08. Allein in der Menge...

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Wir wechselten den Raum und kamen in die riesige Halle in der die Aftershow-Party stattfinden sollte. Und wieder einmal staunten wir nicht schlecht. An den Seiten waren mehrere Sofas aufgestellt. Naja was heißt mehrere. Bei der großen Halle waren es sicher hundert Sofas. In der Mitte war eine riesige Tanzfläche. Überall liefen Kellner umher und transportierten Tablette voller Gläser mit Champagner, Sekt, Wein und Orangensaft. Und dann gab es noch ein paar Tresen für alle, die etwas anderes trinken wollten. Alles war mit wunderschönen LED-Lichterketten versehen. Überall standen noch einzelne Tische. Und jedes Möbelstück war elegant und wahrscheinlich wahnsinnig teuer. Und dann waren da noch all die Pflanzen, die zwischen den Sofas, auf den Tischen und an Tresen standen und alles verzierten.

Doch heute konnte mich nichts mehr schocken. Dieser Abend war einfach komplett surreal! Erst saßen wir zwischen so vielen Prominenten und aßen Schokolade. Naja, ich aß Schokolade mit Liv. In unserer näheren Umgebung hatte soweit ich es sehen konnte niemand seine Schokolade angerührt und ich konnte mir kaum vorstellen, dass es in den anderen Ecken des Saales anders ausgesehen hatte. Also würde wohl all die schöne Schokolade des heutigen Abends, abzüglich meines Tellers, im Müll landen.

Dann hatte Conor den Preis für die Nachwuchstalente gewonnen und alles wurde noch surrealer. Ich hatte nachdem sein Name fiel nicht mehr viel mitbekommen. Alles war so schnell gegangen. Unser Tisch war in Jubelschreie und freudiges Geklatsche ausgebrochen, Conor hatte uns alle umarmt und ich glaube, er hatte mich sogar geküsst. Doch das Einzige was mir im Kopf herumgeschwirrt war, war die Tatsache, dass dies alles verändern könnte.

Und ehe ich mich versah, stand er auch schon auf der Bühne und nahm den Preis entgegen und begann seine Dankesrede. Ich hatte ihm beim Schreiben einiger Reden geholfen, doch die, die er nun tatsächlich hielt, kannte ich nicht. Es waren zwar mir bekannte Sätze darin enthalten, doch größtenteils war es eine komplett andere Rede. Conor hatte also aus allen Reden die besten Sätze herausgepickt und sie in eine neue gesetzt. Er bedankte sich zunächst einmal für all die Votes, die er erhalten hatte und durch die er gewonnen hatte. Dann bedankte er sich bei seiner Familie, die ihn immer unterstützt hatte. Und danach bedankte er sich bei Anth und mir, dass wir immer für ihn da waren und er ohne uns niemals so weit geschafft hätte. Das war mein Conor, durch und durch! Allen dankbar und vor allem nicht ichbezogen!

Und dann war die Show auch schon vorbei und alle machten sich auf den Weg zur Party.

„Wollen wir erstmal an das Buffet gehen?“, fragte ich die Jungs, als wir uns alle einmal umgesehen hatten. Conors Eltern waren bereits wieder gefahren, wünschten uns aber noch viel Spaß.

„Klar!“, sagte Anth. „Ich habe einen Mordshunger! Ich könnte einen Elefanten verdrücken!“

„Selbst Schuld! Du hättest diese tolle Schokolade ja essen können!“, sagte ich.

„Bist du verrückt? Keiner hat sie gegessen!“, lachte er, während wir uns dem Buffet näherten.

„Doch ich!“, sagte ich. „Liv und ich haben sie gegessen!“

„Du zählst nicht!“, lachte Conor. „Du isst immer Schokolade!“

„Und trotzdem bin ich ein Mensch, der da gewesen ist! Also trifft keiner nicht zu!“, schmollte ich gespielt.

Als wir an dem Buffet ankamen, konzentrierte ich mich jedoch auf das Essen vor mir. Ich wusste gar nicht, wo ich mich zuerst bedienen sollte. Klar, ich hatte schon die ganze Schokolade gegessen und war eigentlich nicht mehr hungrig, aber es heißt nicht umsonst, dass die Augen mitessen. Und bei dem Anblick hätte jeder eingebildeten Hunger bekommen! Und ehe auch hier alles im Müll landen würde, musste ich ja dafür sorgen, dass so viel wie möglich von meinem Magen gerettet wurde. Das war also reine Nächstenliebe gegenüber dem Essen und derer, die es so mühsam errichtet hatten!

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