Das auf dem Bild ist Steven. Have fun. <3
Raven
Nachdem das Ambiente der zweiten Wohnung auch ein totaler Reinfall war, spiele ich immer mehr mit dem Gedanken zu Harry zu ziehen.
Zwar war die Wohnung, in der wir eben gerade noch waren, nicht mal halb so schlimm, wie die, die uns dieser komische Spanier andrehen wollte, doch sie war definitiv nicht bewohnbar. Harry meinte, dass er mich auf keinen Fall in so einer heruntergekommen Wohnung wohnen lassen kann.
Ich bin mir zwar sicher, dass ihn das mehr als erfreut, dass meine Wohnungssuche daneben geht, doch ich kann mich noch immer nicht mit der Tatsache anfreunden zu ihm zu ziehen.
Ich weiß, dass ich mir keine Gedanken um meine Finanzen machen müsste und dass Harry's Wohnung mehr als genug Platz für uns beide zu bieten hat, aber ich möchte nun mal nicht von ihm abhängig sein. Doch darüber werde ich später noch einmal nachdenken.
Steven hat Harry und mich zum Essen eingeladen, und Harry meinte, ich darf mir das auf keinen Fall entgehen lassen, da dieser Steven eine absolut Stimmungsbombe sein soll. Na ja, da bin ich mal gespannt.
Ich würde mich mehr auf diesen Abend freuen, wenn Angie nicht dabei wäre. Theoretisch kann ich es mir nicht erlauben etwas gegen sie zu haben, doch ich mag sie einfach nicht. Keine Sekunde.
Aber Steven musste sie ja unbedingt ebenfalls einladen.
Deswegen watschle ich schon eine Stunde vom Schlafzimmer zum Bad, um mich so gut wie es geht für diesen Abend herauszuputzen. Angie ist wirklich hübsch, deswegen will ich zeigen, dass ich auch hübsch sein kann.
O, man. Ich komme mir vor, wie ein eifersüchtiges Monster, aber ich kann nichts dagegen tun.
Ich habe das schwarze Kleid an, das ich an dem Ball mit Ben anhatte und trage heute extra viel Make-Up auf. Ein sauberer Lidstrich hier, bisschen Rouge und Konturen ziehen hier, dann noch ein wenig Lidschatten mit Lipgloss da und schon bin ich fertig. Zum Schluss noch die Haare glätten, damit sie mir endlich mit ihrer ganzen Länge über die Brust fallen.
Zufrieden betrachte ich mich im Spiegel. Ich sehe gut aus. Hoffentlich sieht Harry das auch so.
Harry klopft an der Tür des Badezimmers. „Wenn du Silvester noch erleben möchtest, dann solltest du langsam mal zu einem Ende kommen, Baby."
Ich atme noch einmal tief ein und aus und fahre mir durch die Haare, bevor ich mit meinen hohen Schuhen zur Tür stöckle und sie öffne.
Harry hat gerade die Faust oben, um noch einmal zu klopfen, dann blickt er von meinem Gesicht mit großen Augen an mir herab. Er selbst trägt eine schwarze skinny Jeans mit weißen Hemd, das oben etwas weiter aufgeknöpft ist, damit seine Tattoos hervorstechen. Er gefällt mir ebenfalls.
Unsicher kaue ich auf meiner Lippe. „Ist es zu viel?"
Er blinzelt mehrmals, dann grinst er und geht einen Schritt zurück. „Baby, du siehst ... " Er geht noch einen Schritt zurück, um mich besser betrachten zu können. „Rattenscharf aus!"
Mehr als glücklich über diese Antwort lächle ich. „Zum Glück."
„Kaum zu glauben, dass ich so eine scharfe Freundin habe", sagt er und kommt wieder auf mich zu und drückt mich an meinem Hintern gegen sich. „Wir sollten fahren, bevor ich auf dumme Gedanken komme."
Ich muss kichern und schupse ihn leicht von mir weg. „Wer bist du? Christian Grey? Dieses perverse Gerede passt gar nicht zu dir."
Als er mir die Treppen herunter folgt, sagt er: „Gefällt es dir nicht? Ich dachte, wenn ich schon mal so ein riesiges Apartment habe und außerdem jede Menge Kohle, könnte ich auch langsam mal damit anfangen. So einer Anna – Christian Relation eifert doch normalerweise jede Frau hinterher."
Ich verdrehe nur die Augen, packe meins und Harry's Handy in meine Clutch. „Ganz und gar nicht. Versuche nicht unsere Beziehung mit so einem seltsamen Fetischismus Roman zu vergleichen. Das ist krank."
Harry lacht leicht, als er hinter uns die Haustür schließt und wir zu seinem Wagen gehen.
