ºEin Hund mit Jointº

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Ich fuhr gerade mit der Straßenbahn nach Hause, während ich meine Freizeit auf TikTok verbrachte. Ich scrollte durch die App, bis ich auf einmal einen Hund mit einem Joint im Mund sah.
Ich schmunzelte und beschloss, das Video dem marokkanischen Lockenkopf zu schicken.

Safraoui

Einfach du

Ich schickte es ihm über WhatsApp. Ich begab mich wieder auf die App.
Irgendwann kam ein Sound-Video. Es lief der Song "2011" von Nino und Dardan.

"Nein, ich will dich nicht sehen.''
Ich will dieses Leben nicht mehr sehen.

Morgen sei Samstag,
und ein normaler Samstag bestand darin,
vom Geschrei meiner Eltern aufzuwachen.
Jedes Wochenende war so.

Safraoui

Alle

So sahst du aus, als du den Joint das letzte Mal geraucht hast.

Ich musste über diese Nachricht etwas lächeln.

Stimmt, passt erst recht.
Siehst du die Spucke, die aus dem Mund des Hundes hängt? Die wird inshallah bald wieder dein Gesicht spüren.

Ich sendete die Nachricht ab, und so gelangten Safraoui und ich in ein Gespräch.

SAFRAOUIS POV:
Vor 4 Stunden hatte ich Mahdis Fresse eingeschlagen. Ich chillte immer noch im Park. Aus der Musikbox lief Musik. Die Jungs freestylten und Jamal zeigte mal wieder, was für ein Gesangstalent er doch war. Während Moussa etwas rappte, nahm ich mein Handy raus, falls mir ein guter Text einfiel. Ich nahm mein Handy aus meiner Jogginghose.

Farah

Einfach du

Stand über dem Link, den sie mir schickte. Ich begann mit ihr zu schreiben. Paradox, wenn man bedenkt, dass ich mich am gleichen Tag noch über Bonzenkids abgefuckt habe.

Wie geht es dir? Abdal hat mir das Mahdi-Video gezeigt.

Las ich irgendwann. Ich vergaß beinahe beim ganzen Schreiben, was heute eigentlich geschehen ist. Und ich vergaß beinahe auch das Bild von Farah und Abdal.

"Bruder, hast du den gehört?" fragte Veysel mich nach Malis Freestyle.

"Was?" sagte ich. Meine Augen waren auf ihre Nachricht fokussiert. Sie hat heute wohl wieder einen Tag mit Abdal verbracht.

"Bruder, was machst du da an deinem Handy, du Sibbi?" sagte Mali zu mir.

"Ich war konzentriert auf Texte schreiben," sagte ich. Ich log.

"Cü, du schreibst jetzt also solo?" sagte Jamal lachend.

"Nee, Bruder, ich hatte nur 'ne Idee, aber nee, Bruder, bockt nicht," sagte ich.

"Zeig," sagte Moussa.

"Ich hab den Beat dafür nicht dabei," sagte ich.

"Wie?" sagte Jamal.

"Den Beat hatte äh Alim. Ich muss gucken, ob ich ihn von seiner Schwester geklärt bekomme," sagte ich.

"Ja, chillig, schreib Hasina einfach," sagte Mali.

"Die hat genug Stress wegen Alims U-Haft gerade, ich mach's wann anders," sagte ich und schaffte es, mich endgültig aus dem Thema zu ziehen. I
ch packte mein Handy weg.
Wer weiß, vielleicht ist die mit Abdal gerade.

FARAHS POV:
Ich begab mich gerade auf den Weg von der Straßenbahn nach Hause. Ich befand mich die ganze Zeit in der Innenstadt, da ich meinen Personalausweis abholen musste.
Einfach, ich hab jetzt einen Personalausweis! Wenn ich schon in der Stadt war, entschied ich mich auch, meinen Großeinkauf zu machen. Und das tat ich auch.

Eigentlich wollte ich mich mit Hannnah und den anderen treffen, aber auf ne Hausparty hatte ich wirklich keine lust.

Safraoui

Wie geht es dir? Abdal hat mir das Mahdi-Video gezeigt.

Seitdem ich die Straßenbahn verließ, vibrierte mein Handy nicht mehr. Er antwortete mir nicht, der Hund. Ich kam nach einigen Minuten zu Hause an.

"Hast du deinen Ausweis?" fragte meine Mutter.

"Salamu aleikum," sagte ich nur und nickte zu ihrer Frage.
Ich hasste das an Eltern.
Ich will mit ihnen reden und mit ihnen lachen,
aber das Telefon war wichtiger.
Ich begab mich in mein Zimmer.
Ich legte alles ab und räumte meine Sachen weg.
Ich duschte und machte mich bettfertig.
Ich legte mich in mein Bett hin.
Ich hatte immer noch keine Antwort von Safraoui bekommen.
Ich lag im Bett und scrollte durch Instagram, als mein Handy begann zu klingeln.

ABIDALIII

stand dort. Ich nahm den Anruf an und begann, mit einem meiner engsten Kindheitsfreunde zu reden. Wir redeten.

"Dings, kommst du morgen raus?" fragte er, nachdem mein Lachen langsam verstummte. Ich dachte nach. Alles war besser, als zu Hause zu sein.

"Ja, safe," sagte ich und begann, mich weiter mit ihm zu unterhalten, bis sein Vater irgendwann in sein Zimmer reinkam und er den Anruf beenden musste.
Und so lag ich dort und starrte die Decke an. Ich starrte die Decke an, bis sie schwarz wurde. Schwarz aufgrund meiner geschlossenen Augenlider.

Die eine wird Bonze, der andere bleibt Block.//Safraoui FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt