Über die Zeit verteilt bin ich verschiedenen Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen begegnet, die mir sagten, dass ihnen die englische Sprache näher liegt als ihre Muttersprache. Damals konnte ich das kaum verstehen - heute schon. Englisch ist heute für mich immer häufiger die Sprache, in der sich besser ausdrücken lässt, was ich sagen möchte.
Wie ist so etwas möglich? Wie kann es sein, dass Menschen mit ganz unterschiedlichen Muttersprachen eine eigentlich fremde Sprache, die sie nicht einmal sehr früh in ihrer Kindheit gelernt haben, zeitweise oder dauerhaft der Muttersprache vorzuziehen?
Es gibt soziologische Untersuchungen zur "Anziehungskraft" dominater Sprachen gegenüber abgewerteten Sprachen, die zeigen, dass staatliche Eingriffe zu Gunsten einer bevorzugten Sprache, ein Gefälle in Sachen Bildung und Karriere ausreichen, um unterprivilegierte Sprachen zu erdrosseln. Ähnliches gilt wahrscheinlich auch für die Dynamik zwischen Hochsprache und Dialekt. Doch was ist mit dem Verhältnis zwischen einer Weltsprache und diversen Sprachen mit geringerer Verbreitung los?
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Die Fülle des Lebens
No FicciónEigentlich wollte ich nur eine Mail schreiben. Doch die wurde zu lang und niemals abgeschickt. Ich wollte einem Bekannten, mit dem ich vor Monaten über Nachhaltigkeit und Entfremdung gesprochen hatte, berichten, welcher stetige Strom an Gedanken aus...
