Nach einer Millionen Jahren mal wieder ein Kapitel! Jetzt kommen wieder regelmäßig Kapitel! :)
Raven
Ich bin todmüde. Letzte Nacht konnte ich kaum schlafen, weil mich der Gedanke so sehr geplagt hat, dass Harry nicht neben mir lag. Es fällt mir im Allgemeinen in den letzten Nacht sehr schwer einen ruhigen Schlaf zu bekommen.
Ich vermisse Harry unglaublich.
„Hast du schon das von Niall und Andy gehört?", fragt Liam mich flüsternd, der neben mir im Kurs sitzt, während Professor Snow vorne von Mentalitäten redet.
Ich sehe ihn an. „Was meinst du?"
„Wir waren gestern bei Clavers und Niall und Andy haben sich ganz schön in die Haare bekommen. Den Grund habe ich nicht mitbekommen, irgendwas wegen Cate. Auf jeden Fall hat Niall jetzt ein blaues Auge und Andy eine aufgeplatzte Lippe."
Entsetzt klappt mir der Mund auf. „Was? Das ist ja schrecklich! Ist denn jetzt alles wieder geklärt?"
Liam zuckt mit den Schultern. „Ich behaupte mal nicht. Es gab eh schon die ganze Zeit eine Spannung zwischen den beiden."
Ich erinnere mich zurück an letzte Nacht, in der Niall mich abgeholt hat. Doch ich kann mich nicht erinnern ein blaues Auge in seinem Gesicht gesehen zu haben. Wahrscheinlich war es auf der anderen Seite seines Kopfes.
Er meinte, dass er Andy nicht ausstehen kann, weil er ein Arschloch wäre. Ich nehme an, dass Niall ihn wieder provoziert hat und daraus eine Prügelei entstanden ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Andy damit angefangen hat.
Auf einmal herrscht Stille im Kurs und alle sehen mir an.
Was ist denn los?
„Miss Green, können Sie uns eine Auskunft geben?"
Verwirrt blicke ich zu Professor Snow. „Über was?"
Er lächelt. „Über Harry. Wir haben gerade über ihn geredet. Wie läuft es denn bei ihm in New York?"
Na toll. Selbst im Unterricht wird man davon nicht verschont. War ja klar, dass das irgendwann ein Thema werden würde. Und dass ich dann die erste Ansprechpartnerin bin, ist natürlich genau so klar.
„Na ja", fange ich an. „Er hat viel zutun, hat er gesagt. Und, ähm, er reist bald nach L.A um sich mit einem Literaten zu treffen und... Ja."
Ich will nicht darüber reden. So schaffe ich es doch nie, Harry mal für eine Sekunde zu vergessen.
„O", macht Snow. „Das freut mich zu hören, dass es ihm dort gefällt. Lassen Sie doch das nächste Mal schöne Grüße von uns allen da, wenn Sie mal wieder mit ihm reden können." Dann wendet er sich wieder an die Klasse. „Seht ihr! Ihr müsst nur an euch glauben und dann schafft ihr das, was Harry auch geschafft hat."
Ich seufze. Wenn es nur so einfach wäre...
Vor mir höre ich zwei Mädchen tuscheln. Ab und zu sieht eine zu mir nach hinten, deshalb bin ich mir sicher, dass sie über mich reden.
Ich hebe eine Braue und beuge mich ein wenig zu ihnen nach vorne, um sie verstehen zu können. Doch das Einzige, das ich verstehe ist ‚Harry', ‚Ravely', ‚Fernbeziehung', ‚Trennung' und ‚Fremdgehen'.
Wow. Es ist offensichtlich worüber sie reden.
Ist es wirklich so ein Thema für andere, wie Harry und meine Beziehung läuft? Gestern hat mich Niall auch sofort darauf angesprochen. Und das schlimmste an all den Gesprächen über Harry ist, dass ich mich danach schlechter fühle, als davor, denn alle haben bisher behauptet, dass sie eine Fernbeziehung in diesem Ausmaß nie führen könnten. Soll mir das irgendwie Hoffnung auf eine Zukunft mit Harry geben?
Ich bin froh, als ich endlich aus dem Kurs fliehen kann. Mittlerweile macht mir der Kurs für kreatives Schreiben ganz und gar keinen Spaß mehr. Er erinnert mich zu sehr an Harry und das lenkt mich ab. Jedoch kann ich nichts dagegen tun. Einfach alles hier erinnert mich an ihn. Sogar der Weg zum Physikkurs. Hier haben wir das erste Mal miteinander geredet.
