29. Woche drei: Erster Schritt zur Besserung

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Da saß ich also auf meinem Krankenhausbett.

Eine ganze Woche war ich nun schon dort.

Der erste Tag war noch ganz okay. Mit viel Schlaf brachte man einen Tag schnell hinter sich.

Abends war mein Vater noch zu Besuch gekommen und hatte mir ein notdürftig gepacktes Täschchen mit Wechselklamotten und meinen Laptop gebracht.

Und das war auch wirklich nützlich. Denn ohne meinen Laptop wäre ich schon am ersten Tag an Langeweile gestorben.

Denn da ich den ganzen Tag mit dem Schlafen verbracht hatte, war ich den Abend und die Nacht natürlich hellwach.

Nachdem mein Vater mich in meinem Zimmer allein lassen musste, weil die Besuchszeiten sich dem Ende neigten, öffnete ich zum ersten Mal seit der Trennung meinen Laptop und das darauf verborgene Chatprogramm.

Zum ersten Mal seit zwei Wochen stellte ich mich freiwillig wieder meinen Freunden. Genau genommen hatte ich ja auch keine andere Wahl. Im Prinzip hatte ich es meinem Vater ja versprochen, auch wenn seine Bedingungen für den Laptop nur besagten, dass ich das tun sollte, was die Ärzte verlangten und mich nicht selbst weiter nach unten ziehen durfte. Unausgesprochen lag in seiner Bitte auch, dass ich mich wieder der Welt stellen und mich wieder mit Menschen beschäftigen sollte.

Und ich erkannte, dass er Recht hatte.

Zumindest war es nicht richtig, meine Familie und Freunde aus meinem Leben zu stoßen, nur weil es mir nicht gut ging.

Aufgrund dieser Überlegung meldete ich mich schließlich wieder im Chat an.

Und ich bereute es sofort.

Innerhalb der zwei Wochen, die ich abwesend war, hatten mich dutzende Mädchen von unserer Schule angeschrieben und sie alle hatten dieselben Fragen, die ich auch in der Schule schon gestellt bekam.

War Conor wirklich wieder Single?

Würde er jetzt berühmt werden?

Und all die anderen Fragen, auf die ich wirklich keine Lust hatte. Die teilweise auch zu sehr schmerzten, um sie zu lesen.

Mit einem raschen Klick stellte ich meinen Account auf ’als offline angezeigt’ und war nur noch für die wenigen Personen sichtbar, die ich schon früher eingestellt hatte, wenn ich nur mit Amber oder anderen schreiben wollte.

Es dauerte keine Minute, nach meinem Login, bis auch schon ein Chatfenster aufblinkte.

Mit einem Klick darauf, landete ich im Chat mit Amber.

Amber: ‚Hey Maus, ich habe dich schon erwartet! :*’

Ich: ‚Hey. Ach wirklich?’

Amber: ‚Klar! War nur eine Frage der Zeit, bis du hier heute aufkreuzt! Immerhin hast du da ja nicht wirklich viel zu tun, oder? Und wenn du nicht weiter in deinem Loch herumliegen willst, dann kommst du eben online! xD’

Ich: ‚Schön zu sehen, wie gut du mich doch kennst! Ich sollte vielleicht wieder gehen, du kennst mich jetzt schon zu gut! :S’

Amber: ‚Vergiss es, du bleibst schön hier! Ich will nicht umsonst den ganzen Tag auf dein Erscheinen gewartet haben! Außerdem habe ich noch ein Hühnchen mit dir zu rupfen!’

Ach, hatte sie das? Was hatte ich denn nun verbrochen?

Ich: ‚Dann mal viel Glück! Die Besuchszeiten sind um und ich bezweifle ohnehin stark, dass die dich mit einem Huhn hier hereinlassen würden. Du weißt schon, Hygienevorschriften und so!? :P’

Amber: ‚Spar dir deine Witzeleien! Wir müssen uns unterhalten, meine Liebe!’

Ich: ‚Na dann schieß los. Was ist denn?’

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