Jan
Ich liege auf dem Rücken und schaue ins Schwarze. Von fern höre ich die Kirchturmuhr des Kölner Doms schlagen. In Gedanken zähle ich mit. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs...
Im Haus ist es mucksmäuschenstill. Kein einziger Laut, außer mein Atem. Ich habe versucht mich selbst zu überlisten. Bis halb fünf habe ich geschnitten und dazu Tee getrunken. Irgendwann bin ich fast mit dem Kopf auf die Tastatur gefallen, wie es mir früher so oft passiert ist. Und kaum lag ich im Bett, war ich wieder hellwach.
Mir fehlt das leise Geräusch von seinem Atem. Mir fehlt sein Körper neben meinem, seine Arme, die sich um mich schließen und mich festhalten. Beschützen, sodass ich mich vollkommen sicher fühle. Als ob uns niemals irgendetwas trennen könnte. Seine dunkle Stimme, die mir leise etwas ins Ohr flüstert, sein vertrauter Duft, seine Nähe, von der ich nach all den Jahren, die wir uns kennen, nicht ansatzweise genug bekommen kann. Ich wünsche mir nichts mehr, als dass er hier neben mir liegt. Wie gern würde ich mich einfach ins Flugzeug nach Berlin setzten und ihm hinterher reisen. Jetzt sofort. Was würde ich alles dafür geben, dass er in diesem Moment bei mir ist.
Seufzend drehe ich mich auf die linke Seite und greife nach meinem Handy. Ich entsperre das Display und öffne Whatsapp. Vielleicht ist er ja noch online. Mein Herz pocht schneller. Ich tippe unseren Chatverlauf an. Unter seinem Namen erscheint wie immer die Zuletzt-Online Zeile. Seufzend lasse ich das Handy wieder sinken. Gestern um 23:17 Uhr. Nun komme ich mir erst recht verloren vor.
Nachdem ich mich einige Zeit gedankenverloren von einer Seite zur anderen gedreht habe, stehe ich wieder auf und fahre meinen PC hoch. Nur so im Bett rumliegen hat ja doch keinen Sinn. Mit drei Dosen Energie und Murkey auf meinem Schoss starte ich eine Runde Overwatch. Das hilft wenigstens ein winziges bisschen.
Andre
Nach dem Auftritt beim ZDF Frühstücksfernsehen schlendere ich gemeinsam mit Ado durch die Straßen von Berlin. Das Ganze ist echt mega gut gelaufen und hat uns echt Spaß gemacht, auch wenn das Live-Publikum nicht so unsere Zielgruppe war. Aber das ist eigentlich egal, denn wir wissen beide, dass viele sich unseren Auftritt zu Hause vor dem Fernseher angeschaut haben oder ihn im Internet nachschauen.
Wir machen kurz bei einem Café halt, um uns was zum Frühstück zu kaufen. Im Großen und Ganzen ist es ein relativ ruhiger Vormittag in Berlin, die meisten von unseren Fans sitzen wahrscheinlich brav im Unterricht. Nur hin und wieder treffen wir vereinzelt auf ein paar Leute, die ein Foto mit uns machen wollen. Ein mal können wir gerade noch rechtzeitig in eine Nebengasse abtauchen, bevor uns eine ganze Schulklasse erwischt. Ansonsten schauen wir ab und zu in den einen oder anderen Laden, ohne jedoch was zu kaufen. So vergeht der auch der Mittag wie im Flug und am Abend beschließen wir, noch mit einigen Kumpels von Ado feiern zu gehen. Eigentlich hatte ich vor, möglichst bald zurück zu fliegen, aber letztendlich überreden mich die Jungs, noch eine Nacht länger im Hotel zu übernachten und erst Morgen Vormittag die Rückreise anzutreten. Ich verabschiede mich kurz auf mein Zimmer, um mich umzuziehen, während die anderen unten in der Empfangshalle des Hotels auf mich warten.
Wenig später steigen wir ins Taxi. Die ersten Flaschen werden bereits geöffnet und herumgereicht. Die Stimmung ist super. Als wir vor dem Club halten, ziehe ich mein Handy aus der Tasche und wähle Jans Nummer. Er meldet sich bereits nach dem zweiten Klingeln.
„Hi, Andre. Bist du schon im Flieger? Soll ich dich dann am Flughafen abholen?"
Ich halte mich ein bisschen abseits von den Jungs, um ihn besser verstehen zu können.
„Ehm, es gibt da so ne Art Planänderung...", setzte ich an.
„Was meinst du damit?"
„Ich bleibe doch noch eine Nacht länger hier." Ich habe ehrlich gesagt ein wenig Bammel vor seiner Reaktion.
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Memories never die | Jandre
Hayran KurguFür Sina2810 #Jandre ist real? Nicht ganz. Denn obwohl sich Andre unglaublich stark zu Jan hingezogen fühlt und es so scheint, als würde dieser seine Gefühle erwidern, kann Andre eine Sache nicht vergessen: seine Vergangenheit. Sie steht dem Glück d...
