Nachdem ich über meinen sechzehnten Geburtstag nachgedacht und meinen anstehenden achtzehnten noch einmal erfolgreich aus dem Kopf gestrichen hatte, saß ich nun mit meinem Vater im Auto und war auf dem Weg zur Schule. Wie ich schon sagte, das war einer der Tage an dem mir jegliche Motivation fehlte, also kann sich ja jeder denken, wie ich nur so vor Freude strahlte.
„Fährt Conor dich wieder nach Hause?“, fragte mein Vater wie an jedem Schultag.
„Ich weiß es nicht!“, sagte ich wahrheitsgemäß. „Wenn nicht, nehme ich einfach den Bus!“
Mein Vater sah mich überrascht an. Conor fuhr mich immer heim. Es war nur drei Mal vorgekommen, seit er einen Führerschein hat und alle drei Male war er krank und deshalb nicht in der Schule gewesen.
Doch inzwischen war nichts mehr so, wie es immer war. Conor hatte mich nun zwei Wochenenden hintereinander vergessen. Er war zwei Wochenenden in Folge mit mir verabredet gewesen und hatte sich dann ohne Absage bei Anth aufgehalten. Früher war Anth mein bester Freund gewesen, nachdem Conor die Stelle des festen Freundes eingenommen hatte, doch nun, da sie entdeckt hatten, dass sie beide die Musik liebten, verbrachten sie mehr Zeit miteinander als ich mit beiden zusammen gerechnet.
„Habt ihr euch gestritten?“, fragte mein Vater vorsichtig.
„Nein, Dad!“, sagte ich. „Du weißt doch, Conor und ich streiten nicht! Haben wir nie…“
Mist! Wieder ein Fettnäpfchen. Mein Vater sah mich mit hochgezogener Augenbraue an. Ich wusste, ihm war es aufgefallen. Normalerweise sagte ich immer, dass Conor und ich nie gestritten hatten und es auch nie tun würden. Doch jetzt brachte ich es nicht über mich es so zu formulieren. Es heißt ja nicht umsonst, sag niemals nie. War ich mir immer noch sicher, dass wir uns nie streiten würden? Wir kannten uns nun seit dreizehn Jahren und hatten nicht einen einzigen noch so kleinen Streit! Doch wir wurden beide älter, veränderten uns und so ungern ich es auch zugab, unsere Beziehung veränderte sich mit uns. Alles in allem würde ich sagen, das ist nun mal der Lauf der Dinge, aber daran, dass er mich vergessen hatte, war nicht die Zeit oder unser Alter Schuld. Nein, das konnte ich nur uns beiden – ihm – anhängen.
„Ist bei euch alles in Ordnung?“, fragte mein Vater.
Der war heute aber auch neugierig! Normal wartete er, bis ich von allein mit der Sprache rausrückte, aber heute war er wirklich alles andere als zurückhaltend.
„Ich weiß nicht, Dad!“, sagte ich und dann schoss es nur so aus mir heraus. „Wir waren die letzten beiden Wochenenden verabredet, das erste kam er einfach nicht und wie sich herausstellte war er bei Anth. Vorgestern stand ich vor seiner Tür und seine Mom sagte, er sei wieder bei Anth. Ich weiß einfach nicht, was ich davon halten soll! Ich habe ja kein Problem damit, dass wir nicht jeden Tag aufeinander hängen, das würde am Ende auch nicht gut für uns sein, denke ich. Aber, dass er mich vergisst, sitzen lässt und nicht einmal absagt ist doch auch nicht das Wahre!“
Jetzt war es raus. Ich hatte das erste Mal meine Gefühle darüber laut ausgesprochen. Und es war ein befreiendes Gefühl. Die Last in meinem Herzen schien sich mit einem Mal zu halbieren.
„Ich weiß, was du sagen willst, Dad!“, sagte ich ohne ihm auch nur die Chance auf eine Antwort zu lassen. „Ich soll mit ihm darüber reden! Nur wenn ich ihm sage wie ich mich fühle, kann er wissen wie es in mir aussieht und daran arbeiten!“
Das war in der Tat ein wahrhaft nützlicher Gedanke. Mit Conor zu reden, könnte dieses Problem mit einem Schlag aus meinem Leben verbannen. Wir würden das einfach klären, ehe es zu einem wirklichen Problem werden würde und dann könnte ich mich ganz und gar auf die alltäglichen Sorgen wie die Schule konzentrieren.
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Love Triangle
FanficClary könnte nicht glücklicher sein! Sie kennt Conor seit ihrem vierten Lebensjahr und ist nun seit zwei Jahren mit ihm in einer glücklichen Beziehung! Doch er beginnt, seinen Wunsch, Sänger zu werden, zu ernst zu nehmen und vernachlässigt sie immer...