Ich hasse dieses Kapitel.
Raven
Bevor Ben und ich noch in das Restaurant gehen konnten, wurden wir von seinem Pieper unterbrochen. Er musste schnell zurück ins Krankenhaus, weil mit einem seiner Patienten etwas nicht stimmte. Ich hatte ihm angeboten, dass wir am nächsten Tag etwas essen, doch er machte einen besseren Vorschlag.
Also spaziere ich in grünen Pflegerklamotten durch die Gänge des Krankenhauses, die ich noch zu gut kenne.
Ben meinte, dass niemandem auffallen würde, dass ich nicht wirklich hier arbeite, wenn ich einfach nur neben ihm herlaufe, als wäre ich eine Schwester.
Ich muss sagen, dass es mir unglaublichen Spaß macht. So vergesse ich Harry für ein paar Stunden.
„Ich habe schon ein wenig Angst, dass wir Ärger bekommen", sage ich leise zu Ben, während wir gerade zu einem seiner Patienten laufen.
„Ach", macht er locker. „Mach dir mal keine Gedanken. Wenn, dann nehme ich alles auf meine Kappe. Ist ja nur mein Medizinstudium, dass ich dann verliere."
Ich boxe ihm gespielt gegen die Schulter. „Hey, mach mir nicht so ein schlechtes Gewissen! Das war deine Idee."
Er lacht und reibt sich die Stelle. „Das war aber nicht unbedingt Schwester-like."
„Du bist ja auch nicht Ben-like, also muss ich auch nicht Schwester-like sein."
Wir betreten ein Zimmer, in dem eine ältere Frau am Rand ihres Bettes sitzt und durch eine Zeitschrift blättert. Sie trägt keinen Krankenhauskittel, deshalb nehme ich an, dass sie nicht besonders krank ist.
„So", sagt Ben zu der Frau, als er die Tür wieder hinter uns schließt. „Hast du schon alle Sachen gepackt?"
Sie sieht lächelnd zu uns auf und legt die Zeitschrift weg. „Aber natürlich. Ich kann es kaum erwarten, endlich diese weißen Wände nie wieder sehen zu müssen."
Ben geht zu ihr hin und hält ihr das Stethoskop an die Brust, dass er ständig um den Hals trägt. „Das kannst du auch. Wann geht denn dein Flieger?"
Die Frau betrachtet mich eindringlich und ich bekomme das Gefühl, dass ich sie schon mal irgendwo gesehen habe. Ihr Gesicht kommt mir unheimlich bekannt vor.
„In zwei Stunden", sagt sie, ihr Blick noch immer auf mir. „Raven?"
Ich blicke fast erschrocken auf. „Ähm, ja?"
Plötzlich grinst die Frau breit und steht auf, nachdem Ben fertig mit seiner kurzen Untersuchung ist. „Wie schön, dass wir uns mal wieder sehen! Das ist ja schon eine halbe Ewigkeit her! Sag, wie geht es Harry? Und wie geht es dir? Ich freue mich so!"
Verwirrt hebe ich die Brauen. Wer ist das? In meinem Kopf fliegen Unmengen von Bildern umher, doch ich kann sie einfach nicht zuordnen. Ich habe eine Menge neuer Leute kennenlernt, seitdem ich Harry kenne. Das wird langsam immer komplizierter.
„Du scheinst mich nicht wieder zu erkennen", lacht die Frau. „Ich bin's. Bronnie. Die, die damals so seltsame Schläuche in der Nase hatte und aussah wie der Tod höchstpersönlich."
Und sofort weiß ich Bescheid. Natürlich! Bronnie aus den Lesestunden. Ich wusste, dass mir ihr Gesicht etwas sagt. Doch sie sieht unglaublich anders und unglaublich gut aus. Sie sieht gesund aus. Sie trägt jetzt einen stylischen Kurharschnitt und sie hat zugenommen.
„Ja!", sage ich glücklich. „Ich wusste doch, dass ich dich kenne. Du siehst unglaublich gut aus!"
Sie nickt zufrieden. „So fühle ich mich auch. Der Krebs konnte in den letzten Monaten geheilt werden und jetzt darf ich endlich wieder meine Familie sehen."
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Lives Collide 2
Fanfiction"Er bildete ein schöneres Zuhause für sie, als das Haus in dem sie lebte." Dann ging ihre Geschichte weiter. Mehr Geheimnisse, mehr Kummer, mehr Liebe als je zuvor. Werden sie es schaffen glücklich zu sein, wenn sie auseinander gerissen werden? wr...
