„Heißt das, du verzeihst mir noch einmal?“, flüsterte er.
„Ja, das heißt es!“, lächelte ich.
Mit einem Mal hatte Conor uns herumgewirbelt und lag nun halb neben und halb auf mir.
„Du weißt gar nicht, wie glücklich ich bin!“, hauchte er und küsste mich erneut. Sanft und kurz, aber mit so viel Leidenschaft, wie es nur er konnte.
„Doch, ich bin es ebenso!“, flüsterte ich.
Conor stand auf, half mir auf die Beine, verschränkte seine Finger mit meinen und gemeinsam machten wir uns auf den Weg zurück zum Auto. Natürlich mit einem riesigen Grinsen auf unseren Gesichtern.
Am Auto warf ich noch einen letzten Blick auf den Imbiss und schauderte. Die Vorstellung an solch einem Ort auch nur einen Bissen herunter zu würgen, reichte schon, um mir ein flaues Gefühl in der Magengegend zu verpassen.
Dann wandte ich mich wieder dem Auto zu und bemerkte, dass Conor mich über das Dach hinweg von der Beifahrertür ansah.
„Musst du direkt nach Hause, oder hast du noch Zeit und Lust auf einen Kaffee?“, fragte er mich und runzelte gespannt und erwartungsvoll die Stirn.
Hastig sah ich panisch zu dem Imbiss zurück und verzog das Gesicht.
„Keine Sorge! Ich würde dich niemals dorthin einladen!“, lachte er. Er schien wohl meinen Gesichtsausdruck bemerkt zu haben.
„Dann gib mir doch mal die Schlüssel und lass uns hier verschwinden und Kaffee trinken gehen!“, lächelte ich.
Ich fing mehr oder weniger geschickt die Autoschlüssel auf, stieg ein und startete den Motor. Als wir beide angeschnallt waren, fuhr ich schleunigst von dem Parkplatz, um den gruseligen Imbiss schnell hinter mir zu lassen.
Während ich auf die Straße konzentriert in Richtung Londons Stadtmitte fuhr, beschwerte sich Conor am laufenden Band über die Lehrer, die versuchten ihm irgendwelche mathematischen Regeln, physikalischen Gesetze und grammatikalischen Grundsätze in den Kopf zu klopfen und sich an seinem dauerhaftem Desinteresse die Zähne ausbissen.
„Weißt du, manchmal frage ich mich, wie du es geschafft hast, in der Schule so weit zu kommen!“, feixte ich ihn an. „Ich meine, du hast so ungefähr nie Lust zu lernen, passt im Unterricht nicht auf und deine Noten könnten auch ein klein wenig besser sein. Wie hast du es geschafft, so nah an dein Abi zu kommen?“
„Ich habe eine absolut talentierte Freundin, die es immer schafft, mir kurz vor den Klausuren all den Stoff halbwegs in den Kopf zu kloppen!“, sagte er nüchtern, doch auf seinem Gesicht breitete sich ein riesiges Grinsen aus.
„Das klappt aber auch nur, weil ich im Gegensatz zu den Lehrern bereit bin, dir den ganzen Stoff zu einem Text zu schreiben, damit du es singen und dadurch lernen kannst“, lachte ich laut los.
„Ich sage ja, ich habe die wunderbarste Freundin der Welt!“, zwinkerte er mir zu.
„Genau genommen sagtest du ’talentiert’ und von der Welt hast du gar nichts erwähnt, aber danke!“, sagte ich und wandte ihm kurz den Kopf zu, um ihm die Zunge herauszustrecken, ehe ich mich wieder auf die Straße fokussierte.
Ich hatte das Auto in einer kleinen Seitenstraße geparkt und gemeinsam waren wir in ein kleines Café namens Corasons Coffee gegangen.
„Was darf es sein?“, fragte ein gut aussehender Kellner, kurz nachdem wir uns an einen kleinen Tisch in einer Ecke des Cafés gesetzt hatten.
„Einen Kaffee bitte!“, sagte Conor. „Und was möchtest du?“
„Einen Kakao, bitte!“, antwortete ich.
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Love Triangle
FanfictionClary könnte nicht glücklicher sein! Sie kennt Conor seit ihrem vierten Lebensjahr und ist nun seit zwei Jahren mit ihm in einer glücklichen Beziehung! Doch er beginnt, seinen Wunsch, Sänger zu werden, zu ernst zu nehmen und vernachlässigt sie immer...