Bei dem Gedanken, an unsere erste Begegnung muss ich grinsen. Ich war so stur damals, und Harry war damals schon der typische charmante Harry.
„Das macht zwei Pfund", sagt der Verkäufer des Kaffeestands in der Londoner Stadt mit griesgrämigem Ausdruck zu mir.
Ich übergab ihm dennoch lächelnd zwei Münzen und nahm ihm den Kaffee aus der Hand. Als ich gerade das Wechselgeld in meine Tasche stecken will, spüre ich mein Handy in meiner Hosentasche vibrieren.
Ich ziehe es heraus und lese die Nachricht von Harry, die sofort wieder mein Herz bersten lässt. Hey, Baby. Sitze gerade im Black Poe Jet nach L.A und hatte schon meinen zweiten Scotch, um den Flug zu überleben. Dein Angebot mit dem Telefonsex hat mich in ganz schön peinliche Situationen gebracht. Trotzdem hoffe ich, das Angebot steht noch. Ich liebe dich
Ich seufze. Ich vermisse ihn abgöttisch, das ist schon nicht mehr normal.
Schnell schreibe ich zurück. Hey, du Baby mit Flugangst. Vergiss nicht, dass deine Chancen einen Flugzeugabsturz zu überleben sinken, wenn du betrunken bist. Und natürlich steht das Angebot noch. Du fehlst mir schrecklich
Und genau in der Sekunde, als ich es abschicke knalle ich in einen großen Rücken rein. Mir fällt fast das Handy aus der Hand, doch ich kann es noch gerade aufhalten.
„Tschuldigung", sage ich schnell und ziehe mir meine Schultasche wieder richtig über die Schulter. „Das war nicht meine – Ben?"
Als der Mann vor mir sich umdreht, grinst mir ein glücklicher Ben entgegen. „Raven. Mal wieder ein Zufall, dass wir uns in der Stadt treffen."
Ich hebe gespielt eine Braue. „Bist du dir sicher, dass du nicht irgendein kranker Stalker bist?"
„Nee, einfach nur ein müder Kerl, der unbedingt einen Kaffee braucht", lacht er und geht an mir vorbei zu dem Kaffeestand. Er trägt seine Arztklamotten und deshalb nehme ich an, dass er gerade Mittagspause hat.
Ich geselle mich zu ihm. „Du warst gestern noch so lang wach und hast mit uns getrunken, obwohl du heute arbeiten musst? Das ist ja mal gar nicht Ben-like."
Er lacht und gibt dem unfreundlichen Verkäufer zwei Pfund und nimmt ihn den Kaffee ab. „Was wäre denn Ben-like?"
„Ich weiß nicht. Den ganzen Tag lernen und abends um zehn schlafen gehen. Sowas in der Art."
Ben lacht noch lauter und hält sich den Bauch, so wie er es immer tut, wenn er lacht. „So war ich vielleicht noch ganz am Anfang von meiner Medizinlehre! Aber jetzt nicht mehr. Ich habe mit der Zeit gelernt, dass man einfach solche Abende genießen muss, wenn man Arzt ist. Sonst wirst du noch verrückt!"
Ich lache ebenfalls. „Das glaub ich dir sofort. Hast du Zeit was zu essen? Ich wollte gerade zu dem Inder hier in der Nähe."
Er sieht auf die Uhr an seinem Handgelenk. Dann nickt er lächelnd. „Jap, ich habe Zeit. Meinst du, ich kann mich im Arztkittel dort zeigen lassen?"
„Du kannst dich überall im Arztkittel zeigen lassen! So springen dir Frauen, sowohl als auch Mann um den Hals, glaube mir!" Ich gehe mit ihm in die Richtung zu dem Restaurant und schiebe mir das Handy wieder in die Hosentasche.
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Lives Collide 2
Fanfiction"Er bildete ein schöneres Zuhause für sie, als das Haus in dem sie lebte." Dann ging ihre Geschichte weiter. Mehr Geheimnisse, mehr Kummer, mehr Liebe als je zuvor. Werden sie es schaffen glücklich zu sein, wenn sie auseinander gerissen werden? wr...
