,,Du kleine Fotze, wie machst ne Aussage? Du kleine Nutte, du ekelhafte Amk. Wie, wir nehmen dich wie Familie auf und du fickst uns alle. Alle, du kleine Nutte. Bei Gott, verpiss dich und komm nie wieder. Und wenn ich dich sehe, du kleine Fotze, du wirst gepackt, warte nur ab. Bei Gott, du bist so eine Nutte. Wie konnte ich mich in sowas Ekelhaftes verlieben?"
„Safraoui, safi (reicht)", sagte ich, während wir uns küssten.
„Was?", sagte er genervt.
„Wir müssen reden", sagte ich. Ich musste es tun, wenn ich es ernst meinte.
„Geht das nicht später?", fragte er mich.
„Nein, Safraoui, bitte", bat ich ihn. Er sah mich an, und ich begann, zu reden und alles zu sagen, was auf meinem Herzen lag. Er hörte mir zu.
„Ich krieg deine Worte nicht aus meinem Kopf. War ich wirklich so ekelig in deinen Augen?", sagte ich und merkte, wie ich anfing, Tränen zu verlieren.
„Farah, bei Gott, das war mies behindert von mir, das weiß ich doch selber. Bei Gott–"
Weiter kam er nicht, denn mein Handy klingelte. Ich wollte den Anruf wegdrücken, als ich merkte, wer mich anrief. Es war meine Mutter.
„Warte, es ist meine Mutter", sagte ich schniefend und versuchte, mich wieder zu fassen. Nach zehn Sekunden ging ich ran.
„Ja, Mama?", fragte ich in mein Handy.
„Weyn (wo bist du?)"
„Bei Hannah", log ich.
„Lüg nicht, Farah", sagte meine Mutter.
„A shnu?", sagte ich verwirrt.
„FARAH, KOMM SOFORT NACH HAUSE!", schrie sie plötzlich.
Voller Panik sprang ich auf. Sie legte auf.
„Ich muss los", sagte ich nur und verließ hastig das Studio. Erst als ich an der Straßenbahn war, fiel mir auf, dass ich meine Geschenke vergessen hatte. Scheiße.
Es dauerte nicht lange, bis ich zu Hause war.
„DU WARST WIEDER MIT DIESEM JUNGEN!", schrie meine Mutter direkt.
„Mama, ich war mit Hannah", sagte ich und versuchte, meine Mutter zu beruhigen.
„Mit Hannah? Weißt du, wo Hannah und ihre Mutter gerade sind? In Frankfurt."
Scheiße. Das hatte ich komplett vergessen. Hannah und ihre Mutter wollten einen kleinen Trip nach Frankfurt machen.
„Du warst nicht in Frankfurt", sagte meine Mutter selbstsicher. „Und bei Khadija warst du auch nicht. Ich war doch bis vor einer Stunde dort, bis mich Khadijas Mutter gefragt hat, wo du bist, und mir dann gesagt hat, dass Hannah gar nicht in Ludwigshafen ist", sagte meine Mutter enttäuscht.
„Hab ich dich so falsch erzogen?", fragte sie jetzt.
„Mama, es war nicht–"
„FARAH, LÜG NICHT!", schrie meine Mutter.
„Es tut mir leid", sagte ich leise.
„Warte, bis dein Vater nach Hause kommt", sagte sie kalt.
„Mama, reicht doch", sagte ich jetzt verzweifelt.
„Was nützt dir dieser Junge, huh? Er ist ein Krimineller, Farah. Du bist nicht wie die", sagte meine Mutter.
„Mama, ich mag diesen Jungen sehr", sagte ich nur.
„Geh in dein Zimmer, yallah. Ich will dich nicht sehen."
„Ummi (Mama)–"
„YALLAH!", schrie sie nur, und ich bewegte mich schnell in Richtung meines Zimmers.
Ich hatte doch gerade erst endlich meinen Frieden bekommen.
Es war Freitag. Gestern war meine letzte Therapiestunde gewesen. Gestern war aber auch vielleicht das letzte Mal, dass ich den Jungen, den ich liebe, gesehen habe.
Ich bewegte mich die Treppen zum Klassenraum hoch.
„Farah", sagte eine Stimme.
Ich drehte mich zur Stimme um. „Hey, Luna", sagte ich und lächelte.
„Du wolltest mir doch gestern die Seite aus dem Mathebuch schicken", sagte sie.
„Omg, entschuldige, ich habe das gestern komplett vergessen. Ich hatte so viel zu tun, entschuldige. Ich habe aber die Aufgaben gemacht. Wenn du möchtest, kannst du diese abschreiben", sagte ich.
„Schon gut, Emin hat mir die Seite geschickt."
Mit Emin hatte ich seit Silvester nicht mehr geredet.
„Entschuldige, ich hatte echt viel zu tun", sagte ich nochmal, und wir setzten uns auf unseren Platz.
Marigona fehlt. Sie war eigentlich immer die Erste von uns. Komisch, vielleicht ist sie krank.
„Willst du darüber reden?", fragte Luna.
Will ich das?
„Vielleicht in der Pause, der Unterricht beginnt gleich", sagte ich und holte meinen Collegeblock aus meiner Tasche.
Bruder, wie soll ich mich jetzt auf die Schule fokussieren?
Ich packte meinen Collegeblock in die Tasche, als mein Handy klingelte. Eine Nachricht.
Yumma
Komm nach Schule direkt nach Hause
las ich.
Ich nahm meine Tasche und verließ den Klassenraum. Ich steckte mir meine AirPods ins Ohr und hörte das Haraga-Album.
Das Album wird im Sommer zu krass kommen, dachte ich mir.
Ich steckte meinen Schlüssel in die Haustür und schloss auf. Ich zog meine Schuhe aus.
„Allo?" rief ich durch das Haus. Keine Antwort. Wow, keiner da.
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Die eine wird Bonze, der andere bleibt Block.//Safraoui FF
Fiksyen PeminatEs heißt immer: "Im Block gönnt man jedem sein Glück." Aber was ist, wenn man den Block verlässt? Gönnt man dir dann noch dein Glück? Farah verließ mit zwölf Jahren den Block und findet doch immer wieder Platz darin. Aber wie es aussieht, gefällt es...
