. Es ist ein wenig kompliziert was das angeht."

"O", macht Angie und sieht mich mitleidig an. "Ich hatte auch mal eine Fernbeziehung."

Ein wenig überrumpelt mit so einer offenen Information ihrerseits sehe ich sie blinzelnd an. "Und es hat nicht funktioniert?"

Sie schüttelt mit dem Kopf. "Nein. Es war zu schwer eine Beziehung von New York nach Wisconsin zu führen. Und ich hatte die Wahl zwischen Black Poe Enterprise oder meinem Freund."

"Und du hast dich für Black Poe entschieden? Einfach so?"

"Ja. Ich konnte die Chance hier in New York einfach nicht einfach wegschmeißen."Sie erzählt es so, als wäre es die einfachste Entscheidung gewesen, die sie je treffen musste.

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