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Harry
„Wage es jetzt bloß nicht aufzulegen!", schreie ich noch in die Leitung, bevor ich das allbekannte Tuten höre. „Raven?" Ich sehe auf mein Handy und sehe, dass sie tatsächlich wieder einmal einfach so aufgelegt hat. Geladen drücke ich auf Rückruf.
„Diese Nummer ist momentan nicht erreich – "
„Fuck!", brülle ich vor Wut und schmeiße mein Handy voller Wucht auf meine Couch. „Das kann doch nicht ihr Ernst sein!"
Ungehalten vergrabe ich meine Hände in meinen Haaren und versuche die Situation für einen kurzen Moment sicken zu lassen.
Ich atme tief ein und aus, um mich zu beruhigen.
Raven ist eine verdammt sture Nervensäge, wenn man mit ihr streitet und das scheint sich auch nicht geändert zu haben, seit ich in New York bin.
Wieso versteht sie meine beschissene Situation nicht? Ben ist ein Wichser und ich bin mir sicher, dass es ihm am Arsch vorbei gehen würde, dass Raven mit mir zusammen ist, wenn er die Chance auf ein wenig Zuneigung von ihr hat.
Bei der Vorstellung, wie er Raven im betrunkenen Kopf berührt wird mir kotz übel und mir auszumalen, wie er sie versuchen könnte zu küssen, weil sie unzurechnungsfähig ist und gleichzeitig auch noch angepisst von mir, wird mir fast schwarz vor Augen.
Diese ganze Sache mit der Fernbeziehung läuft schlechter, als ich dachte. So kompliziert und ätzend hätte ich es mir nie ausgemalt. Ich bin meinem Vertrauen zu Raven komplett ausgeliefert und das lässt mich an einer Klippe stehen. Ich vertraue Raven, das tue ich wirklich, aber ich vertraue Ben nicht.
Ich kenne ihn.
Nur wegen ihm muss ich mich mit so einer beschissenen Situation auseinander setzen und mir Gedanken darüber machen, was Raven gerade tut.
Steht sie mit Ben vielleicht an der Bar und trinkt weiter? Oder sind sie zu ihr ins Zimmer? Womöglich zu ihm ins Wohnheim.
Die ganze Sache bereitet mir höllische Kopfschmerzen.
Wenn sie nüchtern gewesen wäre, hätte man sich mit ihr wenigstens noch normal unterhalten können, dann wäre es mit Sicherheit nicht so ausgeartet. Jetzt muss ich hier stehen und mich beherrschen nicht sofort in den nächsten Flieger nach London zu fliegen, um Ben klarzumachen, zu wem Raven wirklich gehört und Raven klarmachen, dass sie verdammt nochmal nicht machen kann was sie will.
Ich bin kein aggressiver Typ, das war ich noch nie, aber ich kann einfach nicht zusehen, wie ein Wichser wie Ben sich einfach an meine Freundin ranmacht, nur, weil ich nicht da bin.
Ein klein wenig beruhigter lasse ich mich seufzend auf meine Couch fallen und ziehe mein Handy aus der Couchritze, um Raven ein zweites Mal zurückzurufen. Vielleicht hat sie sich mittlerweile wieder einbekommen und verhält sich nicht mehr wie ein stures Kind.
„Diese Nummer ist momentan – "
Und wieder landet das Handy in der Couchritze.
Das alles ist ein riesiges Desaster.
Ich bin gerade mal eine Woche hier und schon schreien wir uns über das Handy an, weil wir beide nicht damit klarkommen, dass andere Menschen mit dem jeweils anderen agieren dürfen, nur wir nicht.
Aber die Sache mit Angie habe ich nicht verstanden. Raven brauch nicht mal eine Sekunde eifersüchtig auf sie zu sein, denn sie ist nicht mal mein Typ. Sie ist viel zu schüchtern und verschlossen, genau das Gegenteil von Raven und ich will mit jemandem umgehen, mit dem man sich über mehr, als nur das Wetter unterhalten kann. Angie ist hübsch und ganz nett, doch nichts im Gegensatz zu ihr.
