Ich bin bereit, ihm so viel Zeit zu geben, wie er braucht, wenn er mir denn endlich eine Antwort gibt.
(Jan)
Der Kellner von vorhin ist gekommen, um das zerbrochene Glas wegzuräumen und den Wein vom Boden aufzuwischen. Er war stocksauer auf uns. Andre hat daraufhin bezahlt und wir sind gegangen ohne auch nur einen Bissen gegessen zu haben. Mein Magen knurrt. Kein Wunder, denn es ist zwei Uhr in der Nacht. Was für ein Desaster...
Andre und ich haben bisher kein Wort mehr miteinander gesprochen. Nun laufen wir am Ufer des Rheins nebeneinander her, jeder in seinen Gedanken vertieft. Ich hoffe noch immer, dass er mir endlich eine Antwort gibt. Ich bleibe dicht am Wasser stehen und schaue auf die dunkle Oberfläche, die sich leicht im Nachtwind kräuselt. So friedlich.
„Tut mir leid, dass ich den Abend verdorben habe. Ich hätte das nicht sagen sollen", flüstere ich. Er steht neben mir, nah und doch so weit weg, dass wir uns nicht berühren.
Er schweigt weiterhin. Hat er mich überhaupt gehört? Ich betrachte ihn nachdenklich von der Seite. Seine Augen, seine Nase, seine Lippen, die Wangen, die Schläfe, sein Kinn. Die versteinerte Miene. Und trotzdem wunderschön. Es ist schier unerträglich, ihn anzublicken. Der Wind frischt auf und fährt durch seine Haare. Ich will die Hand danach ausstrecken und ihm die blonden Strähnen aus dem Gesicht streichen, doch ich halte mich zurück und schlinge stattdessen beide Arme um meinen Oberkörper, weil mir plötzlich kalt ist.
Mir fällt auf, dass ich meine Jacke vor lauter Aufregung vorhin im Bootshaus vergessen habe. Ich bin so ein Dummkopf. Morgen werde ich sie abholen müssen. Nein, heute schon. Es ist ja schon nach Mitternacht. Ich schließe die Augen und höre das Rascheln des auffrischenden Windes in den Bäumen, die am Flussufer stehen. Plötzlich merke ich, wie etwas warmes mich von den Schultern bis zum Becken umhüllt. Ich schlucke mehrmals, um den dicken Kloß in meinem Hals herunter zu würgen und nicht in Tränen auszubrechen. Was bin ich für ein Mensch? Vor lauter Ichbezogenheit setzte ich Andre so unter Druck. Weil ICH wissen will, wie er empfindet. Damit ICH weiß, woran ich bin. Damit ICH mich darauf einstellen kann. Damit ICH alles zwischen uns verändere, vielleicht sogar beende. Und was tut er? Nach allem, was ich gesagt habe, gibt er mir seine Jacke und friert an meiner Stelle.
„Scheiße, Andre!" Ich kann nicht anders, drücke mein Gesicht an seine Brust und weine, ohne einen Laut von mir zu geben. Er lässt mich gewähren und streicht sanft über meinen Rücken. So vergehen einige Minuten, bis ich mich wieder einigermaßen beruhigt habe.
„Jan?" Langsam löst Andre die Umarmung und sieht in mein verheultes Gesicht. „Von meiner Seite aus betrachtet hat sich in letzter Zeit nichts zwischen uns beiden verändert..."
Ich wusste es. Jetzt sagt er, dass er nur weiter mein Kumpel sein möchte. Nicht mehr. Ich beiße mir so fest auf die Lippe, dass ich schließlich Blut schmecke. Der physische Schmerz betäubt meinen psychischen ein wenig. Doch die Tränen strömen unaufhörlich weiter über mein Gesicht, obwohl ich es nicht will. Andres Blick ist mit meinem verwoben. Seine Augen. So ehrlich wie noch nie.
„Und du hast recht. Ich empfinde etwas für dich. Schon lange. Mehr als Freundschaft. Eigentlich schon vom ersten Moment an. Ich wollte es nur nicht zugeben. Ich wollte nicht anders sein. Wollte perfekt sein... für dich. Aber ich weiß jetzt, dass ich es nicht bin. Und nie sein werde..."
Da stehe ich. Starr und weiß nicht, was ich tun oder sagen soll. Ich zittere wie Espenlaub. Nicht wegen dem Wind, sondern wegen der Anspannung. Nach kurzer Zeit fährt Andre mit leiser Stimme fort: „Ich will aber kein Freundschaft plus Dings zwischen uns oder irgendetwas in diese Richtung. Ich will dich, Jan. Entweder voll und ganz, oder gar nicht!!!"
Sooorry an alle, die einen Lemon wollten... Habt ihr schon mal die vorherigen Kapitel gelesen...? Da war ein Lemon drin und ich selbst war ehrlich gesagt nicht so begeistert... ;)
Wie immer wäre ein Feedback zur Lesenacht seeehr nice, sie ist an dieser Stelle leider zu Ende, denn ein Blick auf die Uhr zeigt, dass es doch sehr spät geworden ist. Alle Anwesenden unbedingt mit dem allseits bekannten und beliebten #teamnachtaktiv die Kommis stürmen, damit ich weiß, wer noch da war. Auch Wattpad verabschiedet sich langsam aber sicher. Ist jedes Mal beim Upload am Rumspinnen und ich hatte schon mehrere Herzattacken heute Nacht, als scheinbar das ganze Kapitel einfach gelöscht war. (Hat sich dann aber als Fehlalarm erwiesen ZUM GLÜCK). Aber solche Aufregungen mitten in der Nacht sind nicht so bekömmlich denke ich ;) Der Akku von meinem Laptop neigt sich auch dem Ende und die Spannung in der Story ist doch gerade ganz erträglich oder? Also Freunde, wenn es am schönsten ist, soll man gehen und jetzt grade ist es doch am Schönsten, nicht wahr? Grüße an alle, die dabei sind oder das morgen noch lesen. Ich werde in absehbarer Zeit einige Kommis beantworten... Also man sieht sich bzw. schreibt sich ;D <3 :*
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Memories never die | Jandre
FanfictionFür Sina2810 #Jandre ist real? Nicht ganz. Denn obwohl sich Andre unglaublich stark zu Jan hingezogen fühlt und es so scheint, als würde dieser seine Gefühle erwidern, kann Andre eine Sache nicht vergessen: seine Vergangenheit. Sie steht dem Glück d...
