Kapitel 168 - Das iste perfecto!

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Ich will auch so einen Freund wie Harry in meinem Buch.

Raven

„Okay, hier sollte es sein", sage ich und lotse Harry über einen Bürgersteig zu dem Eingang, meiner – vielleicht – Wohnung. Von außen sieht es sehr alt aus und die Treppe, die in die Wohnung führt ist kaputt, aber ich denke, dass der erste Eindruck trübt, denn die Beschreibung im Internet war mehr als gut.

Harry betrachtet das Gebäude vor uns. „Das sieht echt scheiße aus."

Ich schnalze mit der Zunge und gehe auf die steinigen Treppen zu. „Wenn du sofort so negativ eingestellt bist, lasse ich dich gleich hier draußen stehen. Die kannst die Wohnungen hier nicht mit deiner vergleichen."

Harry folgt mir zur Tür und lacht. „Nein, das kann ich definitiv nicht. Aber okay. Ich versuche sachlich an die Sache ran zu gehen."

„Solltest du." Ich klopfe an der alten Tür. „Halte dich am besten komplett raus."

Er hebt nur die Hände und grinst, als würde er das nie tun. Doch ich kenne ihn. Er wird es tun.

Ich verfluche mich schon jetzt dafür, dass ich ihm erlaubt habe, mitzukommen.

Die Tür wird geöffnet und ein älterer, etwas dunkelhäutiger, kleiner, kräftiger Mann mit Schnauzbart öffnet uns die Tür. Er riecht undefinierbar, dennoch trägt er einen Anzug. Zwar ist ihm dieser eine Nummer zu klein, doch das scheint ihn nicht zu stören. Er muss der Immobilienmakler sein.

„Aaa", macht er glücklich, als er mich und Harry sieht und breitet die Arme aus. Ich kann seinen Mundgeruch bis zu mir riechen. Er hält erst Harry und dann mir die Hand hin, um sie zu schütteln. „Komme Sie rein, komme Sie rein."

Er scheint Spanier zu sein, sein Akzent ist sehr ausgeprägt.

Ich betrete vor Harry die Wohnung und dieser sieht mich wieder seinem ‚Ich hab's dir doch gesagt' – Blick an. Aber bis jetzt ist noch nichts entschieden. Nur, weil der Immobilienmakler etwas muffig riecht, heißt das nicht, dass die Wohnung schäbig ist.

Der kleine Spanier geht vor uns durch einen kleinen Flur. Und wenn ich klein sage, dann meine ich auch klein. Ich habe zwar erwartet, dass hier alles klein ist, aber das ist wirklich mickrig. Wir müssen uns schon quetschen, um hier zu dritt stehen zu können.

„Iche zeige euch die erste Simmer", ruft der Spanier uns glücklich zu und winkt uns durch einen Türrahmen, der mal wieder gestrichen werden könnte. Die Farbe splittert ab und unten die Ecken sehen ... abgekaut aus? Da scheint wohl ein Hund dran rumgeknabbert zu haben.

„Hm, ja, sehr beeindruckend", sagt Harry ironisch mit den Händen hinter dem Rücken verschränkt und mustert die Wände, als wir dem Spanier in das Zimmer folgen.

Die Wände sind übrigens ebenfalls abgrundtief schlecht tapeziert. An manchen Stellen fehlt ein Stück und man sieht die Betonwand dahinter. Und es müffelt.

„Pscht." Ich funkle Harry böse an.

„Das iste die Slafzimmer", erläutert der kleine, mollige Spanier total überzeugt von diesem Zimmer und geht durch den kleinen Raum, in dem ein kleines Bett steht. Er klopft zweimal auf das Bett und grinst mich an. „Komme Sie, probiere Sie! Sehr bequem, sehr bequem!"

Unauffällig sehe ich von dem Spanier zu Harry, der mich nur schadenfroh angrinst.

Deshalb gehe ich fast angewidert von dieser Matratze auf das kleine Bett zu und setze mich vorsichtig darauf, weil es so aussieht, als würde es jeden Moment unter meinem Gewicht zusammenkrachen. Es kracht zwar nicht zusammen, aber es knarrt heftig.

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