**Farahs POV:**
Ich hatte, seit dem Vorfall mit Safraoui nicht mehr meine Freunde gesehen.
Man könnte beinah sagen, ich hätte alle ignoriert für die kurze Zeit
Es war Silvester, und die Mädels hatten es tatsächlich geschafft, unsere Eltern zu überreden, dass wir bis 22 Uhr bei ihnen bleiben durften, bevor wir zu unseren Freunden gingen. Freunde, die natürlich *nicht* im Block lebten.
Ich hatte ein dunkelblaues Seidenkleid an, das mit einem Gürtel meine Taille umschmiegte. Aber es war Winter, also trug ich darüber eine gefütterte Leggings und mein Trikot. Meine Haare hatte ich extra für den Abend geglättet. Beim Anlegen meines Schmucks fiel mein Blick auf das braune Haargummi, das ich als Armband trug. Ein kleines, aber irgendwie bedeutungsvolles Detail. Ich legte meinen letzten Schmuck an, schlüpfte in meine kleinen Absatzschuhe und machte mich auf den Weg nach unten, um meiner Mutter noch ein wenig zu helfen.
Es dauerte keine 30 Minuten, bis es an der Haustür klingelte. Ich setzte mich mit meinen Eltern und dem Besuch ins Wohnzimmer. Wir unterhielten uns, bis wir Mädchen beschlossen, dass es Zeit war zu gehen.
„Farah, pass auf dich auf," sagte meine Mutter, als ich mich mit meinen Mädels zur Haustür begab.
„Farah, darf ich mit dir kommen?" fragte Huda, meine kleine Schwester, mich mit großen Augen.
„Habibti, das ist eher etwas für die Größeren," sagte ich sanft, woraufhin sie sich, wie erwartet, mega zickig wegdrehte.
Ich verließ das Haus, ohne weiter darüber nachzudenken.
„Boah, Farah, du siehst so geil aus," sagte Khadija und kniff mir frech in den Hintern.
„Digga," sagte ich lachend.
Hannah trug ein enges, oranges Kleid, und Khadija war in ein auffälliges pinkes Kleid gehüllt. Wir setzten uns in die Straßenbahn und fuhren los.
„Ja Baby, wir sind gleich da, okay bis gleich," sagte Khadija ins Telefon und legte auf. „Die Jungs warten an der Station auf uns."
Als wir irgendwann ausstiegen, sahen wir die Jungs dort schon stehen. Der Plan für den Abend war klar: eine Hausparty. Und so machten wir uns auf den Weg dorthin.
Ich lief neben Veysel und plauderte mit ihm über belanglose Themen. Wir kannten uns schon ewig, und es war immer entspannt, mit ihm zu reden.
„Ich hab so Bock, mich zu besaufen," sagte Hannah, und Khadija und ich warfen uns sofort einen Blick zu. Hannah hatte in der Vergangenheit schon zu viele dumme Dinge wegen ihres Alkoholkonsums angestellt, und wir hatten uns geschworen, diesmal besser aufzupassen.
Als wir schließlich ankamen, stürmte laute Musik direkt auf uns zu. Ich erinnerte mich daran, wie ich früher nur wegen des Hashs auf Partys gegangen bin. Krass, dachte ich, hab ich mich wirklich so verändert?
**Safraouis POV:**
Ich sah ihr nach, wie sie vor mir lief. Sie sah so gut aus. Sie hatte ihre Haare geglättet—die Fotze hatte mich dafür beleidigt, aber sie sah wirklich krass damit aus. Ich zog an meiner Zigarette und unterhielt mich mit Moussa, aber meine Gedanken drifteten immer wieder zu ihr zurück.
Als wir ankamen, verteilten sich alle in verschiedene Richtungen. Ich ging zu Joel, um ihn zu begrüßen, und wir redeten ein bisschen.
„Bruder, willst du was trinken?" fragte Joel mich.
„Ne, Bruder, heut kein Bock auf Alkohol," sagte ich.
„Bruder, es ist Silvester—ein Mal geht doch," versuchte er mich zu überreden.
„Ne, Khoya," sagte ich, und Joel ging kurz weg. Ich setzte mich auf die Couch und begann, mich mit irgendwelchen Leuten zu unterhalten. Irgendwann kam Joel zurück, aber statt ihm sah ich plötzlich die Küche vor mir, weil Joel sich hingesetzt hatte.
DU LIEST GERADE
Die eine wird Bonze, der andere bleibt Block.//Safraoui FF
FanfictionEs heißt immer: "Im Block gönnt man jedem sein Glück." Aber was ist, wenn man den Block verlässt? Gönnt man dir dann noch dein Glück? Farah verließ mit zwölf Jahren den Block und findet doch immer wieder Platz darin. Aber wie es aussieht, gefällt es...
