„Xavier, beruhig dich, es nützt nichts, wenn du dich so aufregst," meinte Tom mit einer leisen, aber sichtlich angespannten Stimme. Wir sassen in der Küche im Hauptquartier der Arreic's, und das schon seit einer geschlagenen Stunde und hatten rein gar nichts vorzuweisen, ausser einen Haufen Probleme.
„Es nützt ebenfalls nichts," zischte Xavier und wurde danach lauter, „wenn wir hier alle nur dämlich rumsitzen und nichts tun! Candice ist weg verdammt, ich will sie wiederhaben! Meine schwangere Freundin ist weg und ihr bleibt alle so ruhig! Wenn ihr was passiert - dann...dann-"
„Es wird ihr nichts passieren," mischte ich mich ein und legte eine Hand auf seine Schulter, so dass ich spüren konnte, dass er am ganzen Körper zitterte. Für ihn war die ganze Situation noch viel dramatischer, als für uns andere. Es ging hier schliesslich auch um sein Baby.
„Und wer will mir das garantieren?" fragte er in meine Richtung und liess sich in einen Stuhl sinken, um danach eine Hand vor sein Gesicht zu legen. Der Stress und die Zeit nagten an ihm, sie machten ihn kaputt. Er war ein Wrack. Ein elendiges Abbild seiner selbst, nicht dazu fähig, seine Emotionen unter Kontrolle zu bringen.
Was ich total und mit grösstem Verständnis nachvollziehen konnte, ich würde lieber von einer Brücke springen, als in seiner Haut zu stecken.
„Wir finden eine Lösung," sagte Matt zuversichtlich und versuchte so, unsere angespannte Stimmung zu lockern, „das haben wir schon immer."
„Und wie? Diese Typen wollen das, was in dem dummen Schliessfach war, ganz sicher nicht diesen dämlichen Zettel! Wenn wir nicht rausfinden, was vorher da drin war, dann werden sie Candice umbringen. Ihre Nachricht war deutlich genug, 8 Stunden, mehr nicht. Drei davon sind bereits um."
„Was war nochmal die Nachricht?" wollte ein Typ, den ich nicht kannte, von meinem Bruder wissen und der überreichte ihm den Zettel, den wir in dem Schliessfach gefunden hatten.
*Einen Anker brauchst du, wenn dein Boot kentert auf See bei wildem Sturm - und der beste Anker ist stets ein gutes zu Hause. Selbst Christus wusste das.*
Nachdem er ihn erneut, wahrscheinlich schon zum hundertsten Male am heutigen Tage, vorgelesen hatte, zeigte sich immer noch die stete Ahnungslosigkeit und Verzweiflung in unseren Gesichtern. Wenn wir dieses Rätsel, oder was es auch immer war, nicht in den nächsten Stunden lösen würden, dann würden sie Candice töten.
Meine beste Freundin würde wegen mir und meinem Vater draufgehen - und das durfte auf keinen Fall passieren. Niemals.
Nur über meine Leiche und das meinte ich wortwörtlich. Wenn es hart auf hart kommen würde, wäre ich bereit, für Candice und ihr Baby zu sterben, schliesslich waren sie wegen mir in dieses Schlamassel geraten.
Und wiedermal war alles bloss meine Schuld, hätten sie mich nicht gekannt, wären sie in Sicherheit.
„Vielleicht ist der Inhalt auf einem Boot versteckt? Oder auf dem Grund eines Sees?"
Alessandros Vorschlag ergab keine Sinn, nein, das war nicht die Art meines Vaters, etwas planlos im See zu versänken.
„Oder es hat was mit einer Kirche zu tun? Gibt es eine Christus Kirche? Ich meine, die Grundrisse von Kirchen bezeichnet man doch als Schiffe, vielleicht wollte er so darauf hinweisen?" Die Idee von Jari war zwar gut, aber etwas weit hergeholt. Ausserdem hatte mein Vater Kirchen schon immer verabscheut, ich sah also keinen Grund, wieso er den Inhalt des Schliessfachs genau dort unterbringen sollte.
„Nein, aber Leute - so kommen wir nicht weiter," ich zuckte mit den Schultern und beschloss, das Zepter in die Hand z nehmen. Mein Vater war für die Sache verantwortlich, also würde ich das jetzt lösen.
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Gangs 2 - Lost Boys
JugendliteraturCierra Foster hat vieles hinter sich, das sie lieber vergessen möchte. Aber selbst mit neuem Namen und neuem Wohnort muss sie lernen, dass man seiner Vergangenheit nicht so einfach aus dem Weg gehen kann...
