28. Erholungszeit

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Als das Video zu Ende war, merkte ich, wie mein Magen wieder rebellierte. Rasch sprang ich auf und wollte zum Klo rennen, doch dann wurde mein Sichtfeld verschwommen, bis es sich gänzlich schwärzte und ich zusammensackte.

Piep. Piep. Piep.

Konnte der blöde Wecker mal aufhören zu piepen, ich wollte doch nur schlafen!

Piep. Piep. Piep.

„Ich glaube, sie kommt langsam zu sich!“, hörte ich schwach eine Stimme sagen.

Piep. Piep. Piep.

Konnte jetzt mal jemand diesen Wecker ausstellen?

Piep. Piep. Piep.

„Clary? Hörst du mich?“ Das war doch mein Vater!

Langsam öffnete ich die Augen. Ich nahm drei schemenhafte Gestalten neben mir wahr, doch konnte ich keine davon erkennen.

Ich sah alles nur verschwommen und musste mich erst einmal an die Helligkeit gewöhnen.

Zum Schutze meiner Augen wollte ich meinen Arm vor mein Gesicht legen, doch ich bekam ihn einfach nicht hoch.

Was war hier los?

Panik stieg in mir auf.

Warum konnte ich meinen Arm nicht bewegen?

Wer waren diese Menschen?

Wo war ich überhaupt?

Und warum hörte dieses verdammte Piepen nicht auf, statt immer aufdringlicher zu werden?

„Schwester!“, rief jemand. War das Amber?

Aber was sollte das nun heißen, sie hatte doch überhaupt keine Schwester! Und mich nannte sie definitiv nicht so. Das war eine Sache der Jungs, sich gegenseitig Bruder zu nennen. Aber doch nicht unter uns beiden.

Das ergab doch alles überhaupt keinen Sinn!

Es sei denn…

Während ich verzweifelt versuchte zu überlegen, was passiert war, nachdem ich das Video gesehen hatte, und keine Antwort fand, klärte sich langsam meine Sicht.

Weiße Wände, ein fremdes mit Metallstangen bestücktes Bett, in dem ich lag, Schläuche in meinem Arm und nicht zu vergessen, mein Vater, Amber und Anth, die mich alle drei besorgt musterten. Das war alles, was es hier gab. Von Fenster und Tür mal abgesehen.

Wenig, aber genug um mir zu sagen, wo ich war.

„Was ist passiert?“, krächzte ich.

Oh Himmel, wie klang meine Stimme denn? Oder hatte ich etwas mit den Ohren?

„Hier, trink einen Schluck Wasser!“, platzte es aus Amber heraus und sie griff auf dem kleinen Nachttischchen neben mir nach einem Glas, verfehlte es jedoch in der Aufregung und wie es kommen musste war ich einen Moment später nass.

„Ich dachte, ich soll trinken und nicht duschen! Aber nette Art mir zu sagen, dass ich stinke!“, lächelte ich sie schwach an.

„Sieh mal einer an, ihr geht’s mehr als gut. Ihr loses Mundwerk hat sie zumindest wieder!“, grinste Anth.

„Was ist denn überhaupt passiert?“, fragte ich erneut. „Warum bin ich im Krankenhaus?“

„Das wollten wir eigentlich dich fragen!“, antwortete mein Vater. „Amber, könntest du einer Schwester mitteilen, dass Clary wach ist?“

„Natürlich!“, antwortete sie und wuselte schon davon.

„Also, Clary. Ich habe einen lauten Knall aus deinem Zimmer gehört und als ich nachsehen kam, was bei dir los war, lagst du auf deinem Fußboden. Du warst bewusstlos und dein Kopf blutete wie verrückt!“ Er sah mich mit einem traurigen und besorgten Blick an.

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