Kapitel 177 - Wenn die Nacht am stillsten ist

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Sorry, ich mag das Kapitel nicht. Irgendwie bin ich momentan nicht zum Schreiben aufgelegt.

Raven

Harry beobachtet mich nachdenklich, als ich beginne mir etwas von dem Ei und dem Gemüse auf meinen Teller zu schöpfen.

Nach einer Weile voller Schweigen fragt er: „Was möchtest du heute tun? Ich kann meine Arbeit verschieben, dann könnten wir heute was unternehmen."

„Du musst deine Arbeit nicht für mich verschieben."

„Ich möchte es aber. Also, was willst du machen? Wir könnten shoppen gehen."

Ich grinse ihn unglaubwürdig an. „Shoppen gehen? Seit wann möchtest du shoppen gehen?"

Jetzt lächelt er wieder und lehnt sich zurück. „Na ja, irgendetwas scheint dich zu bedrücken, und ich habe gehört, dass Frauen glücklich werden, wenn man mit ihnen shoppen geht."

„Das ist ein Mythos."

„Ich hoffe es. Ich möchte nicht immer einkaufen gehen, wenn du traurig bist."

Schließlich schüttle ich den Kopf. „Vielleicht wann anders, ich bin noch sehr müde."

Wieder betrachtet Harry mich skeptisch. „Okay, wann anders."

Schweigend esse ich mein Essen und fange an mich jede Sekunde mehr zu hassen. Ich sollte Harry mein schönstes Lächeln bieten und kein Trahntütengesicht, das hat er nicht verdient. Ich sollte ihm für all das glücklich um den Hals fallen und ihn mit Küssen beschütten.

Irgendwann bricht er wieder die Stille. „Ich habe noch eine minimale Überraschung für dich."

Ich sehe ihn an. „Eine Überraschung?"

„Ich weiß nicht, ob man das Überraschung nennen kann, wir haben schon mal darüber geredet. Aber ich bin mir nicht sicher, ob du dich noch daran erinnern kannst."

„Mhh." Ich nehme den letzten Schluck von meinem Orangensaft und lege die Gabel beiseite. „Also ich bin bereit für eine Überraschung."

Er grinst und steht auf. „Okay, komm mit."

Ich muss mir ein Seufzen unterdrücken, als ich ihm die Treppen nach oben folge. Harry ist tatsächlich der tollste Mensch der Welt. Er versucht mir all das viel einfacher zu machen, denn ich bin mir sicher, dass er merkt, dass die Entscheidung nach New York zu ziehen, nicht einfach für mich war oder ist.

Wir bleiben vor einer Tür stehen und Harry holt einen Schlüssel von dem Türrahmen, der oben drauf lag.

„Du hast abgeschlossen?", frage ich ihn amüsiert. „Du bist hier doch ganz allein."

Er schließt die Tür auf und sagt: „Ich konnte nicht das Risiko eingehen, dass du es vorher siehst und hier oben kommst du sowieso nicht dran." Grinsend legt er den Schlüssel wieder auf den Türrahmen.

Wir betreten das Zimmer, es ist noch komplett dunkel, weil die Rollladen noch unten sind, doch ich erkenne einen Schreibtisch vor dem großen Fenster.

„Bleib hier stehen", weist Harry mich an und geht zu dem Fenster und drückt auf einen Knopf, womit die Rollladen wie eine Art Wellenschlag verschwinden und das Zimmer wird komplett hell.

Und mir wächst sofort ein Kloß im Hals.

Mitten im Raum steht ein etwas größerer Kirschholzschreibtisch, der genau in Richtung zum großen Fenster zeigt, wo man über ein paar Häuser und Bäume sehen kann. An den Wänden stehen drei Regale, die mäßig mit Büchern gefüllt sind. Ein cremefarbener großer Sessel steht auch vor dem Fenster, er sieht sehr bequem aus.

Ich gehe mit einem Kloß im Hals auf den Schreibtisch zu.

Harry hat mir eine Schreibmaschine gekauft. Sie ist wahnsinnig schön.

Dieses Zimmer ist einfach der reinste Wahnsinn, es sieht extrem gemütlich aus und ich fühle mich sofort wohl. Er muss das alles in der letzten Woche eingerichtet haben, als ich nicht da war, denn als ich das letzte Mal hier war, stand das Zimmer noch leer.

Immer noch schweigend gehe ich von dem Schreibtisch zu dem Sessel. Darauf liegt ein Buch.

Wenn die Nacht am stillsten ist, heißt es. 

Mir entweicht jegliche Luft aus den Lungen.

Ich wollte dieses Buch schon so lange lesen, doch ich konnte es nirgends finden, nicht mal im Internet. Es hat einen hohen Sammlerwert.

„Ist das ...?", keuche ich und nehme das alte Buch in die Hand.

Harry kommt einen Schritt auf mich zu. „Ja, ist es."

Ich öffne es und streiche über die alten Seiten und Buchstaben, der Kloß in meinem Hals wird immer größer.

„Ich habe es aus L.A. mitgenommen. Der Literat, bei dem ich war hat es mir verkauft."

Ich sehe ihn an. „Das muss ein Vermögen wert sein."

Er zuckt nur mit den Schultern. „Es ging. Hauptsache, du kannst es endlich lesen."

Mit der ersten Träne im Auge sehe ich wieder auf das Buch in meinen Händen.

Das alles habe ich nicht mal verdient. Ich hätte so was für Harry tun sollen, doch er nicht für mich. Er versucht so viel, um mich glücklich zu machen.

Schließlich schniefe ich.

„Wieso weinst du?", fragt Harry mich mit Sorge in der Stimme und drückt mich an sich.

„Das – Das ist einfach alles viel zu schön", schniefe ich und wische mir eine Träne von der Wange. „Ich meine, das Frühstück war ja schon toll, dann hast du extra für mich das Zimmer einrichten lassen und kaufst mir das Buch. Ich habe das nicht verdient."

Er streicht mir über den Hinterkopf. „Doch hast du. Du hast mir den größten Gefallen der Welt getan, das hier ist das mindeste, das ich tun kann, um dich genauso glücklich zu machen, wie ich es bin, Baby." Liebevoll nimmt er mein Kopf in seine großen Hände und betrachtet mich eindringlich. „Ich weiß nicht, was momentan in deinem Kopf vor geht und wieso dein Lächeln nicht mehr echt wirkt, aber du musst einfach wissen, dass ich alles tun würde, damit du dich hier wohl fühlst. Auch, wenn du vielleicht bald eine eigene Wohnung hast, will ich, dass du hier glücklich bist, bei mir. Weil ich dich liebe. Es ist für den Anfang nicht einfach für dich, das weiß ich, mir ging es zu Beginn nicht anders, aber du wirst es nicht bereuen, das verspreche ich dir. Von mir aus kann ich dir tausend von solchen Büchern kaufen, damit du glücklich wirst, aber bitte sei nicht traurig. Ich liebe dich zwar auch, wenn du deprimiert bist, aber wenn du strahlst, gefällst du mir noch viel besser."

Ich grinse. Ja, ich grinse echt, es erreicht meine Augen, es erreicht mein Gehirn und mein Herz.

„Ich liebe dich", sage ich zu Harry.

Er küsst mich schmunzelnd und streicht mir dann mit dem Daumen über die Wange. „Und ich liebe dich."


Lives Collide 2 Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt