Lange weiße Gänge. Nichts als lange weiße Gänge. Mehr war einfach nicht zu finden.
Ich lief und lief und lief.
Doch egal in welche Richtung in abbog, es folgte wieder ein langer weißer Gang.
Wo zum Henker war ich bloß?
„Clary!“
Und da war es wieder. Das unheimliche Flüstern. Dieser grausame Name.
Ich wusste, dass es mein Name war. Doch wenn man ihn eine gefühlte Unendlichkeit lang immer wieder als Flüstern hörte, dann empfand man es irgendwann nur noch als grausam.
Ich bog am Ende des Ganges nach links ab. Und welch eine Überraschung. Wieder lag ein langer weißer Gang vor mir.
„Clary!“
Das Flüstern wurde immer lauter.
Ich sprintete den Gang entlang und ehe ich mich versah, erreichte ich wieder das Ende.
Automatisch rannte ich wieder nach rechts und wie nicht anders zu erwarten lag wieder ein langer weißer Gang vor mir.
Wunderbar.
Mit Vollgas erreichte ich auch das Ende bald. Doch zu meiner Überraschung gab es keine Kreuzung mehr. Ich stand vor einer großen weißen Tür.
„Clary!“
Da war mein Freund, das Flüstern auch schon wieder.
Ohne darüber nachzudenken, stieß ich die Tür auf und betrat den Raum.
Ich ließ meinen Blick in alle Richtungen gleiten. Angefangen links.
Nichts. Absolut nichts. Nur eine abgerundete weiße Wand in einem Runden weißen Raum.
Doch dann sah ich sie.
Die Bilder.
Die Bilder, die Conor und ich gemacht hatten.
Unsere Bilder. Sie hingen in dem ganzen Raum über alle Wände verteilt. Es waren hunderte. Tausende.
Jedes einzelne Bild, das wir je geschossen hatten, hing hier.
Egal, ob wir gemeinsam drauf waren, oder nur einer von dem anderen ein Bild geschossen hatte. Selbst die, wo keiner von uns drauf war, sondern einfach nur ein gemeinsames Erlebnis von uns zeigten. Sie alle hingen hier. Sorgfältig eingerahmt und der Reihenfolge nach von links oben nach rechts aufgehängt. Es war, als würde man lesen. Zeile für Zeile zeigten diese Bilder unsere gemeinsame Vergangenheit.
Plötzlich hörte ich über mir ein Geräusch und ich sah erschrocken auf.
Conor balancierte oben an dem Dachbalken und nagelte ein neues Bild an die Wand.
Ein Bild, das ich nicht kannte.
Darauf war Conor zu sehen. Mit einem Haufen fremder Menschen.
Waren das etwa die von der Plattenfirma oder dem Management?
Conor sprang lässig die vier Meter von dem Balken hinunter und landete leichtfüßig vor mir.
„Con!“, rief ich besorgt.
Doch ihm geschah nichts.
„Für dich heißt das Conor!“, sagte er.
Verblüfft sah ich ihn an.
„Aber, Con!“
„Nein, Clarissa! Es gibt kein Con mehr. So wie es kein ’wir’ mehr gibt, siehst du?“ Er deutete auf die Bilder.
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Love Triangle
Fiksi PenggemarClary könnte nicht glücklicher sein! Sie kennt Conor seit ihrem vierten Lebensjahr und ist nun seit zwei Jahren mit ihm in einer glücklichen Beziehung! Doch er beginnt, seinen Wunsch, Sänger zu werden, zu ernst zu nehmen und vernachlässigt sie immer...