Ich seufze.
Ich vermisse sie. Gerade jetzt brauche ich ihre Nähe mehr, als normal.
Wieso muss sie auch sofort eingeschnappt sein? Ich habe nicht überreagiert, da bin ich mir sicher. Wenn ich mit Angie so umgehen würde, wie Raven mit Ben, würde Raven einen Handstand vor Eifersucht machen, wieso also kapiert sie einfach meine Lage nicht?
Mein Handy klingelt.
Schnell und gleichzeitig glücklich darüber, dass Raven anscheinend wieder bereit ist mit mir zu reden, ziehe ich es aus der Ritze hervor und gehe dran.
„Baby, es tut mir Leid, ich wollte dich nicht anschreien, wirklich nicht!", quassle ich in die Leitung. "Es- "
„Harry, ich bin's, Stacy", kichert eine gut gelaunte Stacy Sunshine. „Außer natürlich, ich bin dein Baby."
Ich muss mir ein genervtes Stöhnen unterdrücken. Die hat mir gerade noch gefehlt. Ich war froh, als ich mal zwei Tage von ihr weggehen konnte.
„Ach, hi Stacy", sage ich und versuche mir meine schlechte Laune nicht anmerken zu lassen. „Was gibt's denn?"
„Ich soll dich von Mister Black anrufen, er würde dich gerne morgen früh pünktlich um neun Uhr in seinem Büro sehen. Irgendetwas wegen deinem Cover. Den genauen Grund habe ich leider vergessen."
Wen wundert das?
„Ach so, danke, dass du mir Bescheid gegeben hast", sage ich freundlich und versuche somit das Gespräch zu beenden. Ich kann sie gerade nicht ertragen. „War's das?"
„Theoretisch ja", meint sie mit Nachdruck.
„Also können wir auflegen?"
„Also theoretisch ja." Sie scheint wohl zu wollen, dass ich noch weiter mit ihr rede.
Doch nichts da. Ich brauche dringend meine Ruhe und da stört eine quietschende Stacy Sunshine enorm.
„Dann lege ich jetzt mal praktisch auf", sage ich deshalb entschlossen. „Schönen Abend noch, Stacy."
Und bevor sie mir noch die Ohren vollzwitschern kann, lege ich auf.
Mein Handy landet zum dritten Mal heute in der Couchritze.
Ich lasse mich erschöpft nach hinten fallen und schließe die Augen. Dieser Tag ist ein Albtraum. Erst der Flug und jetzt noch das. Kann es bitte noch schlimmer werden?
Mein Handy klingelt zum dritten Mal.
Mittlerweile schon vollkommen genervt von meinem Klingelton, wuchte ich mich wieder auf und sehe erst auf den Bildschirm, bevor ich abhebe.
„Angie, was gibt's denn?", frage ich stirnrunzelnd in die Leitung. Normalerweise hat sie schon seit zwei Stunden Feierabend.
„Ähm, hi", sagt sie unsicher mit ihrer zarten Stimme. „I-Ich wollte dich nicht stören. Störe ich dich?"
„Nein, ist schon in Ordnung." Und ja, sie stört mich nicht. Sie ist mir lieber als eine nervtötende Stacy Sunshine. „Brauchst du etwas?"
„Na ja", stottert sie schon fast. „Also ich will dir echt nicht zur Last fallen und irgendwie, also – "
„Angie", sage ich beruhigend. „Sag einfach, welches Problem du hast und ich helfe dir."
Kurz herrscht Stille in der Leitung, dann seufzt sie: „Kannst du mich vielleicht vor einem Restaurant in der Fourth Avenue abholen?"
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Lives Collide 2
Fanfiction"Er bildete ein schöneres Zuhause für sie, als das Haus in dem sie lebte." Dann ging ihre Geschichte weiter. Mehr Geheimnisse, mehr Kummer, mehr Liebe als je zuvor. Werden sie es schaffen glücklich zu sein, wenn sie auseinander gerissen werden? wr...
