Bevor ich mir noch mehr Sorgen und die Zukunft meiner Freunde und meiner eigenen machen musste, lösten sich alle die bösen Gedanken in Luft auf, als ich plötzlich Miros Stimme hörte, die sagte: „Hey Leute, lebt ihr da unten noch?"
Ich und Eric traten erleichtert von der Erdwand weg und starrten nach oben, wo nun mein bester Freund zu sehen war, neben ihm Tom und...Flavio.
Was machte der Trottel denn bitteschön hier?! Ich hatte ihn definitiv nicht eingeladen!
Er ruinierte wiedermal alle meine Pläne, obwohl ich ganz schön erleichtert war, dass kein Serienmörder oder Geist für den Krach vorhin verantwortlich gewesen war.
Ich atmete erleichtert aus und erklärte: „Uns geht's gut, wir haben uns nur erschrocken."
„Wir uns auch," gab Tom zu, „Flavio hier ist auch einfach aus dem Nichts aufgetaucht, Miro hat schon gedacht, er wäre ein Geist."
„Das stimmt doch gar nicht!" verteidigte sich dieser und schupste Tom, soweit ich das von hier unten beurteilen konnte. Wir befanden uns schliesslich immer noch in diesem Grab, dass ich eigentlich gerne verlassen hätten, wenn es nicht noch etwas geben würde, was ich machen musste.
„Und," fragte Tom weiter, „könnt ihr den Sarg jetzt aufmachen, oder nicht?"
„Sieht so aus," antwortete ihm Eric und machte sich daran, auch noch die letzten Schaufeln Erde, die uns am Öffnen hinderten, nach oben zu werfen. Er hatte es in weniger, als einer Minute hinter sich gebracht und schaute mich an, als wüsste er nicht genau, was er nun sagen sollte.
Ich wusste, dass er nur darauf wartete, dass ich die nächste Bewegung machte und mich runterbrückte, um das Grab meines Vaters endgültig zu schänden, ich brauchte aber noch einen kurzen Moment, bis ich soweit war.
Es gab kein Zurück mehr, hatte ich es erstmal hinter mich gebracht. Es gab keinen Weg mehr, das alles umzukehren oder ungesehen zu machen.
Aber ich hatte mir das selbst zuzuschreiben, ich hatte darauf bestanden, heute Nacht auf diesem Friedhof hierher zu kommen und zu überprüfen, ob mein Vater wirklich tot war, oder nicht. Es war somit auch meine Aufgabe, das Grab zu öffnen.
Ich suchte also im Dunkeln, nur mit dem leichten Licht von Erics Taschenlampe, nach irgendeiner Art oder Technik, diesen Sarg aufzukriegen um zu sehen, was sich darin befand. Jedoch fand ich nichts, was auch nur in irgendeiner Weise hilfreich zu sein schien.
„Soll ich dir zur Hand gehen?" fragte Eric leise und sah mich durchdringend an, als wäre er sich ebenfalls nicht sicher, ob ich das mental schaffen würde, oder nicht. Er wusste, was für einen Stress das für mich bedeutete und wie belastet ich durch die letzten Ereignisse war.
Ich nickte ihm flüchtig zu und er stellte sich neben mich, auf den Sarg, um genauer zu sein. Er entdeckte eine Stelle, die am besten dafür geeignet war, das Ding zu öffnen und schlug kurzerhand mit der Schaufel ein paar Mal kräftig darauf.
Das Holz unter und knackste und schon nach wenigen Sekunden war klar, dass wir nun den Deckel heben und in den Sarg hineinsehen konnten, falls wir es denn wollten.
Mein Mitbewohner und ich traten deshalb vom Deckel runter und sahen nach oben, wo uns drei Augenpaare beobachteten und auf unsere nächsten Bewegungen warteten.
Keiner sagte mehr ein Wort, es gab nichts mehr, was dieser Moment noch brauchte. Jeder war in seinen eigenen Gedanken versunken, ob man nun an die Auferstehung meines Vaters glaubte, oder nicht. Flavio hatte nämlich seine ernsthaften Zweifel daran gehabt.
Ich wollte das Pflaster so schnell wie möglich abreissen, deshalb bückte ich mich nach unten und zerrte an dem Deckel, so sehr ich konnte. Er knarrte ein wenig, ging dann aber auf. Vor lauter Panik und Aufregung schloss ich für kurze Zeit meine Augen, weil ich damit rechnete, gleich eine Leiche zu sehen, ob sie nun jene meines Vaters war oder jene eines anderen, das wusste ich nicht.
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Gangs 2 - Lost Boys
Teen FictionCierra Foster hat vieles hinter sich, das sie lieber vergessen möchte. Aber selbst mit neuem Namen und neuem Wohnort muss sie lernen, dass man seiner Vergangenheit nicht so einfach aus dem Weg gehen kann...