Als wir vor dem Restaurant stehen, das Steven uns gesagt hat, wird mir erst klar, in welchen Verhältnissen Harry momentan eigentlich lebt. Er hat tatsächlich jede Menge Kohle und all seine Bekannte, die er hier in New York hat, ebenfalls.
Dieses Restaurant schreit nur nach reichen Gästen und vergoldeten Stühlen. Ich fühle mich ein wenig unwohl, doch daran muss ich mich erst gewöhnen. Das ist das erste Mal, dass ich solch ein nobles Restaurant betrete, doch ich habe Harry an meiner Seite und ihn scheint das alles mehr als kalt zu lassen.
Na ja, er hatte auch schon etwas länger Zeit sich in New York mit so viel Schnick Schnack einzuleben. Wahrscheinlich war er jeden Tag in irgendwelchen teuren Bars und Restaurants.
Weil Harry merkt, dass mich dieser luxuriöse Charme des Restaurants zu erschlagen scheint, nimmt er vor dem Eingang meine Hand und lächelt mir aufmunternd zu. Sofort geht es mir wieder wohler.
Wir müssen unsere Namen am Eingang sagen und schon werden wir durch den riesigen Saal zu einem Tisch geführt, an dem schon ein Mitte zwanziger Kerl mit braunen hochgegelten Haaren sitzt. Daneben eine junge Frau.
Das sind wohl Steven und Angie.
Sofort mustere ich Angie schon von Weitem von oben nach unten. Ihre Haare trägt sie ebenfalls offen über ihre dünnen Schultern, und ihr Make – Up ist sehr ordentlich aufgetragen. Ihr Kleid ist ebenfalls sehr schön. Außerdem gefallen mir ihre Schuhe viel besser als meine. Ihre sind schwarz mit Spitze und meine sind einfach nur hautfarben. Außerdem ist sie dünner als ich. Das mag ich nicht.
Als wir uns dem Tisch nähern, blickt erst Steven auf. „A, da seit ihr zwei ja."
Jetzt sieht auch Angie zu uns. Sie wirkt extrem schüchtern, doch sie lächelt zu mir. Nur mit Mühe kann ich ihr zurücklächeln.
Steven steht auf und schüttelt mir breit grinsend die Hand. Er hat einen kleinen schiefen Zahn oben links, doch sein After Shave ist schon fast penetrant. Außerdem trägt er einen Anzug, der mehr als teuer aussieht. „Endlich lerne ich mal die Freundin dieses Wichsers kennen", grüßt er mich.
Ich hebe die Brauen. Was hat er gerade gesagt?
Harry grinst nur.
„Kaum zu glauben, dass er so eine wuuunderschöne Freundin hat." Steven hält mich an der Hand und dreht mich ein wenig, sodass er mich besser betrachten kann.
Ich komme mir vor, wie ein Ausstellungsstück. Er scheint wohl keine Berührungsängste zu haben.
„Wow, sogar das Kleid." Steven dreht mich wieder in seine Richtung und bildet mit seinem Zeigefinger und Daumen ein O. „Echt bombe."
„Ey, ich stehe genau neben dir, Arschloch", lacht Harry und will sich zwischen uns stellen.
Steven schnaubt nur und hält ihn weg. „Fresse, ich betrachte gerade deine Freundin." Dann sieht er wieder zu mir und fasst die Spitzen meiner Haare an. „Die sind sogar gesund, sehr gut gepflegt. Ja. Ja, sehr gut." Dann klopft er Harry auf die Schulter. „Gut ausgesucht, Kumpel. Ich bin stolz auf dich."
Völli überfordert mit der ganzen Situation sehe ich zu Harry, der aber die ganze Szene immer noch nur lustig findet und sich an den Tisch setzt. „Vielen Dank."
Steven geht wieder um den Tisch herum und setzt sich mir gegenüber. Angie sitzt Harry gegenüber.
„Nimm ihn nicht für voll", lässt Harry mich wissen, als er sich die Speisekarte nimmt. „Er meint das natürlich alles nicht ernst."
Okay, das beruhigt mich ein wenig. Ich nicke. Im Nachhinein ist Stevens Art schon ganz witzig. Er hat auf jeden Fall fast den gleichen Humor wie Harry, das lässt ihn sympathisch wirken.
Steven lacht auf. „Aber dass Harry eine scharfe Freundin hat, war natürlich mein voller Ernst."
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Lives Collide 2
Fanfiction"Er bildete ein schöneres Zuhause für sie, als das Haus in dem sie lebte." Dann ging ihre Geschichte weiter. Mehr Geheimnisse, mehr Kummer, mehr Liebe als je zuvor. Werden sie es schaffen glücklich zu sein, wenn sie auseinander gerissen werden? wr...
